BAD STAFFELSTEIN

Lockerungen: Urlauber kommen zurück nach Bad Staffelstein

Lockerungen: Urlauber kommen zurück nach Bad Staffelstein
Freuen sich auf Gäste: Einige Vorstandsmitglieder der Adam-Riese-Werbegemeinschaft mit (v. li.) Beirat Hans Josef Stich, Vorsitzender Frank Mirsberger, Sven Düber, Quartiersmanager Michael Böhm und Susi Mayer. Foto: Monika Schütz

Das Leben kehrt zurück in die Stadt. Urlauber mit Sonnenbrille und Strohhut schlecken am Marktplatz ihr Eis, im Kurpark sind viele der Bänke rund um die Springbrunnenanlage besetzt und man sieht endlich wieder auswärtige Autokennzeichen auf den Straßen. Die gesunkenen Inzidenzwerte und somit das Ende vieler Beschränkungen machen touristische Aufenthalte wieder möglich. Fast alle Gaststätten und Hotels haben ihre Türen geöffnet. Auch die Einzelhändler und Geschäftsleute der Stadt sind erleichtert.

„Ein Thema wird sein: Was für Aktionen, die ausfallen mussten, können wir nachholen?“
Frank Mirsberger, Adam-Riese-Unternehmergemeinschaft

Kürzlich fand in der Pizzeria „Dal Trullo“ die erste Vorstandssitzung der Adam-Riese-Unternehmergemeinschaft seit vielen Monaten statt – just an dem Tag, an dem das Obermain-Tagblatt bei Vorsitzendem Frank Mirsberger anfragte. Der junge Unternehmer wollte noch nicht viel von der Tagesordnung verraten, aber: „Ein Thema wird sein: Was für Aktionen, die ausfallen mussten, können wir nachholen?“ Es sei wichtig, dass Bad Staffelstein nach der Corona-Krise wieder belebt würde.

2. Vorsitzender Sven Düber brachte die abgesagten verkaufsoffene Sonntage ins Gespräch: „Einen Autofrühling nachzuholen wäre sicher nicht sinnvoll, aber vielleicht ja diese verkausfoffenen Extratage?“

„Wir müssen – trotz der Freude auf Öffnungen – weiterhin umsichtig und vorsichtig sein!“
Michael Böhm, Quartiersmanager

Auch Quartiersmanager Michael Böhm freut sich auf den Neustart: „Endlich können wir – wenn auch bedacht – wieder loslegen!“ Böhm ist aber noch vorsichtig: „Alle unsere Organisationsgaben helfen nichts, wenn die Inzidenz wieder steigt. Wir müssen – trotz der Freude auf Öffnungen – weiterhin umsichtig und vorsichtig sein!“

Gleich zu Beginn haben die Adam-Riese-Unternehmergemeinschaft und das Quartiersmanagement ein Informationssystem aufgebaut. Hier konnten sich die Bad Staffelsteiner Unternehmer tagesaktuell über Bestimmungen, Verordnungen und Soforthilfen informieren. „Dieses Informationssystem über die Webseite www.arplus-online.de, WhatsApp und E-Mail werden wir natürlich weiterhin pflegen und nutzen“, verspricht er.

Bewerbung läuft für sieben Förderprogramme

„Ehrlich gesagt habe ich von einer Pause nicht viel gemerkt“, lacht Böhm. Im ersten Quartal 2021 lag der Schwerpunkt seiner Arbeit auf der Auswahl von möglichen Förderprogrammen für Bad Staffelstein und seine Innenstadt und auf der Erstellung von Bewerbungsunterlagen. Man habe sich für sieben Programme beworben.

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Quartiersmanager Michael Böhm bei der Schaufenster-Aktion 2020. Foto: Monika Schütz

„Für unsere Brauereien läuft gerade eine Zwölf-Wochen-Kampagne bei Radio Eins, in der jeden Freitag von etwa 15 bis 19 Uhr eine Brauerei, ein Brauereigasthof vorgestellt wird.“ Er verwende viel Zeit darauf, gute und individuelle Porträts zu erstellen.

Neue Webseite und Schulungsportal für Social-Media-Kanäle

Sein Büro in der Kirchgasse 14 sei in den vergangenen Monaten nie verwaist gewesen: „Die Präsenz vor Ort ist eine Selbstverständlichkeit“, bekräftigt er. In vielen Situationen sei ein Gespräch „Face-to-Face“ einfach die bessere Wahl. Hinzu kam, dass er so viele Entscheidungen direkt abstimmen konnte.

Die Pandemie habe vieles Geplante erst mal zurückgestellt. Aber es gebe auch so manche Weiterentwicklung. „Gerade im Zusammenhang mit den digitalen Möglichkeiten konnten wir einen großen Schritt nach vorne gehen.“ So sei auch ein Schulungsportal für die unterschiedlichen Social-Media-Kanäle im Netz bereitgestellt worden, erklärt Michael Böhm.

Auch in dieser ungewöhnlichen Zeit neue Mitglieder gewonnen

Er möchte dem gesamten Vorstand der Adam-Riese-Unternehmergemeinschaft ein herzliches „Dankeschön“ sagen für die offene, effektive und vertrauensvolle Zusammenarbeit Es sei mehr als bemerkenswert, dass die Unternehmergemeinschaft gerade in dieser außergewöhnlichen Zeit neue Mitglieder gewinnen hat.

