BAD STAFFELSTEIN

Großeinsatz mit drei Hubschraubern in Bad Staffelstein

Großeinsatz: An der Suche nach einer eingebrochenen Person an den Bad Staffelsteiner Seen und dem Main waren drei Hubschrauber und rund 110 Retter beteiligt. Foto: Gerhard Herrmann

Nach einer im Eis eingebrochenen Person suchte ein Großaufgebot von 110 Rettungskräften und drei Hubschraubern am Dienstagmorgen bei Bad Staffelstein. Hilferufe, die aus der Richtung des Mittelsees kamen, hatte ein Arbeiter, der in der Mainstraße in Nedensdorf tätig war, gegen 9.22 Uhr gehört und die Polizei alarmiert. Nach einer intensiven Absuche aller drei Bad Staffelsteiner Seen kam schließlich die erlösende Nachricht, dass ein Spaziergänger, der an der Angerhütte gestürzt war, um Hilfe gerufen hatte.

Mit dem Eisrettungsschlitten suchten die Retter der Wasserwacht Ebensfeld den Ostsee nach einer eingebrochenen Person ab... Foto: Gerhard Herrmann

Fast eine Stunde lang suchten die Hubschrauber Christoph 20 aus Bayreuth, Christoph 27 aus Nürnberg und der Polizeihubschrauber Edelweiß den Mittelsee, den Westsee, den Ostsee und den Main ab. Zuerst hatten sich die Retter von Wasserwacht, DLRG und Feuerwehr sowie Sanitäter und Polizei am Mittelsee postiert, um auf genauere Hinweise der Hubschrauber-Piloten zu warten. Im Minutentakt stießen weitere Wasserretter aus dem ganzen Landkreis dazu.

Absuche des Ostsees mit dem Eisrettungsschlitten

Mit drei Hubschraubern und einem Großaufgebot von Wasserrettern wurde nach einer verunglückten Person gesucht. Foto: Gerhard Herrmann

Lediglich am Ostsee stellten die Piloten eingebrochene Stellen in der Eisdecke fest. Dort war das Eis auf einer fast einen Meter breiten und etwa drei Meter langen Schneise vom Ufer her zersplittert. Da die Absuche dort nichts ergab, tasteten sich zwei Rettungstaucher der Wasserwacht Ebensfeld auf einem Eisrettungsschlitten weiter auf die Eisdecke vor. Systematisch suchten sie, gesichert mit einer 100 Meter langen Leine, das Eis ab. Sie fanden allerdings nur ältere Einbruchsstellen. Aufgrund der milchigen Konsistenz des Eises war darunter kaum etwas zu sehen, so dass die Absuche mühsam war, wie die Retter berichteten. Da die Einbruchsstellen bereits wieder zugefroren waren, gingen die Retter davon aus, dass hier kein Unglück geschehen sein konnte.

Die erlösende Nachricht kam schließlich gegen 10 Uhr vom Schloss Oberau. An der Angerhütte war ein Spaziergänger gestürzt und von den Anwohnern versorgt worden. Der Anruf eines weiteren Zeugen bestätigte schließlich die Vermutung, dass der Gestürzte, der laut um Hilfe gerufen hatte, den Mann in Nedensdorf aufgeschreckt hatte. Da dem 67-Jährigen, der auf dem vereisten Weg ausgerutscht war, Anwohner von Schloss Oberau zu Hilfe kamen, wurde der Rettungsdienst nicht benachrichtigt. Der Mann verletzte sich nur leicht.

Eine breite Einbruchsschneise im Eis entdeckte die Hubschrauberbesatzung am Ostsee. Foto: Gerhard Herrmann

„Auch wenn es diesmal glimpflich abgegangen ist, war der Einsatz notwendig, denn bei einem Einbruch ins Eis zählt jede Sekunde, um Leben zu retten“, betonte Kreisbrandrat Timm Vogler, der die Suche gemeinsam mit dem Kreisvorsitzenden der Wasserwacht Oliver Naumann geleitet hatte. Daher seien sämtliche Rettungskräfte, die mit der Wasserrettung zu tun haben, alarmiert worden.

Neben den drei Rettungshubschraubern waren die Wasserwacht aus Ebensfeld, Bad Staffelstein, Michelau und Lichtenfels sowie die DLRG aus Lichtenfels, Bad Staffelstein und Burgkunstadt mit 65 Rettern im Einsatz. Außerdem die Feuerwehr Bad Staffelstein mit 25 Kräften und 20 Polizisten.

„Jeder, der zurzeit auf's Eis geht, bringt sich in Lebensgefahr.“
Oliver Naumann, Kreisvorsitzender Wasserwacht
Der Rettungshubschrauber Christoph 20 und zwei weitere Helikopter suchten die Bad Staffelsteiner Seen und den Main ab. Foto: Gerhard Herrmann

Der Vorfall zeige, wie gefährlich das Betreten des Eises sei, erklärte Oliver Naumann, Kreisvorsitzender der Wasserwacht. „Ich appelliere an alle Bürger, das Eis gefrorener Seen nicht zu betreten, wenn nicht eindeutig klar ist, dass es trägt“, betonte er. Gerade bei den derzeitigen Temperaturen mit Minusgraden in der Nacht und Plusgraden am Tag, die das Eis zu schmelzen bringen, sei die Gefahr, einzubrechen, besonders groß. „Jeder, der zurzeit auf's Eis geht, bringt sich in Lebensgefahr.“ Bevor die Eisdecke eines Sees betreten werden könne, müsse sie mindesten sechs bis acht Zentimeter dick sein. Dazu seien ein bis zwei Wochen lang durchgehende Minusgrade erforderlich.

Die Retter der Wasserwacht setzten Eisrettungsschlitten ein. Foto: Gerhard Herrmann

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