EBENSFELD

Pater Lijoy übernimmt Amt des neuen Kaplans in Ebensfeld

Pater Lijoy übernimmt Amt des neuen Kaplans in Ebensfeld
Seit Anfang Oktober hält Pater Lijoy Gottesdienste in der Pfarrei Ebensfeld. Am Christköngsonntag findet sein Einführungsgottesdienstin der katholischen Pfarrkirche statt. Foto: Gerd Klemenz

Am 1. September wurde Rudolf Scharf aus Altersgründen nach 25 Jahren als Pfarrer von seiner Pfarrei Ebensfeld und den Kuratie Eggenbach sowie der Pfarreien Döringstadt, Prächting und Kleukheim entbunden. Seit 5. Oktober ist nun mit Pater Lijoy Jacob Thanikkal ein neuer Seelsorger vor Ort im Seelsorgebereich Gottesgarten. Erzbischof Dr. Ludwig Schick hat ihn mit Zustimmung des indischen Provinzials zum Kaplan ernannt.

Der 44-Jährige strahlt Zuversicht und Elan aus. Er freut sich auf die neue Herausforderung. „Ich muss mich in den Ablauf der Kirche vor Ort einbringen und menschenfreundliche Predigten halten“, betont er. Kommunikation nennt er als Basis für ein gelingendes Miteinander. Nach jedem Gottesdienst könnten die Gläubigen gerne mit ihm das Gespräch suchen.

Wie jeder Mensch braucht auch ein Geistlicher Ruhepole. „Ich bin ein Tierliebhaber und sehr gerne in der Natur unterwegs“, erklärt er.

„Bei Dienstgesprächen habe ich schon mit den anderen Geistlichen Kontakt aufgenommen, sie zeigten sich alle als sehr hilfsbereit.“
Pater Lijoy Jacob Thanikkal, Seelsorger für Ebensfeld, Eggenbach, Döringstadt, Prächting und Kleukheim

Lobende Worte findet er für die geleistete Arbeit seines Vorgängers in Ebensfeld. „Bei Dienstgesprächen habe ich schon mit den anderen Geistlichen Kontakt aufgenommen, sie zeigten sich alle als sehr hilfsbereit“, freut sich der neue Kaplan.

Am Christkönigsonntag, 22. November, um 16 Uhr findet der Einführungsgottesdienst von Kaplan Pater Lijoy in der Ebensfelder Pfarrkirche Mariä Verkündigung zusammen mit Pfarradministrator Georg Birkel statt. Unter den gültigen Corona-Auflagen.

Im Zuge der kirchlichen Neustrukturierung gibt es einen leitenden Pfarrer, in diesem Fall Stadtpfarrer Georg Birkel aus Bad Staffelstein. Für Ebensfeld und Kleukheim obliegt Pfarrer Georg Birkel nur der Bereich Finanzen und Verwaltung. Auch wenn sich seine Tätigkeitsbezeichnung „Kaplan“ nennt, ist Pater Lijoy vor Ort der Seelsorger.

Nicht Pilot geworden, aber schon viel herumgekommen

Hätte er aber seinen Kindheitstraum verwirklicht, wäre alles anders gekommen. „Eigentlich wollte ich immer Pilot werden. Mein Vater war einmal beruflich in Mombaya (in Zentral-Indien). Wir haben dort in der Nähe des Flugplatzes gewohnt, und jeden Tag sind wir dort herumgelaufen. Da hab ich als Dreijähriger immer die Flugzeuge gesehen und war begeistert“, erzählt er lächelnd.

Pater Lijoy übernimmt Amt des neuen Kaplans in Ebensfeld
Pater Lijoy am Schreibtisch im Ebensfelder Pfarrhaus. Foto: Gerd Klemenz

Seit September 2017 war Pater Lijoy zur seelsorglichen Mitwirkung drei Jahre lang im Seelsorgebereich Erlangen-Süd in der Gemeinde Heilig Kreuz in Erlangen/Bruck eingebunden. „Zuvor wurde ich drei Monate zur Mitarbeit nach Bad Reichenhall gesendet. In der dortigen Stadtpfarrkirche war ich als Vertretung eingesetzt. Das war eine wunderbare Erfahrung für mich“, erinnert er sich.

