ZAPFENDORF

In Zapfendorf steigt die Wassergebühr um einen Euro

In Zapfendorf steigt die Wassergebühr um einen Euro
Fünf Millionen Euro hat Zapfendorf in die Sanierung der Wasserversorgung investiert. Ein Bild von vor zwei Jahren während der Arbeiten bei einem Ortstermin mit Bürgermeister Michael Senger (3. v. li.). Foto: Johannes Michel

Zwei Themen bestimmten die Zapfendorfer Gemeinderatssitzung: Die Wassergebühren steigen aufgrund vieler Sanierungsarbeiten in jüngster Vergangenheit deutlich. Um notwendige Sanierungen des Freibads Aquarena zu finanzieren, wird sich der Markt für ein Bundes-Förderprogramm bewerben.

1,25 Euro müssen die Zapfendorfer momentan für den Kubikmeter Wasser bezahlen. Alle vier Jahre wird die Wassergebühr neu kalkuliert, 2018 sank sie von 1,35 auf 1,25 Euro. Schon damals war klar: Aufgrund kommender Investitionen wird diese Gebühr nicht zu halten sein. Jetzt ist es soweit. Denn zuletzt wurde viel getan, fünf Millionen Euro hat Zapfendorf investiert. Möglich wurde dies auch durch das RZWas-Förderprogramm des Freistaats Bayern. Mit einer Einrichtung wie der Trinkwasserversorgung darf eine Kommune keinen Gewinn machen, aber auch keine Verluste. Nachdem in den vergangenen Jahren eine Unterdeckung erreicht wurde und die Investitionen hinzukamen, steigt die Gebühr pro Kubikmeter nun auf 2,25 Euro.

„Wir haben uns bewusst dagegen entschieden, Verbesserungsbeiträge zu erheben“, erklärte Bürgermeister Michael Senger. Die Gebühr sei zudem über die Kalkulationsperiode gestreckt worden, um sie erträglich zu halten. Kämmerer Klaus Helmreich ergänzte, kalkulatorisch wären eigentlich aktuell 2,65 Euro pro Kubikmeter fällig.

„Besonders Spaß macht uns das allen nicht“, meinte etwa Gemeinderat Markus Hennemann (CSU) dazu. David Saridžić (ZuZ) sah den Zeitpunkt für die deutliche Erhöhung als äußerst ungünstig an: „Gerade wird alles teurer und wir schlagen gleich einen Euro pro Kubikmeter auf.“ Seiner Meinung nach sollten die für die nächsten Jahre geplanten Investitionen, zum Beispiel der Austausch von Wasserleitungen in der Hauptstraße, nicht in die Kalkulation mit aufgenommen werden. Bei zwei Gegenstimmen beschloss das Gremium, die Gebühr wie von der Verwaltung vorgeschlagen, auf 2,25 Euro anzuheben.

Chance für Saniersarbeiten im Aquarena

Vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen wird ein Förderprogramm zur „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ aufgelegt. Bis 30. September können sich Kommunen bewerben. 45 Prozent Kostenübernahme sind möglich. Zapfendorf wird sich mit dem Aquarena darum bewerben, das beschloss der Gemeinderat bei einer Gegenstimme. Sollte eine Förderzusage kommen, muss auch gebaut werden.