Gemeinsam plane man nun die nächsten Projekte. „Was wann kommen könnte, steht noch nicht fest“, sagt Michael Böhm. Jedoch hätten die Mitglieder und der Vorstand schon einige Ideen in die Diskussion eingebracht.

Schon dreimal gebucht – und dreimal wieder verschoben

Auch bei den Vermietern erschwert Corona die Planung. Marga Ruppenstein schaut in ihren Terminkalender: Die Radfahrergruppe kommt erst am zweiten Sonntag im Juni. „Die wollten nicht eher kommen, weil sie erst bis dahin ihre zweite Impfung hinter sich haben und bei uns die Gaststätten noch nicht geöffnet hatten.“

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Die Betreiber der Ferienwohnungen in Bad Staffelstein freuen sicha auf Gäste. Foto: Monika Schütz

Die nächsten Gäste, ein lieb gewonnenes Ehepaar aus Sachsen, hat indessen schon dreimal gebucht und dreimal verschoben. „Familie Sch. geht immer in die Therme, die kommt extra deswegen. Solange die Therme nicht geöffnet hat, würde sie nicht anreisen.“

„Ich hätte nie gedacht, dass das so lange dauert, sieben Monate!“
Marga Ruppenstein, Vermieterin

Seit sieben Monaten stehen die Ferienwohnungen der Familie Ruppenstein leer. „Ich hätte nie gedacht, dass das so lange dauert, sieben Monate!“, schüttelt Marga Ruppenstein den Kopf. Wenn sie das gewusst hätte, hätte sie vielleicht an Montage-Arbeiter vermietet. Aber so blieb ihr nichts als abzuwarten.

„Geputzt hab' ich regelmäßig, auch die unbenutzten Betten immer wieder frisch bezogen und hergerichtet, durchgewischt, gelüftet.“ Und geheizt habe die Familie auch: „Den Winter über ohne Heizung geht gar nicht“, erklärt Marga Ruppenstein. „Auch wenn kein Feriengast rein durfte.“ Jetzt freut sie sich sehr auf ihre Gäste. Sie hofft, dass sich viele impfen lassen und Corona bald seinen Schrecken verliert.

Die meisten Anfragen betreffen die Obermain Therme

Wie es Anne Maria Schneider, Leiterin des Kur und Tourismus Service, jetzt geht? Sie lacht herzhaft: „Ich hab sehr viel zu tun!“

Ihre acht Mitarbeiter hätten während der Corona-Zwangspause teils Urlaub genommen, teils Überstunden abgefeiert. Im Oktober 2020 seien die Gästezahlen ja bereits deutlich gesunken. Mitte Januar seien dann die meisten Mitarbeiter in Kurzarbeit gegangen. Eine Notbesetzung sei aber immer dagewesen.

Als im Herbst 2020 die Lage immer unsicherer wurde und vielen nicht klar war, was man darf und was nicht, seien noch sehr viele Anfragen gekommen. Während des Tourismus-Lockdown war so gut wie keine zu verzeichnen. Seit Mai trudeln wieder sehr viele ein. Nach wie vor kommen die meisten Anfragen zur Thermenöffnung.

„Erst hieß es Ostern, dann hieß es Pfingsten – wir haben lange warten müssen. Das war schon hartes Brot!“
Anna Maria Schneider, Kur & Tourismus Service

Nun hat sie ihre Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurückgeholt. Sie selbst hat die Zeit ohne Touristen gut genutzt, hat mehrere Projekte, auch mit Unterstützung durch die Mitarbeiter, vorbereitet. Ebenso stand sie in engem Austausch mit dem „Bayerischen Heilbäder Verband“ und dem „TourismusVerband Franken“. Per Telefon, E-Mail oder Online-Treffen blieb man in Kontakt.

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"Das war schon hartes Brot", sagt Anne Maria Schneider, Leiterin des Kur und Tourismus Service, über den Lockdown. Foto: Monika Schütz

„Es hat viel mit Digitalisierung zu tun“, verrät sie zu den neuen Projekten. „Ich hab mich so gefreut, dass es wieder losgehen darf. Erst hieß es Ostern, dann hieß es Pfingsten – wir haben lange warten müssen. Das war schon hartes Brot! Wichtig ist jetzt, dass wir weiterhin so begeistert mit unseren Gästen arbeiten, und dass wir es schaffen, neue Gäste für die Stadt zu gewinnen. Wir müssen neue Wege gehen und neue Zielgruppen ansprechen!

Dank Corona auch neue und jüngere Gäste

Wir sind froh, unsere vielen Stammgäste zu haben. Jedoch haben wir speziell wegen der Coronakrise auch Familien angesprochen, da viele nicht ins Ausland fahren wollten. Auch jüngere Gäste kamen nach Bad Staffelstein in die Therme, zum Wandern und Radeln. Dies hat sich in der Statistik bemerkbar gemacht mit einem fünf Jahre jüngeren Durchschnittsalter.“

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