Leser-Forum: Die Patres zum Schmunzeln gebracht

Zum Artikel „Von Hochwasser und von Sündern“ vom 1. April:

„Als ich den Beichtstuhl der Basilika Vierzehnheiligen in der Ausgabe des 1. April im Obermain-Tagblatt sah und dieser als „Tatort“ bezeichnet wurde, war meine Neugier auf den Artikel ,Von Hochwasser und von Sündern‘ von Heinz Fischer geweckt.

Wir Patres in Vierzehnheiligen lesen selbstverständlich das Obermain-Tagblatt und auch den Fränkischen Tag mit Interesse und Genuss und freuen uns auch, dass Sie darin treu und zuverlässig über besondere Ereignisse in Vierzehnheiligen berichten. Über den pfiffigen Plan des Zeulner Jünglings ,Willi‘, den einfältigen ,Bastl‘ anzustiften, für seine Freunde ein Beichtbild zu ergaunern, um sie vor der Peinlichkeit der Osterbeichte zu bewahren, haben wir alle geschmunzelt.

Das waren noch Zeiten, als man die Beichtbildchen vorlegen musste, um nachzuweisen, dass man tatsächlich bei der Osterbeichte war. Das hatte wohl eine ähnliche Bedeutung wie das Bonusheft beim Zahnarzt. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil und der Bewegung der 68-er geht man im Glauben und in der Kirche großzügiger um und überlässt vieles der Gewissensentscheidung und Freiheit des Einzelnen.

Jedes Jahr gibt es nach wie vor ein neues, schön gestaltetes Beichtbilchen mit einem ansprechenden Fotomotiv und sinnigen Texten darin, für manche ein beliebtes Sammelobjekt. Wer so eines haben will, bekommt das bei uns auch ohne Beichte und sonstige Tricks. Einmal im Jahr in der Beichte über das eigene Leben nachzudenken und sich Gottes Barmherzigkeit zusprechen zu lassen, halte ich trotzdem auch in unserer Zeit für sinnvoll und gut. Viele nutzen dieses Gesprächsangebot in Vierzehnheiligen, um sich alle Belastungen von der Seele zu reden.

Nächstes Jahr begeht die Basilika Vierzehnheiligen übrigens ihr 250-jähriges Kirchweihjubiläum und 125 Jahre seit ihrer päpstlichen Auszeichnung als Basilika. Als neuer Wallfahrtsrektor bin ich schon gespannt, welche Geschichten sich noch um die Basilika Vierzehnheiligen ranken, und freue mich darauf, in Ihrer Zeitung davon zu lesen.“

P. Maximilian Wagner OFM,

Wallfahrtsrektor und Guardian,

Vierzehnheiligen

Sie wollen einen Leserbrief schreiben? Schicken Sie uns eine E-Mail an: redaktion@obermain.de. Damit möglichst viele Leserinnen und Leser zu Wort kommen, behält sich die Redaktion Kürzungen vor. Die größte Chance auf Veröffentlichung hat, wer in wenigen Zeilen sehr aktuell auf ein Thema reagiert. Nennen Sie bitte die Überschrift des Artikels, auf die sich Ihr Brief bezieht, und das Erscheinungsdatum. Geben Sie bitte Ihre vollständige Adresse und eine Telefonnummer an.

Schlagworte