ALTENBANZBANZ

Endlich wieder der „Tarzan-Jump“ im Banzer Klettergarten

Ab und an schwankt bei den Parcours in luftiger Höhe schon einmal der Boden. Foto: Mario Deller

Die einen sind jung, andere jung geblieben. „Toll gemacht, Omi“, ruft die jugendliche Enkelin begeistert, als ihre Großmutter in mehreren Metern Höhe einen wackeligen Steg überquert hat. Gerade weil das Motto ,Immer fest am Haken' lautet und Sicherheit oberstes Gebot ist, sorgt der von der Freizeit GmbH nach pandemiebedingter Auszeit nun wieder betriebene Waldklettergarten auf Banz für wohlige Adrenalinschübe.

Christi Himmelfahrt war für alle Kletterfans in der Region diesmal auch weltlich ein echter Feiertag. Denn an diesem Tag öffnete die unweit von Kloster Banz entfernte Anlage wieder ihre Pforten. Seit 17. März herrschte hier notgedrungen Stillstand. „Das war eine schwierige Zeit. Umso glücklicher sind wir, dass es nun wieder los gehen konnte“, so Teamleiter Rene Michel.

Fünf nach Schwierigkeitsgrad aufgeteilte Parcours zählt der Waldklettergarten auf dem insgesamt 14 000 Quadratmeter messenden Gelände. Nachwuchskletterer und Kinder unter elterlicher Aufsicht sind gut aufgehoben mit dem hellblau markierten Parcours in rund 1,50 Metern Höhe. Ein wenig mehr Wagemut erfordert der gelbe Parcours für Teilnehmer ab acht Jahren und für Teilnehmer ab 1,40 Metern Körpergröße. Noch ein wenig dünner wird die Luft beim Roten Parcours, auch „Flying Foxes“ genannt. Hier ist schon ein wenig Körperbeherrschung gefragt.

Der Parcour für erfahrene Klettermaxe

Doch damit nicht genug – erfahrene Klettermaxe aus der Region kennen vermutlich auch schon den bereits bis in schwindelerregende Höhe reichenden Grünen Parcours, bei dem kniffelige Hindernisse zu überwinden sind. Ja, und dann gibt es eben noch die Königsdisziplin des Banzer Waldklettergartens, den Braunen Parcours, wofür als technische Grundvoraussetzung im übrigen eine Körpergröße von mindestens 1,60 Metern vonnöten ist. Wer diese Herausforderung auf sich nimmt, darf sich ohne falsche Bescheidenheit Kletterprofi schimpfen.

Wagemutige Naturen kraxeln herum

Auf der obersten Stufe in 15 Metern (!) Höhe kraxeln wagemutige Naturen hier herum – das ist schon eine Hausnummer. Kein Wunder, dass der „Tarzanjump“ als eine Station des Braunen Parcours schon so manchem Teilnehmer förmlich Urlaute entlockt hat.

Der steigende Puls gerade bei Neulingen spricht zwar eine andere Sprache, doch rein rational gesehen bräuchten Teilnehmer keine Angst zu haben. Fachkundig ausgebildete Sicherheitstrainer unterweisen die Teilnehmer kompetent, ausführlich und geduldig in die korrekte Handhabung der Sicherheitsausrüstung, die natürlich auf dem neuesten technischen Stand ist und regelmäßig gewartet wird. Beim technisch raffinierten „Safelink-Karabiner“ ist der Kletterer permanent gesichert, es ist kein Aushängen beim Klettern möglich. Die Kletteranlage ist zudem vom TÜV abgenommen. So auf sicheren Pfaden unterwegs können die Teilnehme in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden von Anfänger bis anspruchsvoll diese kurzweilige Selbsterfahrung alleine oder mit Gleichgesinnten beziehungsweise in der Familie genießen.

Pro Stunde nur fünf Teilnehmer

Courage und Ehrgeiz beweist oft schon der Kletternachwuchs. Foto: Mario Deller

„An Pfingsten war eine Menge los hier“, blickt Michel zufrieden auf den Start vor rund vier Wochen zurück. Ganz befreit vom „Corona-Schatten“ ist - wie alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens – freilich auch der Waldklettergarten noch nicht. „Wir können pro Stunde nur fünf Teilnehmer reinlassen. Momentan ist nur etwas die Hälfte der vor Corona zu bewerkstelligenden maximalen Teilnehmerkapazität möglich“, beschreibt Michel die derzeitige Situation.

Doch für ihn wie für die Kletterbegeisterten ist das Glas halbvoll statt halbleer. „Wir mussten noch keinen heimschicken“, betont er. Bei großem Andrang werden die Besucher des Waldklettergartens bei der Anmeldung um ein wenig Geduld gebeten, bis die nächste Gruppe rein darf. „Aber das hat bisher sehr gut funktioniert und die Besucher nehmen gegebenenfalls ein klein wenig Wartezeit in Kauf, denn sie sind überhaupt froh, dass wir wieder geöffnet haben“, dankt Michel für das diesbezüglich in den ersten Wochen entgegen gebrachte Verständnis.

Kraxeln ohne Maskenpflicht

Und wie sieht es im Waldklettergarten mit Abstand und Maskenpflicht aus? Eine eigenverantwortliche Beachtung der behördlich auferlegten und weiterhin geltenden Abstandsregel dürfte ohnehin den meisten von uns fast schon in Fleisch und Blut übergegangen sein. Durch die Gestaltung der verschiedenen Parcours des Waldklettergartens sowie durch die Tatsache, das die Teilnehmer ja ohnehin ständig in Bewegung sind, schließt dies allerdings Menschenansammlung während des Kletterns allgemein schon per se aus, muss an dieser Stelle hinzugefügt werden.

„Immer fest am Haken“ lautet das Motto im Banzer Waldklettergarten. Dem Klettervergnügen geht eine gründliche Einweisung... Foto: Mario Deller

Beim Kraxeln im Waldklettergarten besteht deshalb auch keine allgemeine Maskenpflicht. Lediglich vor Beginn des Klettervergnügens während der vorausgehenden ausführlichen Einweisung der nächsten Klettergruppe ist ein Mund-Nasen-Schutz anzulegen.

Wenngleich im Falle von Gewitter oder Starkregen freilich auf den Höhenrausch verzichtet werden muss, hat der Waldklettergarten in Banz beileibe nicht nur bei strahlendem Sonnenschein seinen Reiz. „Gerade wenn der Himmel so diesig ist mit der einen oder anderen Wolke, geht die Stimmung in unserem Waldklettergarten dann schon ein Stückweit Richtung Regenwald“, lächelt Michel. Ihm, den übrigen Team des Waldklettergartens und natürlich den zahlreichen jungen und jung gebliebenen Kletterfans ist die Freude anzumerken, dass der vorübergehende Stillstand der Vergangenheit angehört.

Geöffnet hat der Banzer Waldklettergarten nun nach Ende der Pfingstferien Donnerstag und Freitag jeweils von 13 bis 19 Uhr sowie Samstag und Sonntag jeweils 10 bis 19 Uhr.

Für Schulklassen sowie Gruppen ab zehn Teilnehmern können aber gerne auch Termine außerhalb dieser Öffnungszeiten vereinbart werden, Tel. (09573) 222570, E-Mail: waldklettergarten@freizeit-gmbh.de.

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