„Jedes Jahr gab es

damals eine Priesterweihe, und so wuchs in dieser Zeit in mir auch der Gedanke, Priester zu werden.“

Pater Lijoy Jacob Thanikkal, Kaplan

Ursprünglich kommt Pater Lijoy aus Kerala am Arabischen Meer, einem Bundesstaat im südwestlichen Indiens. Er wurde im kleinen Dorf Puthenpeedika, nahe der Stadt Thissur (Kultur-Hauptstadt von Kerala) als Ältester von drei Kindern geboren. Dort verbrachte er seine Kinder- und Jugendzeit. „Ich hab in der Kirche sehr gerne ministriert, war selbst auch Oberministrant. Jedes Jahr gab es damals eine Priesterweihe, und so wuchs in dieser Zeit in mir auch der Gedanke, Priester zu werden. Ich fühlte diese Berufung in mir als Wunsch, den Glauben an Menschen in der Pfarrarbeit zu teilen. Aus meiner Schulklasse sind vier Mitschüler Priester geworden“, erzählte der Karmelitenpater.

„Eine Grundlage für meine Berufung haben meine Großeltern sowie zwei Tanten gelegt. Mein Ur-Großvater war ein sehr gläubiger Mensch, und meine Tanten gehörten einer Ordensgemeinschaft an. Auch mein Cousins, Pater Joseph CMI und Pater Francis O. Carm., haben mich dazu angeregt. Nach dem Gymnasium bin ich in das Seminar der Ordensgemeinschaft der Karmeliten eingetreten“, fügte er an.

Nach der Priesterweihe schon mit vielen Aufgaben betraut

Nach dem anschließenden einjährigen Noviziat begann Lijoy Jacob ein Studium in Theologie und Philosophie. Seine Ewige Profess war am 24. Mai 2003. 2004 wurde er in St. Antony?s Church Arimbur von Erzbischof Andrew Thazhathu zusammen mit einem Mitbruder zum Priester geweiht. Sein Primizspruch lautete: „Lasst ab und erkennt, dass ich Gott bin“ (Ps 46/11).

Pater Lijoy übernimmt Amt des neuen Kaplans in Ebensfeld
Pater Lijoy ist seit Oktober Kaplan im Seelsorgebereich Gottesgarten. Foto: Gerd Klemenz

„Nach der Priesterweihe war ich ein Jahr in einer Pfarrei tätig. Danach zwei Jahre als Direktor und Priesterausbildungshelfer und gab gleichzeitig Literatur in der Oberstufe unserer Ordensschule. Dann zog ich um in ein anderes Seminar als Rektor und Pfarrer“, erzählt der naturverbundene Geistliche. Später war Lijoy Jacob vier Jahre an der Loyola Universität von Maryland (USA), wo er Psychologische Therapie (Beratung) studierte. In dieser Zeit war er im Erzbistum Washington an der Antonios-Kirche priesterlich tätig.

Im Karmelitenkloster in Bamberg Deutschkenntnisse vertieft

„Danach bin ich nach Indien zurück und habe drei Jahre als Pfarrer und Direktor in einem Altenheim der Diözese Mananthavady gearbeitet“, so Pater Lijoy. „Von meinem Provinzoberen wurde ich dann 2016 gebeten, nach Europa zu gehen, um in der Pastoral mitzuarbeiten. Darauf bereitete ich mich in einem achtmonatigen Deutschkurs vor. Kurz vor Weihnachten 2016 kam ich dann in Bamberg an und wohnte dort in einem Karmelitenkloster. Hier konnte ich wiederum meine Deutschkenntnisse durch weitere Kurse vertiefen“, fügt der Karmelitenpater an.

„Ich habe immer diesen Eindruck, dass Deutschland ein wunderschönes Land ist. Ich war sehr froh, dass ich hier pastorale Arbeit verrichten kann“, so der Kaplan Pater Lijoy zum Schluss.

Schlagworte