BAD STAFFELSTEIN

Nur Notbetreuung in Kitas in Ebensfeld und Bad Staffelstein

Nur Notbetreuung in Kitas in Ebensfeld und Bad Staffelstein
Auch während der Notbetreuung wird in der katholischen Kindertagesstätte St. Anna in Bad Staffelstein auf eine Reduktion der Kontakte geachtete. Foto: Bettina Dirauf

„Wir haben unseren letzten Kindergartentag am 23. Dezember“, stellte Monique Gernert, Erzieherin in der katholischen Kindertagesstätte St. Anna in Bad Staffelstein, noch Anfang letzter Woche am Telefon klar. Dass ihr Kindergarten nur neun Tage später schließen muss, ahnte sie zu diesem Zeitpunkt ebenso wenig wie ihre Kolleginnen und Kollegen der evangelisch-lutherischen Kindertagesstätte Bad Staffelstein und der katholischen Kindertagesstätte St. Michael in Ebensfeld.

Dass nun alles anders kam, als geplant, ist für alle Beteiligten eine schwierige, aber nicht ungewohnte Situation. „Man muss in dieser Zeit einfach sehr flexibel sein“, fasst Lena Hertel, Erzieherin in der Kinderkrippe der evangelischen Kindertagesstätte Bad Staffelstein die Situation zusammen. Drei von 13 Kleinkindern sind am ersten Tag des Lockdowns zu ihr und ihren Kolleginnen und Kollegen in die Kinderkrippe gebracht worden. Ulli Zenk, Leiterin der katholischen Kindertagesstätte St. Michael in Ebensfeld, schätzt, dass in ihrer Einrichtung etwa ein Viertel aller Kinder durch die Notbetreuung beaufsichtigt werden müssen. Das wären knapp 50 Kinder.

Auch der St. Anna Kindergarten in Bad Staffelstein hat seit Mittwoch den regulären Betrieb auf eine Notbetreuung umgestellt. Erzieherin Monique Gernert erklärt: „Die Eltern haben es gut aufgefasst. Es sollen ja die Kontakte so gering wie möglich gehalten werden. Es kommen die Kinder, bei denen die Eltern die Betreuung im Moment einfach nicht gewährleisten können, weil sie arbeiten müssen.“

Nur Notbetreuung in Kitas in Ebensfeld und Bad Staffelstein
Angesichts der sich schnell verändernden Lage ist Flexibilität in der evangelisch-lutherischen Kindertagesstätte Bad Sta... Foto: Bettina Dirauf

Die Erzieherinnen und Erzieher sind im St. Anna Kindergarten derzeit ganz regulär anwesend. „Das Personal ist in seinen festen Gruppen mit den zugehörigen Kindern. Es wird da nicht weiter gewechselt oder hin und her gesprungen, um einfach auch da die Kontakte so gering wie möglich zu halten“, schildert Erzieherin Monique Gernert das Vorgehen in der Kath. Kindertagesstätte St. Anna.

Sehr schwierig zu entscheiden, wer kommen darf und wer nicht

Welche Eltern ein Recht auf die Notbetreuung haben, ist im Gegensatz zu den Schulen für die Kindertagesstätten allerdings nicht klar geregelt. Das beklagt Kindergartenleiterin Ulli Zenk: „Bei uns ist es sehr schwammig und offen gehalten. Da ist es sehr schwierig, zu entscheiden, wer kommen darf und wer nicht.“ Vor einem ähnlichen Problem standen die Kindertagesstätten übrigens Anfang des Monats, als etwaige vorgezogene Weihnachtsferien und zusätzliche Schließtage noch Thema waren. Bereits da hatte das zuständige Staatsministerium keine Antwort darauf, welchen Eltern bei vorgezogenen Weihnachtsferien ein Recht auf eine Notfallbetreuung haben.

Tatsächlich legt das bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus klare Bedingungen fest, die gegeben sein müssen, damit Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen eins bis sechs Anspruch auf eine Notbetreuung während des aktuellen Lockdowns haben. Dazu gehören etwa, dass Eltern ihren Jahresurlaub bereits aufgebraucht haben müssen oder vom Arbeitgeber nicht freigestellt werden können.

Auch wenn beide Elternteile in einem systemrelevanten Beruf arbeiten, selbstständig beziehungsweise freiberuflich tätig oder alleinerziehend sind, darf der Nachwuchs die Notbetreuung in der Schule in Anspruch nehmen.

Nur Notbetreuung in Kitas in Ebensfeld und Bad Staffelstein
In der katholischen Kindertagesstätte St. Michael in Ebensfeld wird damit gerechnet, dass ein Viertel aller Kinder durch... Foto: Bettina Dirauf

Dagegen sind die Vorgaben des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales für die Kindertagesstätten deutlich ungenauer. So dürfen alle Eltern, welche die Betreuung ihres Kindes nicht auf andere Weise sicherstellen können, insbesondere, wenn sie ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen müssen, ihr Kind in die Notbetreuung geben.

Eine genauere Spezifizierung der Berufstätigkeit ist nicht gegeben. „Es liegt dann an uns in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt, dass wir irgendwie eine gute Lösung finden müssen“, so Ulli Zenk.

Vollumfängliche Versorgung in den Kitas ist garantiert

Natürlich ist trotz aller Ungenauigkeiten im Rahmen der Notfallbetreuung eine vollumfängliche Versorgung der Kinder in den Kindertagesstätten garantiert. Das gelingt, weil unzählige Erzieherinnen und Erzieher in den örtlichen Kinderkrippen und -gärten alles dafür tun, die Eltern im Rahmen des Möglichen zu entlasten und den Kindern in der Notbetreuung eine schöne restliche Adventszeit zu bescheren.

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