BAD STAFFELSTEIN/COBURG

Schläge beim Bierfest: Krug auf dem Kopf zerschmettert

Schläge beim Bierfest: Krug auf dem Kopf zerschmettert
Nicht jeder verköstigt den Gerstensaft beim Bierbrauerfest Bad Staffelstein so friedlich wie dieser Gast. Mit einem Vorfall besonders drastischer Art beschäftigt sich derzeit das Landgericht Coburg. Dabei geht es um versuchten Totschlag – mit einem Steingutkrug. Foto: SymbolAndreas Welz

Blut floss beim Bierbrauerfest im August 2019 in Bad Staffelstein: Ein angetrunkener Mann schlug einem Festbesucher einen Bierkrug so wuchtig gegen den Kopf, dass der Steinguthumpen zu Bruch ging. Wegen dieses Angriffs muss sich jetzt ein 31-Jähriger aus Bad Staffelstein wegen versuchten Totschlags am Landgericht Coburg verantworten.

Die Anklage der Coburger Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beschuldigte „bewusst in Kauf genommen hat, seinem Opfer lebensgefährliche, im schlimmsten Fall tödliche Verletzungen zuzufügen“. Am Montag erklärte der 31-Jährige der Strafkammer unter dem Vorsitz von Richter Dr. Christoph Gillot seine Version der Ereignisse. Er rauche regelmäßig Cannabis, und zwar, um seine von den Bandscheiben herrührenden Schmerzen zu lindern. Auch vor dem Besuch der Bierbrauerfests habe er einen Joint geraucht. Dazu kam Bier: „In vielleicht drei Stunden habe ich fünf, sechs Bier getrunken.“

Nach sechs Bier und einem Joint fühlt er sich provoziert

Der Angeklagte sagte, er habe sich provoziert gefühlt. Er sei an einem Tisch mit einigen Leuten ins Gespräch gekommen. Plötzlich habe ihn ein Mann angeschrien, er solle verschwinden. Der 31-Jährige dachte jedoch nicht daran, dieser Aufforderung nachzukommen. Plötzlich sei ein anderer Mann von der Seite gekommen und habe ihm mehrere Male ins Gesicht geschlagen. Da habe der 31-Jährige mit seinem von zu Hause mitgebrachten Bierkrug zugeschlagen. Vor Gericht meinte er jetzt: „Ich bin selbst erschrocken.“ Der Krug zerbrach, zum Glück für den Angeklagten nicht aber der Kopf des Opfers, das neben Kopfschmerzen Schnittverletzungen am linken Ohr erlitt.

Mittlerweile waren laut Anklage viele Festbesucher auf den 31-Jährigen aufmerksam geworden, der „laut herumgrölte“. Mit einem Schubser und den Worten „jetzt lauf halt weiter“ habe ihn ein Festbesucher bewegen wollen, das Feld zu räumen. Da habe sich der Angeklagte umgedreht und diesen Mann mit einem Faustschlag ins Gesicht zu Boden gestreckt. Auch diese Situation schilderte der Beschuldigte etwas anders. Er sei von hinten geschlagen worden und habe entsprechend reagiert.

Zwei Polizeibeamten gelingt es, den aggressiven Mann niederzuringen

Schließlich traf die Polizei ein. Wiederum sei er provoziert worden, meinte der 31-Jährige. Die Beamten seien gleich auf ihn losgegangen. Anders die Aussage eines der Polizisten: „Er hat sich aggressiv verhalten.“ Zu zweit sei es den Polizisten schließlich gelungen, den Angetrunkenen zu Boden zu ringen und ihm Handschellen anzulegen. Bei Richter Gillot entstand der Eindruck, der 31-Jährige wolle seine Ausraster rechtfertigen. Der beteuerte, dass dies nicht stimme. Er habe die Geschichte lediglich aus seiner Erinnerung erzählt und bereue, was er getan habe. „Ich war nicht mehr Herr der Lage“, so der Angeklagte. Er hätte einfach nicht so heftig reagieren dürfen.

Die Verhandlung wird am Dienstag, 14. Juli, um 9 Uhr fortgesetzt.

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