EBENSFELD

Hohe Wellen bei der Ebensfelder Bürgerversammlung

Hohe Wellen bei der Ebensfelder Bürgerversammlung
Der Kellbach kann bei Starkregen schnell anschwellen und auch wegen der Bewucherung zur großen Gefahr werden. Foto: Monika Schütz

Ein Naturidyll oder eine Gefahrenquelle bei Starkregen? Der Kellbach war erneut Diskussionsthema bei der Bürgerversammlung, die auch heuer wieder für ganz Ebensfeld gemeinsam stattfand. Der frühere Gemeinderat Thomas Blum hatte dazu einen Antrag gestellt. „In Sachen Hochwasserschutz hat sich nichts getan“, beklagt er. „Wie soll das Wasser im Kellbach nach Starkregen abfließen, wenn die Durchlässe und Bachläufe immer enger werden?“, fragte er.

Zur Zeit ist der Bach vor allem in der Ortsmitte wieder zugewuchert. Thomas Blum fordert dringend, Berater von Wasserwirtschaftsamt, Landratsamt und weitere Fachleute zu befragen, um für und mit den Bürgern die besten Schutzvorkehrungen treffen zu können. Die Antwort von Bürgermeister Bernhard Storath dürfte ihn überrascht haben: „Wir haben ein Sturzflutrisiko-Management auf den Weg gebracht, das genau den Kellbach, den Haselbach und die Gemeinde Eggenbach im Blickfeld hat.“ Die viele neuen Bauanträge würden jetzt auch deutllich genauer unter die Lupe genommen und sogar manche „Altbestände“ müssten ran: „Die Leute werden nacharbeiten müssen, auch was die Sicherheit von Öltanks in Kellern angehe. Das Thema wird uns weiter beschäftigen und es wird Geld kosten und wir brauchen Grunderwerb für Retentionsflächen“, so der Bürgermeister weiter.

Einen 100-prozentigen Schutz gibt es nicht

Ob das mit Rückhaltebecken oder Hochwasserschutzbecken, vielleicht auch mit Mauerwerk geschehen soll, konnte er an diesem Abend nicht sagen, aber: „Ich sag euch eines - es gibt keinen 100-prozentigen Schutz.“ Dennoch sei es falsch, jetzt in Panik zu geraten. Der Hochwasserschutz im Gemeindegebiet habe höchste Priorität. Berechnungen und Modellversuche laufen auf Hochtouren, versprach Bürgermeister Storath.

Diskussionsbedarf gab es bei einer weiteren Wortmeldung: Burkhard Becker, ehemaliger Vorsitzender des Tourismus Vereins Ebensfeld, hakte energiegeladen nach zum Antrag von Thomas Blum, der wissen wollte, was mit den Geldmitteln des aufgelösten Vereins geschehe. Der Verein habe sich im letzten Jahr aufgelöst, die Angelegenheit sei an die Marktgemeinde übergegangen, es sei vereinbart worden, die Gelder für touristische Zwecke zu verwenden, so Blum.

Betrugsvorwurf steht im Raum

Hohe Wellen bei der Ebensfelder Bürgerversammlung
Thomas Blum (stehend) hatte nicht weniger als sechs Anfragen an Bürgermeister Bernhard Storath gestellt. Foto: Monika Schütz

Die Erklärung von Bürgermeister Storath, die Gelder seien - wie mit dem damaligen Vorstand vereinbart - bereits aufgeteilt: nämlich in die Kirchenstiftung Sträublingshof für Projekte am Veitsberg und für Unterstellhäuschen in Oberbrunn, lies Becker nicht gelten: „Ich halte das für Betrug!“, wetterte er und benutzt auch Worte, die man von ihm nicht erwartet hätte. Das Angebot von Bürgermeister Storath, „wir klären das Ganze, nahm er eher ungläubig an.

Weitere Anträge von Thomas Blum waren der schlechte Straßenzustand in der Himmelreichstraße im Bereich des Sportgeländes, als auch die Prächtinger Straße in Ebensfeld, von der Abzweigung Hauptstraße bis zum gemeindlichen Friedhof. Der Bürgermeister konnte ihn beruhigen, in der Prächtinger Straße sei für 2022 eine neue Straßendecke geplant, in der Himmelreichstraße für nächstes Jahr. Auch die vom Frost aufgesprungenen Stücke der Wasserrinne entlang der Straße zum Oberen Kellbachdamm hält Thomas Blum für eine Gefahr: „Jedes Jahr erlebe ich Personen, meist Fremde, die in so einem Ausbruch umknicken und stürzen.“

„Auch das haben wir auf dem Schirm“, so Storath. Und noch ein Anliegen hatte Thomas Blum: das stark sanierungsbedürftige „Wendler“ Anwesen solle doch der Gemeinheit erhalten werden - außerdem müsste sich die Gemeinde um den Schädlingsbefall im Holz des Fachwerkhauses kümmern, bevor diese auf andere Gebäude übergriffen. „Es ist Privateigentum“, betonte Storath. Dennoch sei er überzeugt, dass man für das älteste Haus in Ebensfeld eine Lösung finden würde. Er habe bereits mit der Besitzerin gesprochen.

 

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