BAD STAFFELSTEIN

Photovoltaik-Anlagen auf Denkmälern in Bad Staffelstein?

Photovoltaik-Anlagen auf Denkmälern in Bad Staffelstein?
So könnte das Dach des Fachwerkrathauses mit Photovoltaik-Modulen aussehen. Foto: Fotomontage: Markus Drossel

Das dreigeschossige Fachwerkrathaus mit seinem Zierfachwerk, die katholische Pfarrkirche Sankt Kilian, der Bamberger Torturm oder die vielen Baudenkmäler entlang der Bamberger, Lichtenfelser, Horsdorfer und Bahnhofstraße: Das Altstadt-Ensemble von Bad Staffelstein innerhalb des Befestigungsrings aus dem 14. und 15. Jahrhundert ist eine wahre Pracht. Photovoltaik- und Solarthermieanlagen sieht man keine. Wenn es sie gibt, dann sind sie versteckt. Doch kann sich das Bad Staffelstein überhaupt noch leisten, in Zeiten immer weiter steigender Energiepreise? Der zweite Teil der Umfrage bei den Stadtratsfraktionen.

Jürgen Hagel (CSU): darf kein generelles Tabu sein

„Denkmalgeschützte Häuser dürfen kein generelles Tabu für Solarthermie und Photovoltaik sein“, betont Jürgen Hagel für die CSU-Fraktion. „Grundsätzlich steht aus unserer Sicht eine Ausstattung mit einer denkmalgerechten Gestaltung, sprich Farbgestaltung und Materialwahl, solcher Anlage nichts im Weg.“ Das Landesamt für Denkmalpflege und die Landesregierung würden dies mittlerweile genauso sehen.

„Eine denkmalgerechte PV-Anlage sollte den denkmalpflegerischen Mehraufwand zugerechnet werden und wäre dann entsprechend förderfähig. Hierdurch würden Anreize geschaffen Häuser entsprechend auszustatten. Hinzu kommt der steuerliche Anreiz.“

Volker Ernst (FW): Auf keinen Fall auf Rathaus oder Stadtturm

„Ein No-Go sind die Dächer von besonderes schutzwürdigen Gebäuden, beispielsweise Rathaus oder Stadtturm“, antwortet Volker Ernst von der Fraktion der Freien Wähler. Gleiches gilt für ihn für das Gebäude des früheren Gasthofs Adam Riese und den Stadtturm. „Dagegen sollten die Dächer von Schulen, Sporthallen und gewerblich genutzten Gebäuden unbedingt genutzt werden, ebenso von sonstigen städtischen Gebäuden.“

Wären auch Photovoltaik-Module auf dem Dach der katholischen Pfarrkirche Sankt Kilian vorstellbar? Foto: Markus Drossel

Auch das Gebäude, in dem früher die Hypo-Bank war und das heute der Stadt gehört und das Bären-Areal könnte laut Ernst mit Photovoltaik- oder Solaranlagen bedacht werden, und zwar in den von der Straßenseite abgewandten Bereichen.“ Ernst fügt ergänzend an: „Der Ausschuss für Klima und Energie hat es sich ja um Ziel gesetzt, pro Jahr zwei städtische Gebäude mit Photovoltaikanlagen auszustatten.“

Werner Freitag (Grüne/Sbun): Ziel muss autarke Energieversorgung sein

Ein generelles Nein zu einer Solaranlage auf dem Rathaus? Werner Freitag (Grüne/Staffelsteiner Bürger für Umwelt und Naturschutz) sieht das anders. „Der Stadtrat hat die Zeichen der Zeit erkannt und hat die Altstadtsatzung geändert, die auch Photovoltaikanlagen im Altstadtensemble möglich macht. Wir unterstützen diese Möglichkeit“, sagt er.

„Es gibt bereits positive Beispiele, die eine Photovoltaikanlage auf historischen Gebäuden gut integrieren. Wir leben in einer Zeitenwende und das Ziel der Stadt muss eine autarke Energieversorgung sein.“ Und deswegen möchte er auch die Möglichkeit für Rathaus, Hypo-Bank oder Bären-Areal nicht verwehren.

Dieter Leicht (SPD): Einzigartige Gebäude nicht verändern

Etwas anders sieht das Dieter Leicht (SPD), der Dritte Bürgermeister. „Historisch einzigartige Gebäude sollten in ihrer Gänze unverändert bleiben und einem besonderen Schutz unterliegen“, meint er. „Unbedingt genutzt werden sollten alle Industriebauten wie Einkaufmärkte und andere, öffentliche Gebäude wie Feuerwehr, Wohnhäuser, insbesondere in Neubaugebieten.“

Jedoch: „Stadtturm, Sankt Kilian und die weiteren Kirchengebäude würden wir zunächst ausnehmen. Bei Gebäuden wie der ehemaligen Hypo-Bank, dem Adam-Riese-Gasthaus oder dem Bären-Areal gibt es mit Sicherheit Flächen, die ohne weiteres genutzt werden könnten.“

Holger Then (JB): Gebäude mit exponierter Lage ausnehmen

Für die Fraktion der Jungen Bürger antwortet Holger Then, der Zweite Bürgermeister. „Gotteshäuser, das Rathaus und der Stadtturm sollten aufgrund ihrer besonderen exponierten Lage ausgenommen werden. Alle anderen Dächer, sollte die Gestaltungssatzung eingehalten werden, sind zu begrüßen“, findet er. „Da gibt es aktuell noch genug Potenzial auf anderen Dächern. Im Rahmen des Bärenprojektes werden die erneuerbaren Energien ganz sicher eine wichtige Rolle spielen. Auch auf dem Bahnhofsgebäude sehen wir keine Probleme.“

Neben Photovoltaikanlagen auf Hausdächern gibt es auch die Möglichkeit, diese auf freie Flächen außerhalb der Bebauung zu errichten. Was die Fraktionen zu den Freiflächenanlagen meinen, wird im dritten Teil der Serie beantwortet.

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