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Schwester Veronika: Ein Ring bezeugt die Bindung

Schwester Veronika: Ein Ring bezeugt die Bindung
Schwester Veronika erhält von der Kongregationsleiterin Schwester Regina (re.) den Ring mit dem franziskanischen Signet – ein Zeichen der nie endenden Treue Gottes. Foto: Franziskusschwestern

Wenn eine Schwester ihre Profess auf Lebenszeit ablegt, bedeutet das ein Fest mit vielen Gästen – aber nicht zu Zeiten der Corona-Pandemie. Schon vor einem Jahr wollte sich Schwester Veronika auf Lebenszeit an die Kongregation der Franziskusschwestern binden. Zu diesem Ereignis gehört es, dass viele dabei sind, denn Profess bedeutet, ein öffentliches Versprechen abzulegen.

Eine großere Öffentlichkeit war im vergangenen Jahr pandemiebedingt nicht möglich. Voll Hoffnung verschob man deshalb das Fest um ein Jahr. Nun waren die Regeln aber genauso streng. Mit wenigen Anwesenden feierte somit Schwester Veronika ihre Ewige Profess mit Erzbischof Ludwig Schick in der Mutterhaus-Kapelle. Schon am Vorabend stimmte Schwester Philippa Schwester Veronika und die Schwestern des Mutterhauses im Rahmen der Vesper auf den Tag ein.

Der brennende Dornbusch im Mittelpunkt der Predigt

Im Zentrum ihrer Predigt stand die Erzählung, wie sich Mose in der Wüste neugierig dem brennenden Dornbusch näherte. Schwester Philippa zeigte auf, dass überall wo wir sind, in unserem Alltag, ein Ort ist, an dem Gottesbegegnung stattfinden kann: „Ein Ort, an dem Gott uns bei unserem Namen ruft. Und unsere Reaktion darauf ist unser ,Hier bin ich!'“.

Schwester Veronika: Ein Ring bezeugt die Bindung
Vor Ablegung der Ewigen Profess legt sich Schwester Veronika auf den Boden, als Zeichen ihrer Hingabe. Foto: Franziskusschwestern

So antwortete auch Schwester Veronika als die Kongregationsleiterin Schwester Regina sie zu Beginn des Gottesdienstes mit ihrem Namen aufrief: „Hier bin ich!“ Die biblischen Texte erzählten vom Feuer, das nicht verbrennt (Mose am Dornbusch) und brennenden Herzen (Emmaus-Erzählung). Es sind Suchende, die sich auf den Weg machen, mit all ihren Zweifeln und letztlich Gott begegnen, so Erzbischof Ludwig Schick. In seiner Ansprache lenkte er den Blick auf Mose und die Emmausjünger, Veronika und Franziskus, deren Glauben bis heute Ermutigung sei.

„Schwester Veronika darf sich in die Reihe dieser Suchenden stellen, so wird unser Leben und ihres glücklich und fruchtbar werden für Friede und Heil“, erklärte der Erzbischof.

Anschließend versprach Schwester Veronika Christus nachzufolgen und das Evangelium zu achten. Die Form dafür sind die Regeln der Brüder und Schwestern vom Orden des Heiligen Franziskus und die Konstitutionen der Kongregation. Dieses Versprechen bekräftigte sie anschließend durch ihre Unterschrift. Mit dem Ring trägt sie nun auch das äußere Zeichen ihrer lebenslangen Zugehörigkeit zur Kongregation.

Langsam in die Ordensgemeinschaft gewachsen

„Meinen ersten Kontakt mit den Franziskusschwestern hatte ich während der Kar- und Ostertage 2009. Im Internet habe ich auf der Seite der Schwestern das Angebot entdeckt die Kar- und Ostertage im Mutterhaus zu verbringen. Von der ersten Minute an hatte ich mich damals wohlgefühlt und durfte mit den anderen Gästen eine wunderbare Zeit verbringen. Damals habe ich noch nicht daran gedacht, später einmal hier einzutreten. Es war für mich eher ein wunderbarer Ort, um gemeinsam mit anderen Glaubenden und Suchenden Ostern zu feiern, abseits von meinem Alltag zur Ruhe zu kommen und einen schönen Urlaub zu verbringen“, brichtete Schwester Veronika.

Schwester Veronika: Ein Ring bezeugt die Bindung
Nach dem Gottesdienst zur Ewigen Profess: (v. li.) Schwester Veronika, Kongregationsleiterin Schwester Regina, Kongregat... Foto: Franziskusschwestern

Aufgrund dieser Erfahrungen hat sie in den nächsten zwei Jahren noch öfters einige Urlaubstage bei den Schwestern verbracht. In dieser Zeit durfte sie sowohl einzelne Schwestern als auch das gemeinsame Stundengebet kennenlernen. „Im Sommer/Herbst 2010 habe ich dann mehr und mehr gespürt, dass das Leben in einer Ordensgemeinschaft auch mein Weg sein könnte. Daraufhin hat sich mein Kontakt zu den Schwestern intensiviert. Ich bin öfters, meist jedoch nur am Wochenende nach Vierzehnheiligen gefahren, habe dort meine Freizeit verbracht und durfte in dieser Zeit das Leben und den Alltag der Schwestern genauer kennenlernen. In dieser Zeit ist der Wunsch, in die Kongregation der St. Franziskusschwestern einzutreten immer weiter gewachsen“, fügte sie an.

Schwester Veronika wurde 1986 in Weißenburg (Bistum Eichstätt) geboren und auf den Namen Karolin getauft. 2005 legte sie das Abitur ab und danach folgte ein Studium an der technischen Hochschule Nürnberg mit dem Studienfach Bauingenieurwesen. Von Januar 2010 bis März 2011 schloss sich am staatlichen Bauamt Nürnberg eine Beamtenausbildung beim Freistaat Bayern in der Staatsbauverwaltung mit dem fachlichem Schwerpunkt „Bautechnischen und umweltfachlichen Verwaltungsdienst“ an.

Karriere bei der Autobahndirektion

Nach der bestandenen Qualifikationsprüfung folgte eine Anstellung bei der Autobahndirektion Nordbayern in der Planungsabteilung. Am 4. Oktober 2011 trat Karolin Kress bei den Franziskusschwestern von Vierzehnheiligen ein. Am 21. April 2014 wurde Karolin eingekleidet und erhielt den Namen Schwester Veronika. Im zweiten Noviziatjahr besuchte sie ein Praktika bei der Obdachlosenhilfe der Caritas in Nürnberg und bei „Beruf der Kirche“ im Bamberg. Ein zweimonatiger Indien-Aufenthalt bei den Schwestern in Tamil Nadu folgte. Am 23. April 2016 war ihre erste Profess. Ab 1. Juli 2016 nahm sie die berufliche Tätigkeit bei der Autobahndirektion Nordbayern als Technische Oberinspektorin (TOI) wieder auf. 2017 folgte die Beförderung zur „Technischen Amtsfrau“ bevor dann zum Jahresbeginn 2018 der Wechsel an das Staatliche Bauamt Nürnberg folgte.

Dort erfolgte im April 2019 die Ernennung zur stellvertretenden Abteilungsleiterin und Sachgebietsleiterin.

 

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