BAD STAFFELSTEIN

Architektenwettbewerb Bären-Areal: Die „Bären-Plätze“ überzeugen

Die Diplom-Architekten Tim-Raphael Bosch, Petya Stancheva Dzhamurov und Sophie Hoffstadt von „kol·lek·tiv Architekten“ München haben mit ihrem Vorschlag die Preisrichter des Architektenwettbewerbs zum Bären-Areal überzeugt. Darüber freuen sich Bürgermeister Jürgen Kohmann, Juror ... Foto: Markus Drossel

Kleine Gassen, die die neue öffentliche Mitte erschließen, ein kleiner Stadtplatz, Aufenthaltsbereiche unter Schatten spendenden Laubbäumen, ein Multtifunktionsgebäude mit Café, Bierothek, Direktvermarkterläden und ein Bärensaal für Veranstaltungen aller Art: Die „kol·lek·tiv Architekten“ aus München haben mit ihrer Vision zur Wiederbelebung des Bären-Areals überzeugt. Bei der Preisverleihung des Architektenwettbewerbs durften sie ihre Ideen vorstellen.

So könnte der Bärensaal aussehen, meinen die „kol·lek·tiv Architekten Hoffstadt Dzhamurov Bosch Partnerschaft mbB“ in Ar...

Der Würzburger Stadtplaner Marek Stadthaus, der die Stadt Bad Staffelstein bei der Ausführung des Ideenwettbewerbs unterstützte, erinnerte zuvor daran, dass bereits Anfang der 2000-er Jahre erste Skizzen gefertigt wurden, wie man das brach gefallene Brauerei-Gelände vis-a-vis des Marktplatzes umgestalten könne. Kein Wunder, sei doch hier einst der wesentliche Biergarten der Stadt gewesen und ein wichtiger Treff.

Von der Alten Schießstätte aus in Richtung Innenstadt geblickt. Foto: Markus Drossel

Diese Lücke in der Stadtkultur solle nun geschlossen werden. Die Vorgabe für die Architekten: Neben der Wiederbelebung von Gastronomie und Hotellerie im historischen „Bären“-Gasthof (er stammt aus den Jahren nach dem Stadtbrand 1684) sollten im hinteren Teil ein Veranstaltungssaaal für bis zu 300 Personen, ein Multifunktionssaal sowie eine Bibliothek eingearbeitet werden. „Wir verknüpfen also den Marktplatz mit Gastronomie und Kultur“, brachte er es auf einen Nenner. Durch die Revitalisierung des „Bären“ leiste die Stadt einen tollen Beitrag zum Erhalt der Baukultur.

Die Wiederbelebung des Bären-Areals ist ein wichtiger Baustein für eine attraktive Innenstadt, meint nicht nur Bürgermei... Foto: Markus Drossel

Corona-bedingt waren nicht alle Juroren erschienen. Stellvertretend gab Klaus Arnold einen Einblick in die Arbeit des Preisgerichts. Alle 13 Mitwirkenden hätten einstimmig entschieden. Er freute sich über die Unterschiedlichkeit der Konzepte der Architekten und die differenzierten Herangehensweisen, was es den Entscheidern nicht leicht gemacht habe. So setzen die Drittplatzierten auf ein dominierendes Haupthaus und hätten das Sudhaus der einstigen Brauerei gerne erhalten, die Zweitplatzierten hätten gerne zwei Haupthäuser errichtet. Und die erstplatzierten „kol·lek·tiv Architekten“ lösen gar in einzelne Baukörper auf, schaffen dadurch viele „Bären-Plätze“.

