KLOSTER BANZ

Ferienkinder erkunden das Leben der Bienen in Kloster Banz

Ferienkinder erkunden das Leben der Bienen in Kloster Banz
Bienen hautnah erleben: Dank des Einsatzes eines den Tieren einen Brand vorgaukelnden Smokers krochen die Bienen in die Waben und ließen sich bedenkenlos aus der Nähe betrachten. Foto: Mario Deller

Ob als Zutat zum Kuchen, Bestandteil von Naturkosmetik oder als leckerer Brotaufstrich – ein Leben ohne Honig ist kaum vorzustellen. Dieser Genuss ist Imkern wie Kerstin und Helmut Schmidt zu verdanken. Das Ehepaar aus Redwitz gab im Rahmen des Pfingstferienprogramms am Bienenhaus bei Banz acht Jungen und Mädchen zusammen mit ihren Eltern einen spannenden Einblick in ihre Arbeit, die Honigherstellung und das Leben der Bienen.

Kerstin Schmidt ist Bienenfachwirtin und Bienensachverständige sowie für die Umweltstation Weismain tätig. Auch ihrem Ehemann ist, wenn er von der Imkerei redet, die Leidenschaft anzumerken.

„Wer regiert das Bienenvolk?“ Auf diese Frage von Kerstin Schmidt schnellten viele Finger nach oben. Diesen Part übernimmt natürlich die Königin, die, wie die Teilnehmer erfuhren, im Sommer am Tag bis zu 2000 Eier legt. Begleitend vom Summen tausender Bienen, die sich nicht im geringsten stören ließen, beleuchteten Kerstin und Helmut Schmidt die vielen Facetten der Imkerei sowie der Lebensweise von Arbeiterinnen, Drohnen und Königin.

Bei Bienenstichen den Stachel nicht herausziehen, sondern wegwischen

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Solche Baurahmen ermöglichen den Bienen das Bauen von Waben im Bienenstock. Foto: Mario Deller

„Die Biene ist unser drittwichtigstes Haustier, ohne sie gäbe es keine Beeren und kein Obst“, verdeutlichte Kerstin Schmidt. Sie erläuterte mit ihrem Ehemann die Utensilien, die beim Imkern zum Einsatz kommen. So bauen die Bienen in den so genannten Mittelwänden die vorgeprägten Zellen aus, die als Brutzelle für den Nachwuchs dienen sowie als „Vorratsbehälter“ für Honig und Pollen. Ein wichtiges Zubehör für den Imker zur Trennung von Brut und Honig stellen außerdem die mit Drahtstäben versehenen Absperrgitter dar.

Unaufgeregt gingen die beiden Imker auch auf das Thema Bienenstiche ein. Weil die Biene beim Stich nicht nur den Stachel verliert, sondern auch eine Giftblase sei es keine gute Idee, den Stachel mit einer Pinzette herauszuziehen: „Dadurch drückt man das Gift ja erst rein.“ Besser sei, den Stachel mit dem Fingernagel wegzuwischen. Sie empfahl den Kindern, wenn sich ihnen eine Biene nähert, nicht panisch herumzufuchteln, denn dadurch fühle sich das Tier erst bedroht.

Ferienkinder erkunden das Leben der Bienen in Kloster Banz
Da kann selbst das beste Biologiebuch in der Schule nicht mithalten. Interessiert betrachtet dieser Junge die Bienenwabe... Foto: Mario Deller

Am Bienenstand hatten die Kinder und ihre Eltern aber ohnehin nichts zu befürchten, weil die Imker viel Erfahrung haben und weil sie zu einem gängigen Trick griffen: Mit einem sogenannten Smoker erzeugten sie Rauch, durch den ein Brand simuliert wird. Darauf stürzen sich die Bienen auf die Zellen, kriechen hinein und füllen ihre Honigmägen, weil sie eine Notlage vermuten.

Dieser Kniff ermöglicht den Imkern ein ruhiges Arbeiten und bot den Kindern die Gelegenheit, gefahrlos hunderte Bienen auf einem Haufen aus nächster Nähe zu betrachten. Die Bienen sind durch die Irreführung so abgelenkt, dass sie sich sogar mit bloßen Fingern anfassen lassen, wenn sich jemand das traut.

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Bienenwaben mit Bienen zeigte Kerstin Schmidt den Kindern. Foto: Mario Deller

Klar macht sich der Imker die Arbeit der Bienen zunutze, wenn er nach unzähligen Reifungs- und Verarbeitungsprozessen mithilfe der Tiere den fertigen Honig entnimmt. Dies erkennt der Imker daran, dass das Naturprodukt von den Bienen eingelagert und mit einer luftundurchlässigen Wachsschicht überzogen wird. „Das nennt der Imker Verdeckeln“, erklärt Helmut Schmidt. Aus einem „verdeckelten“ Wabenholz können bis zu fünf Gläser Honig gewonnen werden.

Bis zu fünf Gläser voll Honig aus einem Wabenholz

Doch das funktioniert nur, wenn der Imkerei, solange auch die Bedürfnisse der Bienen berücksichtigt werden. „Den Honig im Brutraum, den lässt der Imker drin, denn der wird für den Nachwuchs gebraucht“, betont Kerstin Schmidt. Wenn das für die wohl fleißigsten Haustiere nicht ausreicht, füttert der Imker Zuckerwasser nach.

Die Imkerei liege wieder im Trend, erklärte Helmut Schmidt. Während früher ältere Imker mit vielen Völkern dominierten, sind in den vergangenen Jahren zunehmend junge Menschen in die Imkerei eingestiegen. Die Anzahl der in Bayern gehaltenen Bienenvölker wuchs seit 2010 um 55 000 an auf 258 000.

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Ein Veranstaltung übers Imkern ist ohne Kostproben undenkbar. Foto: Mario Deller

Und zum Schluss gab's nochmal leuchtende Augen bei der Verkostung des Honigs. Wer sich für dieses zeitlos spannende Hobby entscheidet, kann sich an an einen örtlichen Imkerverein wenden.

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