EBENSFELD

Klimaausschuss Ebensfeld berät über Wind- und Solarenergie

Grüne wollen 400 staatseigene Windräder
Das Heft des Handelns weiter in der Hand haben will die Gemeinde in Sachen Windkraft. Angesichts der staatlichen Ziele und einem „weicheren“ Kriterienkatalog ist hier momentan viel in Bewegung. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Entweder du agierst oder du reagierst nur. Dass die Ebensfelder Marktgemeinde unter Bürgermeister Bernhard Storath eindeutig den Fokus auf Ersteres zu legen gedenkt, verdeutlichte die zweite Sitzung des neu initiierten gemeindlichen Klimaausschusses. „Wir müssen aufpassen, dass wir den Fuß in der Tür haben“, meinte der Rathauschef, als es um die Strategie der Kommune in Sachen Windkraft ging.

Auch den Markt Ebensfeld tangiert schließlich das „Wind-an-Land-Gesetz“ des Bundes, im Rahmen dessen festgelegt wurde, dass 1,1 Prozent der bayerischen Landesfläche bis 2027 und 1,8 Prozent bis 2032 für die Windkraft genutzt werden sollen. Oberfranken-West liegt derzeit bei 0,6 Prozent. Bis 2027 wären 1660 Hektar zusätzlicher Vorranggebiete nötig. Das sind keine vagen Empfehlungen – ganz im Gegenteil: Werden die genannten Ziele nicht erreicht, sieht das Bundesgesetz weitere Erleichterungen für Anlagenbauer und deutlich weniger Steuerungsmöglichkeiten für Kommunen vor.

Hürden für Windkraftanlagen werden niedriger

Im Hinblick auf die Staatsziele passt nun der Regionale Planungsverband Oberfranken-West den Kriterienkatalog für Windkraft-Potenzialflächen an. Die Kriterien werden „weicher“, erlauben Windkraftanlagen künftig beispielsweise auch in Landschaftsschutzgebieten. Mitte Januar werden der Marktgemeinde Potenzialflächen auf ihrem Gemeindegebiet mitgeteilt.

„Es wird empfohlen, die Windenergie im Rahmen der Möglichkeiten zu forcieren“, heißt es im Votum des Gremiums. Die Marktgemeinde wird mit dem für die Region als „Windkümmerer“ zuständigen Ansprechpartner Hubert Treml-Franz von der Energieagentur Nordbayern einen Besprechungstermin vereinbaren sowie ihn zur nächsten Sitzung des Klimaausschusses einladen. Auch die regionale Wertschöpfung – Stichwort Bürgerwindkraftanlage – wird dann ein wichtiges Thema sein.

Solaranlagen helfen beim Klimawandel, sollten sich aber auch rechnen. Neben weiteren Gründen sprachen bei der seinerzeitigen Installierung der Umwälzanlage auf dem Ebensfelder Badesee zu hohe Beschaffungskosten dagegen, direkt auf der Anlage Solarmodule zu montieren. Die Grundidee, zur Deckung des Stromverbrauchs der Umwälzanlage, des Imbisses und des Wasserwachthauses Solarpower zu nutzen, brachte Dritter Bürgermeister Anton Schatz (CSU) nun per Antrag erneut ins Spiel. Schatz hielte eine Solaranlage auf der südlichen Dachfläche des Wasserwacht-Gebäudes für denkbar. Man werde den Antrag prüfen, lautete hierzu der Beschluss. Eine dortige Photovoltaikmaßnahme wäre freilich mit dem BRK Lichtenfels und der Ebensfelder Wasserwacht abzustimmen.

Auf dem Ebensfelder Feuerwehrhaus wird die Kraft der Sonne bereits genutzt. Nun wird der Markt Ebensfeld das Photovoltai... Foto: Mario deller

Photovoltaikmöglichkeiten auf kommunalen Gebäuden

Photovoltaik, die zweite: Bereits vor rund zehn Jahren hat der Markt Ebensfeld beziehungsweise die damals neu gegründete „Neue Energie-Obermain e.G.“ die Möglichkeit geprüft, Dachflächen gemeindlicher Immobilien zu verpachten. Während damals Hindernisgründe gegen eine Umsetzung sprachen, veränderte sich die Ausgangssituation mittlerweile deutlich.

Das Gremium verständigte sich vor diesem Hintergrund darauf, die Möglichkeiten erneut zu prüfen. Hierbei werden laut Beschluss zwei Varianten untersucht: Die Kommune könnte die Photovoltaikanlagen selbst erwerben und nutzen oder die Dachflächen kommunaler Immobilien verpachten.

Tobias Engel (SPD), der in der Sitzung durch Evelin Zeis vertreten wurde, hat den Antrag eingereicht, eine regelmäßige Bürgerenergieberatung in der Gemeinde zu installieren für Bürger, die neutralen Rat in Energiefragen suchen. Das Gremium befürwortete das Ansinnen und verständigte sich per Beschluss darauf, hier initiativ zu werden. Die Marktgemeinde hatte zur Abklärung der Möglichkeiten mit der Klimabeauftragten des Landkreises Lichtenfels, Anika Leimeister, Kontakt aufgenommen. Diese habe signalisiert, dass eine Vorort-Beratung durch den Landkreis Lichtenfels im Markt Ebensfeld einmal monatlich durchaus vorstellbar sei. Eine verbindliche Entscheidung stehe aber noch aus, hieß es ergänzend.

Wenn sich im Landkreis und insbesondere in der eigenen Kommune in Sachen Windkraft, Photovoltaikmaßnahmen oder Energieberatung etwas Neues tut, liegt dem Markt Ebensfeld viel daran, die Bürger auf dem Laufenden zu halten. Auf der Homepage der Kommune und im gemeindlichen Mitteilungsblatt wird zu diesem Zwecke jeweils eine neue Rubrik „Klimaschutz“ geschaffen.

Bürgermeister Storath informierte über die Bewerbung der Marktgemeinde für das Förderprogramm „Kommunales Energiecoaching Oberfranken“. Für das Jahr 2022 erhielt der Markt Ebensfeld von der Regierung von Oberfranken zwar vor Kurzem eine Absage – allerdings mit einer zuversichtlich stimmenden Ergänzung: Die Marktgemeinde soll – vorbehaltlich zur Verfügung stehender Haushaltsmittel – für die nächste Förderrunde im Frühjahr 2023 verbindlich berücksichtigt werden.

 

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