EBENSFELD

Gemeinderat Ebensfeld: Kein Baugrund zu verkaufen

Gemeinderat Ebensfeld: Kein Baugrund zu verkaufen
Prächting: Von der Hauptstraße (Standort Fotograph) bis zumKellbach (direkt vor der Baum-/ Buschreihe) ersteckt sich das Neubaugebiet "Am Brauhausweg II". Foto: Monika Schütz

Es ist eine Situation, die es in vielen Gemeinden gibt, und den Rathauschefs mehr oder weniger graue Haare kostet. Wie auch Bernhard Storath, dem ersten Bürgermeister der Marktgemeinde Ebensfeld. „Wir haben uns die Goschn? fransig geplaudert - wie man auf fränkisch sagt, aber die geben nix her“.

Gemeinderat Ebensfeld: Kein Baugrund zu verkaufen
Auch Spazierengehen ist derzeit auf dem Geländedes Bezirksklinikums Kutzenberg nicht erlaubt Foto: Monika Schütz

Die Rede ist von den nicht wenigen Bauplätzen und Grundstücken, die sich im Kernort und in den umliegenden Gemeindeteilen in privater Hand befinden und nicht verkauft werden. Verständlich wegen der aktuellen Lage? Weil es keine Zinsen auf der Bank gibt? Und weil man niemanden zu etwas zwingen kann. Außerdem gäbe es keinen Bauzwang. Der Bedarf und die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum ist aber ungebrochen da. Die Gemeinde entschloss sich also, in Prächting und Kleukheim neue Bebauungen zuzulassen. In Prächting wird am Ortseingang - von Ebensfeld rechts - das neue Wohngebiet „Am Brauhausweg II“ entstehen, in Kleukheim das Wohngebiet „An der Oberleiterbacher Straße“. Bei der Sitzung des Marktgemeiderates wurden nun die Stellungnahmen der öffentlichen Auslegung besprochen und behandelt.

Gemeinderat Ebensfeld: Kein Baugrund zu verkaufen
Nur die Sicherung durchgebrannt: Vergangenes Wochenende gingenan der Hausptstraße in Ebensfeld die Lichter der Laternen ... Foto: Monika Schütz

Beim Baugebiet in Prächting hat das Landratsamt Lichtenfels Bedenken: es möchte zuerst ein Lärm-Gutachten, da es von der neuen Staatsstraße 2187 Ebensfeld-Scheßlitz ein höheres Verkehrsaufkommen und somit höhere Lärmemissionen befürchtet. Die Gemeinde wird nun also eine schalltechnische Berechnung in Auftrag geben und gegebenenfalls Schutzmaßnahmen in den Bebauungsplan aufnehmen. Bis zur nächsten Sitzung werde das Lärmgutachten vorliegen, so Bernhard Storath, dann würden die weiteren Maßnahmen für das Neubaugebiet in die Wege geleitet. Da es sich bei dem Baugebiet außerdem teilweise um eine Hangfläche handelt, soll sichergestellt werden, dass abfließendes Wasser keine oberen oder unteren Anlieger beeinträchtigt.

Kein Baugebiet ohne Flächenverbrauch

Gemeinderat Ebensfeld: Kein Baugrund zu verkaufen
Vor Dittersbrunn: ein bischen weit gemäht, teils bis anden Waldrand. Foto: Monika Schütz

Zur Lage des Gebietes am nahen Kellbach gab das Wasserwirtschaftsamt Kronach folgende Stellungnahme ab: „aus wasserwirtschaftlicher Sicht bestehen keine Bedenken gegen das Baugebiet. Das Baugebiet sei von einem Hochwasser des Kellbaches, das statistisch alle 100 Jahre auftritt, nicht betroffen“. „Und wenn doch?“, wollte Gemeinderat Otto Weidner wissen. Ihm und Gemeinderätin Barbara Schatz(ebenfalls Partei „Die Grünen“) sind auch der Flächenverbrauch dieser bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche ein Dorn im Auge. Entsprechend lautete das Abstimmungsergebnis zu diesem Punkt 18 Ja- und zwei Gegen-Stimmen.

Der Boden sollte auf keinen Fall verloren gehen

Auch in Kleukheim „An der Oberleiterbacher Straße“ können Baulücken in der Umgebung aus genanntem Grund nicht genutzt werden. Aktuell werden auch hier benötigte Flächen bewirtschaftet, straßenbegleitend stehen Obst- und Nussbäume. Von Westen soll zunächst ein Erdwall aufgeschüttet werden. Hier machten das Landratsamt und der Bund Naturschutz (BN) etliche Vorschläge zur Begrünung, wobei der BN auch hier grundsätzlich die Ausweisung dieses neuen Baugebietes strikt ablehnt.

Gemeinderat Ebensfeld: Kein Baugrund zu verkaufen
Gefährlich und hochgiftig: Der Riesenbärenklau wächstschon wieder und muss umgehend entfernt werden. Foto: Monika Schütz

Das Wasserwirtschaftsamt Kronach stellte außerdem die besondere Güte des Bodens im geplanten Gebiet fest und rät, in Absprache mit der Unteren Bodenschutzbehörde und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten diesen guten „Aushub“ landwirtschaftlich an anderer Stelle zu verwerten. Nach Behandlung aller fristgemäß eingegangenenStellungnahmen stimmten die Räte mit 18 zu zwei Stimmen dafür (Gegenstimmen: Otto Weidner und Barbara Schatz, von den Grünen).

Im Gemeinderat kurz notiert

• Ja zu Photovoltaik-Freiflächenanlage in Eggenbach: Die Eigentümerin der Sonnenleite 4 in Eggenbach möchte auf eben dieser Fläche eine Photovoltaik-Anlage errichten. Die Fläche ist aktuell landwirtschaftlich genutzt. Es ist sowohl eine Änderung des Flächennutzungsplanes, als auch die Aufstellung eines Bebauungsplanes notwendig. Das hat nun die Planungsgruppe Strunz Ingenieurgesellschaft in Bamberg erledigt. Das Gremium stellte diesem Vorhaben mehrheitlich das gemeindliche Einvernehmen in Aussicht ( mit 17 Ja und drei Nein-Stimmen, mit Nein stimmten Horst Amon, Peter Schmauser und Sebastian Dorsch/ alle CSU/JB).

• In der Haupstraße gingen am letzten Wochenende die Lichter aus, der Stromausfall der Straßenlampen erstreckte sich von Freitag bis Sonntag. „Was war los?“, fragte Otto Weidner. Schuld war eine durchgebrannte Sicherung, so Bernhard Storath.

• Nachgefragt wurde auch zu den gemähten Streifen, die neben der Fahrbahn in Richtung der Orte Prächting - Dittersbrunn teils sehr viel weiter ins Bankett gemäht wurden, als vielleicht gewohnt. Storath: „Die Verkehrssicherheit steht an oberster Stelle. Tatsächlich aber bis an den Waldrand hinan hätte es vielleicht doch nicht gebraucht.“

• Christian Böhmer (FW/ JW) hatte bemerkt, dass am Fußweg nahe Prächting in Richtung Ebensfeld erneut der Riesenbärenklau wächst. Diese Pflanze ist mit ihrem Gift hochgefährlich, kann Mensch und Tiere ernsthaft verletzen. „Bei uns wird nur einmal im Jahr wird gemäht, aber der Bärenklau kommt raus!“, versprach der Bürgermeister.

 

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