KUTZENBERG

Kutzenberg: Laute Warntöne für mehr Wertschätzung

Kutzenberg: Laute Warntöne für mehr Wertschätzung
Alles andere als ein stiller Protest: Beschäftigte quer durch alle Sparten haben am Bezirksklinikum Obermain in Kutzenberg im Rahmen einer aktiven Mittagspause deutlich gemacht, dass sie sich mehr Wertschätzung wünschen. Foto: Martina Drossel

Ratsche statt Mittagsbrötchen, Gewerkschaftsbanner statt Pausenlektüre, Zusammenstehen statt Füße hochlegen: Die LBB, die Gewerkschaft für das Gesundheitswesen, rief zu einer aktiven Mittagspause auf, um ihren Unmut über die stockenden Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst Nachdruck zu verleihen. Gut 30 Beschäftigte des Bezirksklinikums Obermain in Kutzenberg folgten dem Aufruf von Landesvorsitzendem Hermann Schilling.

Beschäftigte aller Berufsgruppen zeigen Flagge

„30 Leute: Das ist für eine aktive Mittagspause sehr viel“, freute sich Schilling, der bis zu seiner Pensionierung selbst in Kutzenberg gearbeitet hat, über den Erfolg. „Vor allem finde ich es toll, dass sich Beschäftigte durch alle Berufsgruppen beteiligten.“ Und so standen im Eingangsbereich des Bezirksklinikums Pflegekräfte Seite an Seite mit Handwerkern, Reinigungskräften, dem Küchenpersonal und Medizinern. Sie waren laut, sie fielen auf, sie zeigten Flagge – und das entging weder der Geschäftsleitung noch den Patienten und deren Besuchern.

„Vom Klatschen alleine haben wir nichts“, rief Hermann Schilling den Protestierenden zu. „Wir fordern eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro mehr für alle, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.“ Die Corona-Krise habe gezeigt, wie wichtig gut ausgebildetes Personal sei, das mehr als nur einmal an seine Belastungsgrenze gelangt sei. Weitere Forderungen der Gewerkschaft: Die Erhöhung der Ausbildungs- und Praktikantengehälter um 100 Euro sowie eine verbindliche Zusage zur Übernahme der Auszubildenden, ebenso die Einbeziehung praxisintegrierter Dualstudiengänge in den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes.

Schilling, der selbst Mitglied der deutschlandweiten Verhandlungskommission ist und mit den Arbeitgebern am Tisch sitzt, ist enttäuscht, wie wenig Wertschätzung ihm und seinen Mitgliedern entgegengebracht wird. „Wir werden uns nicht mit einem reinen Ausgleich der Inflation abspeisen lassen“, gibt er sich kämpferisch. Das sieht auch sein stellvertretender Ortsvorsitzender Franz-Josef Betz so, der ebenfalls zum Zusammenhalt aufrief.

„Wir werden uns nicht mit einem reinen Ausgleich der Inflation abspeisen lassen.“
Hermann Schilling, LBB-Landesvorsitzender

Und das taten die LBB-Mitglieder auch: 45 Minuten machten sie ihrem Unmut Luft. Diesmal noch in ihrer Freizeit, wie in Günzburg, Erlangen, Regensburg, Bayreuth, Lohr am Main oder an weiteren Standorten auch. Sie alle aber zeigten sich bereit, gerne noch weitere Schritte zu gehen, um für eine faire Entlohnung ihrer Leistung zu kämpfen.

Kutzenberg: Laute Warntöne für mehr Wertschätzung
Eine Lohnerhöhung, die mehr ist als nur der Inflationsausgleich: Der stellvertretende Ortsvorsitzende Franz Josef Betz (... Foto: Martina Drossel

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