ITZGRUND/KALTENBRUNN

Für eine lebenswertere Ortsmitte in Kaltenbrunn

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Dieses Dorf soll schöner werden: Der Ausbau der Coburger Straße stellt die größte Einzelmaßnahme bei der Kaltenbrunner Dorferneuerung dar. Die Gemeinde rechnet mit rund 2,05 Millionen Euro Baukosten.

Gerade erst erfolgreich die Sanierung der Itzgrundhalle über die Bühne gebracht, steht im Itzgrund das nächste Großprojekt an: die Neugestaltung der Coburger Straße samt Umfeld. Das Projekt im Rahmen der Dorferneuerung soll zu einer lebenswerteren Kaltenbrunner Ortsmitte führen. Am Mittwochabend hat Bürgermeisterin Nina Liebermann (CSU) den Gemeinderat über den Abschluss der Vereinbarung mit dem Amt für ländliche Entwicklung informiert.

Die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt wird ein dicker Brocken: 2,05 Millionen Euro stehen als Baukosten in der Vereinbarung, wobei Matthias Bauer da sofort ein bisschen zusammenzuckte. Er könne sich noch gut an Gespräche erinnern, bei denen von 1,2 Millionen Euro die Rede war, sagte der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler. Diese Zahl konnte auch Dieter Scherbel von der Gemeindeverwaltung bestätigen – allerdings sei diese Kostenschätzung schon sieben Jahre alt und sie habe sich eben aufgrund der allgemeinen Preissteigerung auf den heutigen Stand entwickelt. „Wir sind auf einem Niveau, das nicht mehr wie früher ist“, sagte Scherbel.

Ortseinfahrten sollen ebenfalls umgebaut werden

Die Bürgermeisterin ergänzte, dass die beiden Ortseinfahrten an den Staatsstraßen 2204 (Nord, Richtung Seßlach) und 2278 (Süd, Richtung Untermerzbach) ebenfalls ein neues Aussehen bekommen sollen. Aber dies geschehe vermutlich nicht über die Dorferneuerung, sondern über anderweitige Kooperationen.„Und dann vielleicht mit höheren Zuschüssen“, sagte Nina Liebermann.

In der Coburger Straße sind umfangreiche Baumaßnahmen notwendig. Foto: bkö

Wobei die finanzielle Unterstützung durch das Amt für ländliche Entwicklung auch jetzt schon nicht schlecht ist. Nina Liebermann war sichtlich froh über die Zusage, dass der Itzgrund bei der Coburger Straße mit 30 Prozent (also 660 000 Euro) Eigenanteil davonkommt: „Das ist sehr erfreulich, weil 70 Prozent Zuschuss nicht selbstverständlich sind.“ Ebenso wie die Tatsache, dass auch das Umfeld des Rathauses in den Geltungsbereich der Dorferneuerung mit aufgenommen wurde.

Zum Zeitplan besteht noch ein bisschen Gesprächsbedarf. Die Bürgermeisterin kündigte an, dass noch im September eine Sitzung der Teilnehmergemeinschaft stattfinden soll. Dabei werden die letzten Details geklärt. Aber wohin der Trend geht, konnte Nina Liebermann schon hochrechnen: „Wir können davon ausgehen, dass wir im nächsten Jahr anfangen.

Keine Lüfter für die Schule

Gar nicht enden wollte die Diskussion vor der Entscheidung, ob die Gemeinde – wie von der SPD vorgeschlagen – bis zu Beginn des neuen Schuljahres mobile Umluft-Filtergeräte für die Oskar-Schramm-Schule und den „Itzgrundstrolche“-Kindergarten anschaffen soll. Die Standpunkte waren eigentlich schnell klar: Jürgen Alt (SPD; „Sie wären eine wichtige Unterstützung des infektionsschutzgerechten Lüftens.“) war unbedingt dafür, die Bürgermeisterin („Wenn ich zu 100 Prozent überzeugt wäre, dass dadurch niemand mehr krank wird, würde ich zustimmen.“) strikt dagegen und ein großer Teil des Gemeinderates hin- und hergerissen.

Entscheidend war am Ende wohl die von Nina Liebermann übermittelte Einschätzung der Schulleitung und des Elternbeirates, die beide keine Notwendigkeit für die Anschaffung von Lüftungsgeräten sahen. Alleine schon, weil auch mit den Geräten über geöffnete Fenster gelüftet werden müsste, was Maria Döllinger (Freie Wähler) schulterzuckend kommentierte: „Die Kinder werden wieder mit Anorak in der Schule sitzen müssen – mit und ohne Gerät.“ So sprach sich der Gemeinderat gegen die Stimmen von Jürgen Alt, Horst Porzelt (beide SPD) und Sebastian Porzelt (CSU) gegen die Anschaffung von Lüftern aus.

Bei Generalsanierung wird Lüftungsanlage eingebaut

Im Kindergarten wird aber irgendwann dennoch bestmögliche Luftqualität herrschen. Die Bürgermeisterin versicherte nämlich, dass bei der Erweiterung und Generalsanierung des gemeindlichen Kindergartens in Lahm der Einbau einer zentralen Lüftungsanlage fest vorgesehen ist. In diese Richtung sollte es dann auch bei künftigen baulichen Veränderungen bei der Oskar-Schramm-Schule gehen, riet Matthias Schorn. Denn in einem Punkt, da sei man sich doch im gesamten Gemeinderat einig, sagte der KUL-Sprecher: „Wenn der Gesundheitsschutz über die Lüftung sicher funktioniert, dann werden wir uns der Sache auch nicht verschließen.“ (bkö)

Aus dem Gemeinderat

• Wasserspielplatz: Direkt nach dem Starkregen samt Überschwemmung Anfang Juli hat die Gemeinde erneut eine Wasserprobe aus dem Eggenbach in Lahm entnehmen lassen. Bürgermeisterin Nina Liebermann übermittelte dem Gemeinderat das Ergebnis: „Die Wasserqualität war hervorragend.“

• Itzgrundmarkt: Die Gemeinde wird die Bestrebungen unterstützen, dass auf dem bürgerschaftlich getragenen Nahversorgungsmarkt eine Photovoltaikanlage errichtet wird. „Projektleiter“ Horst Porzelt geht davon aus, dass die Anlage für eine Stromerzeugung zum Eigenverbrauch rund 40 000 Euro kosten und sich auf jeden Fall eigenständig refinanzieren wird. Nächster Schritt nun: Die Abklärung der rechtlichen Grundlagen, damit der Betrieb der Anlage der Gemeinde keine Kosten verursacht.

 

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