BAD STAFFELSTEIN

Neuer Verein will den Gottesgarten am Obermain bewahren

Neuer Verein will den Gottesgarten am Obermain bewahren
Am Fuße des Vierzehnheiligener Berges fand die Gründungsversammlung des Vereins zum Erhal der einzigartigen Kulturlandschaft statt. Das Führungsteam mit 1.Vorsitzendem Michael Endres (4.v. re.), 2. Vorsitzenden Stefan Sniehotta (5.v. re.), Schriftführerin Claudia Wiesner (2.v. re... Foto: Isabel Peschel

Eine anmutige Landschaft mit drei Kulturdenkmälern europäischen Ranges – und das alles im Stadtgebiet von Bad Staffelstein. Dies war für Bürger aus Bad Staffelstein, Lichtenfels und angrenzenden Landkreisen Grund genug, einen Verein zum Erhalt und Schutz dieser einzigartigen Landschaft zu gründen.

Schon im vergangenen Jahr hatte Bezirksheimatpfleger Professor Günter Dippold erklärt: „Das Tal ist schon stark geschunden. Jetzt muss Schluss sein!“ Deshalb müsse nunmehr gut auf die Reste dieses kulturgeschichtlich bedeutsamen Landstrichs geachtet werden.

Nach Feststellung der Gemeinnützigkeit des Satzungsentwurfes fand jetzt in Grundfeld die Gründungsversammlung statt. Interessierte Bürger aus der Umgebung diskutierten ausgiebig, beschlossen die Satzung und wählten einstimmig den Vorstand. Zum Vorsitzenden wurde Michael Endres, zum stellvertretenden Vorsitzenden Stefan Sniehotta gewählt. Johannes Hochwart ist Kassier, Claudia Wiesner die Schriftführerin.

Endres: Eingriffe müssen mit den Kulturgütern vereinbar sein

Einzigartige Kulturlandschaft: Blick auf Kloster Banz und das Maintal. Foto: Sascha Ott

„Der Erhalt und Schutz dieser einzigartigen Kulturlandschaft ist unser aller Aufgabe. Sie ist der Hauptauftrag des Vereins“, betonte der frischgebackene Vorsitzende Michael Endres. „Wir wollen die reizvolle Landschaft in der jetzigen Form bewahren. Weitere Eingriffe müssen mit der Gesamtwirkung unserer überregional bedeutsamen Kulturgüter vereinbar sein.“

Als Vereinszweck haben die Gründungsmitglieder insbesondere den Schutz der Kulturlandschaft „Gottesgarten“ am Obermain mit den in Blickbeziehung stehenden berühmten Einzeldenkmälern Vierzehnheiligen, Kloster Banz und Staffelberg in ihre Satzung geschrieben: „Die Landschaft um Bad Staffelstein hat einen besonderen Reiz, den Einheimische wie Fremde schätzen. Von allen drei Kulturdenkmälern – vom Plateau des Staffelberges im Süden, des Klosters Banz im Nordwesten und der Basilika Vierzehnheiligen im Osten – hat man den Blick in diese einzigartige Kulturlandschaft.“ Als Wermutstropfen falle allerdings der Bau eines Industriegebäudes bei Seubelsdorf ins Auge. „Die Bebauung des Tals durch solch überdimensionierte Bauten darf nicht fortgesetzt werden“, betonte Michael Endres.

„Touristen aus nah und fern kommen an den Obermain. Mittlerweile wird durch den Tourismus ein zweistelliger Millionenbetrag erwirtschaftet.“
Stefan Sniehotta, 2. Vorsitzender

„Jeder Acker, jedes Feld bringt Nahrung für uns alle. Wenn diese Flächen mit Gewerbehallen überbaut würden, gingen sie der Landwirtschaft verloren; die Versorgung mit Lebensmitteln aus der Heimat würde in Krisenzeiten immer schwieriger“, meinte Anton Reinhardt, Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz. Die Coronakrise lehre den achtsamen Umgang mit der Schöpfung: „Es ist höchste Zeit, dass wir uns wieder auf das Wesentliche besinnen: den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Dazu gehört die Wertschätzung unseres Grunds und Bodens, der für die heimatnahe Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte unabdingbar ist. Gerade in Notzeiten ist die Selbstversorgung aus heimischen Rohstoffen und Böden überlebensnotwendig.“

"Ich wollt, mir wüchsen Flügel": Von der steinernen Krone des Staffelbergs hinab in den "Gottesgarten am Obermain" gebli... Foto: Markus Drossel

Stellvertretender Vorsitzender Stefan Sniehotta hob die Bedeutung des sanften Tourismus hervor: „Touristen aus nah und fern kommen an den Obermain und sind von der herausragenden Kulturlandschaft fasziniert. Mittlerweile wird durch den Tourismus ein zweistelliger Millionenbetrag erwirtschaftet. Er ist eine der größten Einnahmequellen für Bad Staffelstein.“ Schriftführerin Claudia Wiesner mahnte: „Gerade in der jetzigen Situation hat sich der Wert der Landschaft als Naherholungsraum für Einheimische und als Ziel für Touristen aus anderen deutschen Regionen erwiesen. Der Stadt Bad Staffelstein kommt deshalb eine enorme Verantwortung zu und muss aus Sicht unseres Vereins diese auch verstärkt berücksichtigen.“

Wie kann man den Verein unterstützen?

„Mitglied kann jeder werden, der den Gottesgarten mag, der für den Erhalt dieser Landschaft steht und der einen kleinen oder großen Beitrag für etwas Einzigartiges tun will“, warb Kassier Johannes Hochwart. Der Mindestmitgliedsbeitrag in Höhe von jährlich zwölf Euro sei bewusst niedrig gehalten, denn alle, die den Gottesgarten schützen wollen, seien willkommen.

Informationen gibt's auf der Homepage des Vereins unter www.freunde-gottesgarten.de.

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