KALTENBRUNN

Gemeinderat Itzgrund: Diskussionen um den Radweg

Gemeinderat Itzgrund: Diskussionen um den Radweg
Der neu gebaute Radweg zwischen Rossach und Gleußen stößt nicht überall auf Begeisterung. Im Gemeinderat wurde jetzt erneut Kritik am Holzgeländer laut, das insbesondere von der Landwirtschaft als störend empfunden wird. Foto: Berthold Köhler

Binnen kurzer Zeit hat es der neu ausgebaute Radweg zwischen Gleußen und Rossach geschafft, zum Politikum im Itzgrunder Gemeinderat zu werden. Immer wieder stehen die Art und Weise des Ausbaus sowie der Kostenanteil für die Gemeinde und die Gleußener Jagdgenossenschaft zur Diskussion. Am Mittwochabend im Gemeinderat erneut – da ist bei dessen Sitzung in der Itzgrundhalle die Schlussabrechnung für den Radweg bekannt geworden.

125.758 Euro sind es, die der Gemeinde vom Staatlichen Bauamt Bamberg beim Ausbau des Itzgrundradweges – der zeitgleich auch ein wichtiger landwirtschaftlicher Verbindungsweg ist – als Anteil an den Baukosten übermittelt wurden. Berechnet wurde die Summe auf die Breite des Weges: Bis 2,50 Meter (was für einen Radweg normal ist) ging der Ausbau auf Kosten des Bauamtes, der restliche halbe Meter auf die Gemeinde. Als 2019 mit den Planungen für den Ausbau begonnen wurde, war mal von 80.000 Euro die Rede. Zehn Prozent wurden der Jagdgenossenschaft zugerechnet, die laut Gesetz eigentlich für den Unterhalt von Flurwegen zuständig ist. Entsprechend der jetzt vorliegenden Schlussrechnung wären es also 12.575 Euro gewesen, die von den Jagdgenossen hätten übernommen werden sollen.

Keine Gegenstimme, aber dann Diskussionen

So weit kam es aber nicht: Gegen den Vorschlag der Verwaltung, den Anteil der Jagdgenossenschaft bei 8000 Euro zu deckeln, gab es keine Gegenstimme. Kritische Worte aber sehr wohl. Stefanie Schmidt und Maria Döllinger (beide FW), konnten es sich nicht verkneifen, noch einmal das umstrittene Holzgeländer auf dem Abschnitt bei Schleifenhan anzusprechen. Geschätzt 700 Meter sei dieses lang, sagte Schmidt, aber völlig ohne Sinn für landwirtschaftliche Fahrzeuge. Der Weg sei schließlich breit genug, da hätte es die Absicherung nicht gebraucht.

Maria Döllinger dachte gleich in die Zukunft weiter: Da ist nämlich die Gemeinde für den Unterhalt des Radweges zuständig. In einem Bereich aber bitte nur die Gemeinde, betonte Döllinger: „Der Unterhalt des Geländers sollte nicht Sache der Jagdgenossen sein.“ Hannes Porzelt ging sogar ein Schritt weiter: Wenn es nach ihm ginge, würde er nach Ende der Lebensdauer das Holzgeländer nicht erneuern, sondern einfach ersatzlos abbauen, sagte der CSU-Gemeinderat.

Gemeinderat Itzgrund: Diskussionen um den Radweg
Der Radweg vor der Sanierung. Foto: Berthold Köhler

Da war für Bürgermeisterin Nina Liebermann (CSU), dann doch der Punkt gekommen, um mal eine grundsätzliche Ansage zu treffen. Sie bat den Gemeinderat, sich doch mal an den alten Zustand des Radweges zu erinnern. Der sei so schlecht gewesen, dass es ständig von überall her Stimmen gegeben habe, die einen Ausbau forderten. Dieser sei nun Wirklichkeit geworden, aber nicht – was grundsätzlich angesagt gewesen wäre – finanziert über die Jagdgenossenschaft, sondern über ein Sonderprogramm durch das Staatliche Bauamt. Deshalb riet die Bürgermeisterin, nicht allzu sehr zu mosern: „Das Staatliche Bauamt hat uns viel Geld gespart.“

Und dabei auch einen lokalen Mehrwert gebracht. Darauf wies Jürgen Alt (SPD) hin: Der deutliche gestiegene Radverkehr bringe schließlich Menschen in den Itzgrund, die dort auch ein bisschen Geld lassen. Zudem sei es durchaus so gewesen, dass auch von Seiten der Landwirtschaft der Ausbau immer wieder gefordert wurde. Besser als jetzt hätte es doch nicht kommen können, freute sich Alt: „Der Freistaat Bayern hat uns einen 2,50 Meter breiten Radweg geschenkt.“ Gleichwohl: Selbst Jürgen Alt schlug vor, künftig beim Unterhalt den Anteil des Geländers am Radweg nicht der Jagdgenossenschaft zu berechnen. Da müsse die Gemeinde halt ein bisschen mehr leisten.

Eine gute Nachricht zum Schluß

Eine gute Nachricht hatte Nina Liebermann am Ende der Diskussion. Sollte irgendwann einmal der neue Radweg zwischen den Zufahrten Gleußen-Nord und -Süd gebaut werden, werden die Gemeinde und die zuständige Jagdgenossenschaft wohl um eine finanzielle Beteiligung herumkommen. Die Situation bei der Finanzierung solcher wichtiger Radweg-Projekte hat sich nämlich insofern geändert, dass die betroffenen Kommunen dabei nicht mehr zur Kasse gebeten werden sollen.

 

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