Blick in den Lesesaal der künftigen Bücherei im Bären-Areal, entworfen von den „kol·lek·tiv Architekten“ aus München. Foto: Markus Drossel

Die Preisträger Sophie Hoffstadt, Petya Stancheva Dzhamurov und Tim-Raphael Bosch erläuterten die Visionen. Ihr Ziel sei es gewesen, das Quartier im historischen Stadtkern in die Gegenwart zu transferieren, um es künftig wieder für die Bevölkerung erfahrbar zu machen. Als Grundlage für die Lage der Gebäude habe ein alter Kataster gedient. Aufwerten wollte man das Gelände, aber nicht überladen. Und so gibt es im Siegerentwurf eine luftige Bebauung sowie viele Wege und Plätze zum Verweilen, ebenso viel Grün. Die historischen Gebäude werden entkernt, bleiben aber erhalten. Ansonsten werden auf dem Bären-Areal Sudhaus, Abfüllerei, Bettenhaus, Scheune und all die anderen Gebäudeteile abgerissen. „Bär und Ultschen-Gebäude werden von Anbauten aus der Neuzeit befreit“, drückten es die Planer diplomatisch aus. Und auch die angrenzende Kegelbahn wird rückgebaut. Der uralte Eiskeller unter dem „Bären“ aber soll erhalten bleiben. Auch die Kupferkessel der Brauerei sind zu schade für den Schrott: Sie könnten als Blickfänge in oder an den künftigen Gebäuden dienen.

Die Wiederbelebung des Bären-Areals ist ein wichtiger Baustein für eine attraktive Innenstadt, meint nicht nur Bürgermei... Foto: Markus Drossel

„Der Architektenwettbewerb ist ein ganz wichtiger Beitrag für die Weiterentwicklung einer lebendigen Innenstadt“, freute sich Bürgermeister Jürgen Kohmann. „Wir wollen ein Kultur- und Kommunikationszentrum mitten in der Stadt errichten.“ Jeder der 14 Entwürfe sei auf seiner Art etwas Besonderes gewesen. Den Juroren bescheinigte er, eine sehr gute Wahl betroffen haben. „Wir haben einen kleinen, aber sehr wichtigen Schritt hin zur Realisierung absolviert.“

Zum Architektenwettbewerb Bären-Areal

• Nahezu 100 Architekturbüros wollten am Architektenwettbewerb zum Bären-Areal teilnehmen. Die Stadt wählte 15 davon aus. 14 lieferten einen Vorschlag.

Quartiersmanager Michael Böhm kann es kaum erwarten, die Lücke im Herzen der Stadt Bad Staffelstein zu füllen. Foto: Markus Drossel

• Jeder der 14 Teilnehmer erhielt ein Startgeld von 4000 Euro.

• 13 Preisrichter, darunter Architekten und Stadtplaner, Vertreter von Stadt, Denkmalpflege und Regierung von Oberfranken, kürten am Dienstag, 20. Oktober, die Siegerentwürfe.

• Der erste Preis ist mit 55 000 Euro dotiert, für den zweitplatzierten Entwurf gibt es 30 000 Euro und für den dritten 20 000 Euro.

• Alle Entwürfe sind noch bis Donnerstag, 29. Oktober, jeweils von 13 bis 17 Uhr im Mehrzweckraum der Adam-Riese-Halle zu sehen.

Für die Sieger aus München gab es von Bürgermeister Jürgen Kohmann nicht nur das Preisgeld, sondern auch Bierkrug und Re... Foto: Markus Drossel

• Das Gelände des ehemaligen Gasthofs „Zum schwarzen Bären“ liegt in der Altstadt zwischen Marktplatz, Kastenhof und Alter Schießstätte.

• Die Stadt Bad Staffelstein kaufte das Bären-Areal nebst „Ultsch-Gelände“ im Oktober 2015.

Juror Klaus Arnold freute sich über viele tolle Entwürfe. Foto: Markus Drossel

• Der Komplex umfasst 3600 Quadratmeter rund steht seit 1998 leer.

• Rund 25 Millionen Euro sind veranschlagt, um das Bären-Areal wiederzubeleben. Dabei hofft die Stadt auf Zuschüsse in Höhe von bis zu 90 Prozent im Rahmen der Städtebauförderung des Freistaats.

Juror Klaus Arnold freute sich über viele tolle Entwürfe. Foto: Markus Drossel
Die Architektinnen Sophie Hoffstadt und Petya Stancheva Dzhamurov erklärten ihre Visionen Foto: Markus Drossel

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