ALTENBANZ

Projekt Naturfriedhof Altenbanz nimmt eine wichtige Hürde

Bei Altenbanz soll im Wald ein Naturfriedhof entstehen. Foto: Markus Drossel

Inmitten über 100 Jahre alter Buchen und Eichen soll im Bereich des Katzenbachtals ein Friedhof der besonderen Art entstehen: Hier sollen laut Förster Sebastian Huth, Betriebsleiter des Herzoglich Bayerischen Forstguts Banz, möglichst schon ab Anfang 2023 erste Verstorbene im Boden am Fuße der Bäume ihre letzte Ruhe finden. Es wäre der erste Naturfriedhof im Kreis. Doch dafür galt es zunächst in der jüngsten Stadtratssitzung, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufzustellen und den Flächennutzungsplan zu ändern.

Im Wald unweit von Altenbanz könnte der erste Naturfriedhof des Landkreises entstehen. Foto: Markus Drossel

Landschaftsplanerin Miriam Glanz aus Leutershausen stellte das Projekt vor, das in sechs Bauabschnitte im Forst von der Erbprinzessin Sophie unterteilt ist. Das Gelände liegt rechterhand in der Verlängerung der Straße „In der Au“ rund 200 Meter außerhalb von Altenbanz. Ausgangspunkt sind zwei bereits vorhandene Forstwege im rund 14 Hektar großen Areal, die auch weiterhin erhalten und befahrbar bleiben. Im unteren Bereich des sanften Hangs sollen 31 Parkplätze entstehen. Unter den Grabbäumen sollen ausschließlich Bestattungen in kompostierbaren Urnen stattfinden. Einfache Grabsteinmarkierungen aus Sandstein, mit Namen versehen, sollen der Erinnerung dienen. Eine bislang landwirtschaftlich genutzte Fläche wird zur Wildobstwiese aufgeforstet, im Schatten der Bäume sollen mittelfristig auch Stätten der letzten Ruhe entstehen. Das wäre dann, so Huth, seines Wissens nach in ganz Süddeutschland einmalig. Da auch ein Naturfriedhof eingefriedet sein muss, werden wohl Holzpfosten aufgestellt, die mit Kordeln verbunden werden. Lediglich ein Gebäude soll entstehen, für die Lagerung von Geräten, für Besprechungen und für die Notdurft. Überdacht werden sonst nur die beiden Gedenkplätze für die Aussegnung. Ansonsten aber bleibt der Wald natürlich, wird bis auf die direkten Wege nicht gemäht, wie Winfried Ernst erfragte. Wenngleich er nach deutschem Gesetz dann kein Wald mehr ist, sondern eine öffentliche Grünfläche.

Harald Konietzko (SPD) wollte wissen, ob Arbeitsplätze entstünden. Zumindest würden vorhandene unterstützt, so Miriam Glanz. Den Bedenken von Jürgen Hagel, (CSU), dass die Parkplätze bei Beerdigungen nicht reichen könnten, entgegnete Sebastian Huth damit, dass man an der Kellerwiese diesbezüglich Stellplätze anbieten wolle.

Hagel fügte an, dass die Reaktion aus der Bevölkerung bezüglich Naturfriedhof positiv sei. Und Landschaftsplanerin Miriam Glanz rechnet persönlich mit einer sehr hohen Nachfrage. (mdr)

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