VIERZEHNHEILIGEN

Mariensingen in der Basilika Vierzehnheiligen

Mariensingen in der Basilika Vierzehnheiligen
Der „Graatzer Dreigesang“ und die „Kemmära Kuckuck“ gestalteten eine ergreifende Maiandacht. Foto: Gerd Klemenz

Draußen lachte der Himmel und den Gläubigen in der Wallfahrtsbasilika gingen die Herzen auf. Eine eindrucksvolle Andacht zu Ehren der Muttesgottes Maria am Pfingstsonntag wurde mit Liedern und Weisen aus dem fränkischen Raum in einer besonders Art zelebriert. Der Wechsel zwischen Gesang und Instrumentalmusik belebte die Andacht.

Kein einziger Platz war in der großen Basilika frei, denn Aufgrund der erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen wegen der Corona-Pandemie konnten nicht alle Interessierten ins Innere eingelassen werden. Deshalb wurde die Andacht akustisch nach außen übertragen, so dass zahlreiche Besucher sie zumindest so verfolgen konnten.

Kurze Texte in fränkischer Mundart von Maria Kutzelmann

Der „Graatzer Dreigesang“ mit Heinrich Geßlein und die „Kemmärä Kuckuck“ mit ihrem musikalischen Leiter Hans-Dieter Ruß verstanden es, die Herzen der Gläubigen zu bewegen. Zwischen den einzelnen Liedvorträgen brachte Maria Kutzelmann in fränkischer Mundart kurze Texte ein, an deren Ende alle Gläubige das „Gegrüßet seist du, Maria“ miteinander beteten. Darin ging es um die Begegnung der Jungfrau Maria mit dem Engel Gabriel (Verkündigungsszene), um die verschiedenen Wege, die Maria im Leben zu gehen hatte. Maria wurde als Vorbild vorgestellt, von der man lernen kann, was es heißt, in dieser Welt unterwegs zu sein.

Nach einem Instrumentalstück von den „Kemmärä Kuckuck“ eröffnete Guardian Pater Maximilian mit einem Mariengebet die Andacht. Es folgte der „Graatzer Dreigesang“, der diesmal ein Viergesang war, mit dem „Engel des Herrn“. Im Mittelpunkt dabei stand der Verkündigungs-Dialog zwischen dem Erzengel Gabriel und Maria.

Von der Bamberger Wunderburg bis zur Schiffswallfahrt nach Bornhofen

Mariensingen in der Basilika Vierzehnheiligen
Die „Kemmära Kuckuck“ bereicherten die Marienandacht mit Liedern aus der fränkischen Heimat. Foto: Gerd Klemenz

Sehr ruhig und beschaulich im Vortrag waren die Beiträge der Gruppe aus Kemmern. Im Wunderburger Marienlied „Hier vor deinem Bilde“ von Max Schäfer wurde die Gottesmutter um ihren Segen für die Menschheit gebeten. Das bekannte „Sei gegrüßt, du Gnadengarten“ trug der Graatzer Dreigesang vor. Es gehört zu den populären Marienliedern und ist in vielen Varianten bekannt. Das Lied ist im Umfeld der Mariazeller Wallfahrt im frühen 18. Jahrhundert entstanden und wurde im 19. und 20. Jahrhundert im süddeutschen Kulturraum weitertradiert.

Bei „Zu dir o Maria“ fungierte Maria Kutzelmann eindrucksvoll als Vorsängerin der einzelnen Strophen. „Es blühn drei Rosen“, ein altes Marienlied aus Schlesien, trug der „Graatzer Dreigesang“ vor. Eigens für Schiffswallfahrten nach Bornhofen hat im Jahre 1842 der Dichter und Schriftsteller Guido Görres (1805–1852) das weit über die Grenzen hinaus bekannte Wallfahrtslied: „Geleite durch die Wellen“ geschrieben. Es folgten das Speyerer Marienlied „Königin voll Herrlichkeit“ und „Ave Glöcklein“.

Gefühlvolle und andächtige Interpretationen

Mariensingen in der Basilika Vierzehnheiligen
Der „Graatzer Dreigesang“ zu viert: die Familie Geßlein mit Zitherbegleitung von Gerhard Trinkwalter beim Auftritt in de... Foto: Gerd Klemenz

In der Basilika wurden die Marienlieder gefühlvoll und andächtig interpretiert von den acht Musikern aus dem Bamberger Land. Mit „O, Maria sei gegrüßt“ setzte der „Graatzer Dreigesang“ das Programm fort. Die Gäste aus Kemmern trugen das populäre Marienlied „Es blüht der Blume eine“ des katholischen Publizisten Guido Görres (1805–1852) vor, das seit seiner Entstehung im 19. Jahrhundert bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts im katholischen Milieu weit verbreitet war. Ein gesangliches Erlebnis war „Hör, O Mutter dies Gebet“, vorgetragen vom „Graatzer Dreigesang“, sowie das fränkische Volkslied „Maria, du Schöne“ mit den „Kemmärä Kuckuck“.

Guardian Maximilian dankte den Akteuren für ihre einfühlsamen Beiträge und schloss mit den Worten: „Es war kein Gegeneinander wie beim Eurovision Song Contest, sondern ein harmonisches Miteinander.“ Nach dem Schlusssegen brachten der „Graatzer Dreigesang“ mit „O blick mild hernieder“ mehrstimmig den Lobpreis Mariens, der Patronin des Frankenlandes, zu Gehör. Am Ende gaben die „Kemmerer Kuckuck“ eine Zugabe, die dazu ermutigen sollte, in dieser besonderen Zeit der Entbehrungen und Beschränkungen die Hoffnung nicht zu verlieren.

Froh und gestärkt nach 60 Minuten Andacht

Das fachkundige Publikum dankte den Gruppen aus der Region für ihre gelungene Darbietung mit einem warmen Applaus. Als nach 60 Minuten die Marienandacht ausklang, waren sich die anwesenden Zuhörer einig, dass es wieder eine ergreifendes Erlebnis war. Froh und gestärkt verließen sie die Basilika und gingen beschwingt ihrer Wege.

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