Leserforum: Digitale Keltenbox würde Natur am Staffelberg schonen

Zum Artikel „Uneins über Standort der Keltenbox“ (OT, 24.3.2022, S.9) erhielt die Redaktion folgenden Leserbrief:
Ein Abonnent schreibt einen Leserbrief an das Obermain-Tagblatt.
Ein Abonnent schreibt einen Leserbrief an das Obermain-Tagblatt. Foto: Uwe Anspach (dpa)

Sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte der Stadt Bad Staffelstein, das Wort „Entsetzen“ beschreibt nur unzulänglich meine Reaktion bei der Lektüre des Zeitungsartikels, besonders was den abstrusen Vorschlag betrifft, diese Keltenbox direkt auf das Plateau des Staffelbergs zu setzen.

Der Staffelberg, besonders das Plateau musste schon so manche eigenartige Planung ertragen – erinnert sei stellvertretend für andere Pläne nur an die Errichtung eines weit sichtbaren „Scheffel“-Turms bzw. sogar eines „Scheffel-Kalvarienbergs“ (vgl. dazu Günter Dippold, Der Staffelberg, Band 2, 1994, hier: Rüdiger Kutz, Der Staffelberg als „Scheffelberg“, Naturschutz gegen Denkmal, S.101-120). Bisher wurden alle diesbezüglichen Pläne, das Plateau mit Bauten anzufüllen, abgewiesen.

Und dies geschah zu Recht: Der Staffelberg soll aus Gründen des Naturschutzes und des Gesamteindrucks so bleiben, wie er ist. Auch ganz „moderne“ Überlegungen, etwa eine Sommerrodelbahn vom Plateau bis zum Fuß des Staffelbergs zu konstruieren und/oder einen Sessellift für mobilitätseingeschränkte Besucherinnen und Besucher zu errichten, wurden Gott sei Dank nie verwirklicht.

Die touristische Attraktivität des Staffelbergs hat unter der Nichtverwirklichung dieser vielfältigen Pläne nicht gelitten – ganz im Gegenteil: Der Staffelberg ist gerade deshalb so attraktiv, weil er unverbaut geblieben ist.

Wenn die Keltenbox eine informative und pädagogische Aufgabe erfüllen und gleichzeitig nicht zu weiteren Verkehrsproblemen beitragen soll, dann ist sie meiner Meinung nach auf jeden Fall im unmittelbaren Stadtkern zu errichten, vielleicht mit innovativem Kinoraum auf dem sog. „Bärenareal“ am Marktplatz oder am besten direkt neben dem Stadtmuseum, in dem sich bereits viele keltische Ausgrabungsfunde befinden.

Noch sinnvoller erscheint mir allerdings eine „Digitale Keltenbox“, die jede Interessentin/jeder Interessent auf dem Smartphone als Begleitung bei der Wanderung zum Staffelberg mittragen und problemlos nutzen kann. Das wäre kostengünstiger, moderner, schneller erweiterbar (z.B. wenn neue Erkenntnisse gewonnen wurden), für Schulklassen einfacher erreichbar, verkehrsgünstiger, behindertengerecht, umweltfreundlicher – und der Staffelberg könnte ein weiteres Mal aufatmen, weil der Kelch der Bebauung an ihm wieder einmal vorübergegangen ist.

In großer Sorge um Flora und Fauna und um die Schönheit des Staffelbergs.

Stefan Völker Bad Staffelstein

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