„Es handelt sich nicht um eine Generalsanierung, sondern nur um Maßnahmen, die wir bereits in den vergangenen Jahren angesprochen haben und die ohnehin kommen werden“, erklärte Bürgermeister Michael Senger. Das Förderprogramm sei eine Chance, nicht alleine auf den Kosten sitzen zu bleiben. In der Projektskizze sind Sanierungsarbeiten von rund zwei Millionen Euro genannt, darunter die Erneuerung der Mess-, Steuer- und Regeltechnik, die Sanierung der Fernwärmeleitung von der BMI bis zum Bad, die Erneuerung der Wärmetauscher, eine neue Rolloabdeckung fürs Freizeitbecken, die Sanierung der Duschen und WCs sowie die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Auch Zweite Bürgermeisterin Sabine Köhlerschmidt (CSU) sah eine Bewerbung als notwendig an: „Es wäre Irrsinn, jetzt nicht mitzumachen, wo wir doch seit Jahren auf ein Förderprogramm warten.“ Andreas Hofmann (ZuZ) meinte, ein Beschluss sei auch ein deutliches Signal an die Bürger, gebe es doch Gerüchte, die Gemeinde wolle „den Laden zusperren“. Nur Dritter Bürgermeister Andreas Schonath (WOB) sprach dagegen, weil Zapfendorf nicht mehr als eine Million Euro selbst aufbringen könne.

Stefanie Fischer hat ihr Gemeinderatsmandat aus persönlichen Gründen niedergelegt. Als stellvertretende Jugendbeauftragte tritt sie ebenso zurück. Zudem signalisierte auch Rabea Augustin, dass sie das Amt der Jugendbeauftragten nicht länger ausüben werde. Mona Bahr (ZuZ) erklärte, sie würde als Jugendbeauftragte zur Verfügung stehen. In der nächsten Gemeinderatssitzung soll Christian Hemmer als Fischers Nachfolger vereidigt werden.

In Zapfendorf steigt die Wassergebühr um einen Euro
Weil Zapfendorf in den vergangenen Jahren viel in die Sanierung der Wasserleitungen investiert hat, sollen jetzt die Geb... Foto: Johannes Michel

Die neue Schulleiterin Michaela Schell stellte sich vor. Sie plant, ein Schulportal (Edupage) einzuführen, auf dem sich Lehrerinnen und Lehrer mit den Eltern austauschen können. An der Schule gebe es eine Willkommensklasse für elf ukrainische Kinder. Da keine mobilen Reserven mehr vorhanden seien, sei die Personaldecke sehr dünn.

Gemeinde zahlt eine Million Euro mehr für Strom: Sparen wo es geht

Bürgermeister Michael Senger gab die Ergebnisse der vom Bayerischen Gemeindetag organisierten Bündelausschreibung für den Strombezug weiter. Bisher habe die Gemeinde fünf Cent pro Kilowattstunde gezahlt, in den kommenden drei Jahren werden es 62 Cent. Das bedeute Mehrkosten von rund einer Million Euro. Es gelte daher, Strom einzusparung.

Über Gebühren und Beiträge

Das Kommunalabgabengesetz legt fest, dass der Aufwand für die Herstellung oder Verbesserung von Wasserversorgungs- und Entwässerungseinrichtungen von den Grundstückseigentümern getragen werden muss. Dies kann über die regulären Gebühren, aber auch über so genannte Verbesserungsbeiträge geschehen. Grundstückseigentümer, die an das System angeschlossen sind, müssten dann einen einmaligen Betrag zahlen. Dieser berechnet sich in der Regel nach Grundstücks- und Geschossfläche. Die Gemeinde Breitengüßbach erhob 2021 zum Beispiel 21 Cent pro Quadratmeter Grundstücks- und 3,67 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche im Rahmen der Kläranlagensanierung.

Die Gebührensteigerung in Zapfendorf verteuert den Kubikmeter Wasser von 1,25 auf 2,25 Euro. Ein Rechenbeispiel: In Bayern liegt der Trinkwasserverbrauch bei etwa 45 Kubikmeter pro Person und Jahr. Ein Vierpersonenhaushalt zahlte damit in Zapfendorf bisher 225 Euro pro Jahr, nun werden es 405 Euro – jeweils plus Grundgebühr sowie sieben Prozent Mehrwertsteuer. Zum Vergleich: In Breitengüßbach kostet der Kubikmeter Wasser 1,85 Euro, in Baunach 2,07 Euro, in Rattelsdorf 1,65 Euro.

 

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