PRÄCHTING

Konzert für die Ukraine: Mit „Imagine“ Hoffnung geschenkt

Als Schlusslied erklingt „Imagine“. Alle Bands sind auf der Bühne vertreten. Was für ein Konzert. Foto: Monika Schütz

Das Ende des Konzert geht ganz besonders an Herz. Gänsehaut-Feelling pur. Die Friedenshymne „Imagine“ von John Lennon erklingt und vier Bands stehen auf der Bühne, um sie geemeinsam zu interpretieren. Das geht dem Publikum ans Herz. Besonders zu Zeiten, in denen Russland seinem Nachbarland einen grausamen Krieg aufzwingt. Unter diesem leiden auch die Klienten eines Projekts des Roten Kreuzes in Lwiw, das von der Sonderaktion „Ukraine“ von „Helfen macht Spaß“ unterstützt wird. So sind alte Menschen in Not in der Ukraine Nutznießer des gelungenen Benefizkonzerts im friedlichen und idyllischen Prächting.

Gut sieben Stunden Livemusik für den guten Zweck: Die Classic-Rock Band „Breeze“ (im Bild) trat als „Projektband“ an. Foto: Monika Schütz

Bei dem Open Air am vergangenen Wochenende hatten sich vier Musik-Bands für die HMS-Sonderaktion stark gemacht: „Aus-Trio“, „Stealin“, die „Breeze - Projekt Band“ und „Itz-Rock“ nahmen ihre vielen Fans im Biergarten der Presslermühle mit auf eine Zeitreise durch verschiedene Genres der Musik.

Klassiker und Welthits von „Eagles“ bis „Queen“, Balladen von Hubert von Goisern, Songs aus Österreich, meisterhaft gespielte Soli an den Gitarren mit spontanem Applaus der begeisterten Gäste, Blues, Rock zum Tanzen und Grooven - die Musiker zogen in den knapp sieben Stunden alle Register ihres Könnens und durften die Bühne nicht ohne Zugaben verlassen.

Die Initiatoren haben gemeinsam viel auf die Beine gestellt

Letzter Band-Auftritt: Bei „Itz-Rock“ ging klassisch-rockig zu. Foto: Monika SchüTz

Initiator Andi Horn, die Wirtsleute der Presslermühle Marion Röhlig und Rudi Schittenhelm als Veranstalter, sowie der quirlige Frank Friedrich erlebten einen Konzerttag, der in der Auswahl der Songs und der namhaften Musiker seinesgleichen suchte. Der Eintritt war frei. Die Fans kamen auch aus umliegenden Nachbarlandkreisen. Meist mittleren Alters, textsicher, tanzfreudig. Und spendenfreudig: die Spendenbox füllte sich rasch.

HMS-Intitiator Till Mayer hatte zuvor in einer kleinen Rede auf der Open-Air Bühne das HMS-Projekt „Ukraine“ vorgestellt. Er kam selbst gerade von einer Ukraine-Reise als Journalist und Fotograf zurück: „Alleinstehende alte Menschen in bitterster Not erhalten in Lwiw im Rahmen des Rotkreuz-Projekts seit vielen Jahren kostenlos Medikamente und Lebensmittelpakete. Für die alten Menschen in Lwiw bedeutet der Krieg neben heulenden Sirenen, einschlagenden Raketen und der Angst von den Treffern – auch rapide angestiegene Lebenshaltungs- und Energiekosten.“ 75 Euro Rente im Monat würden bei einer fehlenden funktionierenden Krankenversicherung einfach nicht zum Leben reichen. „Vor allem, wenn man wie unsere Klienten keine Familie hat, die unterstützt. Der Krieg verschärft die Lage“, erklärte Till Mayer. Er hat das Projekt vor über zehn Jahren mit aufgebaut.

„Für die alten Menschen in Lwiw bedeutet der Krieg neben heulenden Sirenen,

einschlagenden Raketen und der Angst von den Treffern – auch rapide angestiegene Lebenshaltungs- und Energiekosten.“

Till Mayer, HMS-Initiator

In dieser schweren Zeit sind die Rotkreuz-Mitarbeiterinnen bei ihren Hausbesuchen oft die einzigen Vertrauenspersonen. Die betagten Patientinnen und Patienten sind durch die Kämpfe in ihrem Land völlig verunsichert. Viele sind zu schwach oder zu krank, um ihre Wohnung noch zu verlassen, wenn die Sirenen heulen. In einer solch dunklen Zeit sind gute und tröstende Worte wichtig. So verteilen die Rotkreuz-Schwestern nicht nur Medikamente und setzen Spritzen. Sie nehmen sich Zeit, um Trost zu spenden und ein wenig Hoffnung zu geben. „Und das, obwohl sie selber durch den Krieg erschüttert sind“, so der OT-Redakteur. Unterstützung gibt es auch von den Schwestern der Pflegestation des BRK–Kreisverbands Lichtenfels, die eine Partnerschaft mit ihren Kolleginnen in Lwiw verbindet.

Kein Wunder, dass da die Musikerinnen und Musiker auf der Bühne ihren Beitrag leisten wollten. Sie rocken sieben Stunden lang für eine bessere Welt. Dem Publikum bescheren sie ein wunderschönes Open Air-Erlebnis. Und sorgen dafür, das der Namen der OT-Leseraktion gelebt wird: Helfen macht Spaß.

Die Musikerinnen und Musiker verzichteten allesamt auf ihre Gagen. Dafür bitten sie um Spenden. Wirtin Marion Röhlig zählte nach Konzertende den Inhalt der Spendenbox. Es waren stolze 1325 Euro zusammen gekommen. Spontan erklärte sie: „Ich runde auf 1500 Euro auf“. Ein weiterer Konzertbesucher kündigte eine Spende von 500 Euro an. Das gemeinsames Lied am Ende eines beeindruckenden Events ist ein Sinnbild dafür, dass man gemeinsam etwas erreichen kann.

Wer spenden will: BRK-Kreisverband Lichtenfels; IBAN: DE 26 7835 0000 0000 0388 85; Sparkasse Coburg-Lichtenfels; Verwendungszweck: HMS-Ukraine (bitte unbedingt angeben).

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