VIERZEHNHEILIGEN

Mit Mundschutz zum "heiligen Berg"?

Mit Mundschutz zum „heiligen Berg?“
Wallfahrten in Vierzehnheiligen: Auf solche Bilder muss man zumindest bis Ende August verzichten. Ob die Wallfahrten im September und Oktober stattfinden können, lässt sich im Moment noch nicht vorhersagen. Im Bild die Kindergartenwallfahrt von St. Bernhard Klosterlangheim. Foto: Gerd Klemenz

Der Grundgedanke einer Wallfahrt ist gerade in schlechten Zeiten, durch gemeinsames Singen und Beten Gott zu danken und eine Verbesserung der Lebensumstände herbeizuführen. Ist aber in Zeiten der Corona-Krise überhaupt eine gemeinsame Wallfahrt möglich? Man hat große Verantwortung gegenüber der Wallfahrergruppe selbst, aber auch gegenüber den älteren Mitwallfahrern, die eine Infektion nicht gut wegstecken würden. Es ist unvorstellbar, mit einem Mundschutz den Berg nach Vierzehnheiligen oder Gößweinstein hinauf zu hecheln und sich nach der Ankunft nicht zu umarmen und zu beglückwünschen.

Mit Mundschutz zum „heiligen Berg?“
Im Bild die Uetzinger Wallfahrt beim Einzug in die Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen. Foto: Gerd Klemenz

„Ist unsere Wallfahrt nach Vierzehnheiligen in diesem Jahr möglich?“ Das ist deshalb die häufigste Frage, die Guardian Dietmar Brüggemann sowie der Sekretärin Waltraud Kießling in diesen von der Corona-Krise belasteten Wochen hören. Sowohl am Wallfahrtsort wie auch bei vielen Wallfahrtsführern herrscht große Verunsicherung und Widerwillen, eine mitunter uralte Wallfahrtstradition zu unterbrechen.

Abstands- und Hygienerichtlinien lassen sich nicht einhalten

„Im Sinne einer Klarheit haben wir nun schweren Herzens entschieden, vor dem Hintergrund der Vorgaben und Verordnungen von staatlicher Seite ebenso wie vom Erzbistum Bamberg alle bisher angemeldeten Wallfahrten bis zum 31. August abzusagen“, erklärt Pater Dietmar Brüggemann. Ob die Wallfahrten im September und Oktober stattfinden können, lässt sich noch nicht vorhersagen; die staatlichen Regelungen gelten jetzt erst einmal bis Ende August.

Mit Mundschutz zum „heiligen Berg?“
Am Ambor in der Basilika: Wallfahrtsseelsorger Pater Dietmar wünscht sich, dass die Wallfahrten nach dieser Durststrecke... Foto: Gerd Klemenz

Wir alle bedauern dies sehr, aber angesichts der Situation sind wir uns der Verantwortung bewusst und müssen diesen Schritt gehen. Schon in den vergangenen Wochen stand unsere Sekretärin im Guardianat des Franziskanerklosters, die die Saison bereits vollständig geplant hatte, mit verschiedenen Gruppen in Verbindung, da für Anfang Mai erste Entscheidungen getroffen werden mussten“, führt Pater Dietmar aus.

„Abstands- und Hygienerichtlinien machen es unmöglich, eine große Vielzahl von Wallfahrern in unserer Basilika aufzunehmen. Auch Übernachtung und Verköstigung im Diözesanhaus sind im Moment nicht möglich. Wir Franziskanerpatres verstehen das natürlich, bedauern es aber auch außerordentlich“, fügte der Guardian an.

Stärkung für den Alltag holen und Ängste verarbeiten

Für Pater Dietmar wäre es das erste Wallfahrtsjahr hier im Gottesgarten gewesen. „Die Wallfahrten, die im Moment nicht zu uns kommen können, werden in den Gottesdiensten an den Tagen, an denen sie gekommen wären, namentlich genannt, und die Franziskaner nehmen die Wallfahrer und ihre Anliegen besonders in ihr Gebet auf“, verspricht er.

Mit Mundschutz zum „heiligen Berg?“
Die Dekanatswallfahrt 2019. Foto: Gerd Klemenz

Sein Wunsch ist es, dass die Wallfahrten nach dieser Durststrecke wieder in Gang kommen und sich viele Menschen auf den Weg nach Vierzehnheiligen machen, um sich eine Stärkung für den Alltag zu holen und ihre Ängste zu verarbeiten.

„Da unter den gegebenen Abstands- und Hygieneregeln nur bis zu 50 Besucher in unserer Basilika zu einem Gottesdienst Platz finden können, wäre es möglich, nach erneuter einfacher Anmeldung (telefonisch oder per E-Mail) mit einer Klein-Wallfahrt von maximal 50 Personen nach Vierzehnheiligen zu kommen. Dafür kommt allerdings nur ein Samstagvor- oder -nachmittag in Frage“, schlägt Pater Dietmar zum Schluss einen Kompromiss vor.

 

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