SASSENDORF

Gärten zertifiziert: Oasen für die heimische Natur

Gärten zertifiziert: Oasen für die heimische Natur
Der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Bamberg zeichnete 14 Familien aus, die sich für das Naturgartenzertifikat beworben hatten. Ihre Gärten sind Oasen für die heimische Natur und gute Beispiele, wie Obst- und Gemüseanbau ohne Torf, Chemie oder Kunstdünger gelingen. Foto: Thea Schellakowsk

Hohes Gras ist der neue Gartenchic, die Brennnessel-Ecke ein Geheimtipp als Nützlings-Versteck, die Regenwasser-Zisterne ein Statussymbol und Kompost das Gold des Gärtners! Naturgarten-Fans sind leicht zu erkennen - an ihren Gesprächsthemen.

Ohne Torf, Chemie oder Kunstdünger

Jüngst zeichnete der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Bamberg in einer sommerlichen Festveranstaltung in Sassendorf bei Zapfendorf 14 Familien aus, die sich für das Naturgartenzertifikat beworben hatten, meldet das Bamberger Landratsamt. Ihre Gärten seien Oasen für die heimische Natur und gute Beispiele, wie Obst- und Gemüseanbau ohne Torf, Chemie oder Kunstdünger gelingen.

Viel Lob gab es dafür vom stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisverbands Rainer Giel, vom stellvertretenden Landrat Bruno Kellner und vom Bürgermeister des Marktes Zapfendorf, Michael Senger. Danach bot sich reichlich Gelegenheit, untereinander Tipps auszutauschen und den wunderbaren Nutz- und Wohngarten der gastgebenden Familie Marr zu bewundern.

Angst vor weiteren Hitzesommer

„36 Grad und es wird noch heißer…“ Was für die Berliner Band Zweiraumwohnung noch 2007 als fröhlich-verspielte Liebeserklärung an echtes Sommerwetter gedacht war, sei heute leider brandaktuell, heißt es in der Pressemitteilung. Wer sich mit Natur und Garten beschäftige, blicke angesichts eines weiteren Hitzesommers sorgenvoll in die Zukunft, „in der uns im Zug der Klimaveränderung immer mehr Dürreperioden und Extremwetter-Ereignisse bevorstehen.“ Umso beeindruckender sei es, Menschen zu treffen, die sich bewusst entscheiden, ihren Garten naturnah zu pflegen. Dazu gehörten der Verzicht auf klimaschädlichen Torf, chemische Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger. Außerdem werd Wert auf Regenwasser-Management, Kreislaufwirtschaft und hohe ökologische Vielfalt gelegt.

Schon 69 Gütesiegel im Landkreis Bamberg vergeben

Auf die Bedeutung und die Schönheit naturnaher Gärten mache der Bayerische Landesverband für Gartenbau und Landespflege mit der Aktion seit 2019 aufmerksam. Unter der Dachmarke „Bayern blüht“ werde deutlich, wie artenreich und vielfältig heimische Gärten bereits sind. Die ausgezeichneten Naturgärten dienten gleichzeitig als Anregung, mehr Natur im eigenen grünen Reich zuzulassen. In Stadt und Landkreis Bamberg seinen es bereits 69 Gärten, die das Gütesiegel führen dürfen - eine bayernweit herausragende Zahl!, meldet das Bamberger Landratsamt stolz

Es sei eine alte Weisheit: Auch ein langer Weg beginne mit dem ersten Schritt. Wer endlich erkenne, dass große Bäume wichtig für die Abkühlung in dicht bebauten Siedlungskernen sind, wer Insekten, Vögeln und Kleintieren Nahrung und Versteck bietee, wer Chemie und Kunstdünger aus dem Hausgarten verbanne, habe sowohl für die Allgemeinheit als auch für sich selbst etwas sehr Gutes bewirkt.

Sie möchten ihren Garten zertifizieren lassen?

Auch im kommenden Jahr werde der Bamberger Kreisverband Naturgarten-Zertifikate verleihen. Teilnehmen könnten alle, die ihren Garten naturnah pflegen. In einer Gartenbegehung und Gartenberatung entscheiden die von der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau geschulten Fachleute des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege Bamberg laut Pressemitteilung, ob ein Garten die Kriterien der Ökologie und Nachhaltigkeit erfülle - und anschließend könnte man vielleicht mit der Plakette „Naturgarten - Bayern blüht!“ am Ihrem Gartenzaun ein sichtbares Zeichen für mehr Natur im heimischen Garten setzen.

Für Mitglieder der Obst- und Gartenbauvereine in Stadt und Landkreis Bamberg übernimmt der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege die Kosten der Zertifizierung.

Bei Fragen erreichen Interessierte die Kreisfachberaterinnen - und berater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Bamberg, Alexandra Klemisch, Tel. (0951) 85534, Claudia Kühnel, Tel. (0951) 85515 oder Oliver Rendl, Tel. (0951) 85527, oder per Mail unter kreisverband@lra-ba.bayern.de (red)

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