Ebensfelder Gemeinderat: Optimismus trotz hoher Investition

EBENSFELD

Ebensfeld investiert in die Schulsanierung

Herausforderungen sind dazu da, sie zu meistern. Getreu diesem Motto steckt die Marktgemeinde Ebensfeld den Kopf nicht in den Sand und geht trotz mancher nicht genau abschätzbarer Unsicherheitsfaktoren mutig und zuversichtlich ins restliche Jahr 2022. Diesen Eindruck vermittelten jedenfalls die jeweils einstimmigen Beschlüsse des Gemeinderats betreffend des Haushaltsplans 2022 und der Finanzplanung für die Jahre 2021 bis 2025.

Die in 2022 anvisierten Investitionen der Kommune belaufen sich voraussichtlich auf insgesamt rund 9,4 Millionen Euro, hieß es im Bericht dazu. Hierzu zählen die Anschaffung von Feuerwehrfahrzeugen, Schaffung von Feuerwehrstellplätzen, Abschluss neuer Baugebiete, Sanierung der Himmelreichstraße, Maßnahmen an der Kläranlage, der Radweg von Kleukheim Richtung Scheßlitz oder die Dorferneuerung in Eggenbach. Aber auch sonstige Posten wie notwendige Ersatzbeschaffungen für den Bauhof oder ebenso unabdingbare Planungskosten in Sachen Hochwasserschutz, belasten den Ebensfelder Gemeindesäckel.

13 Millionen für die Schulsanierung

Die mit Abstand größte Investition der nächsten Jahre wird freilich eindeutig die Generalsanierung der Pater-Lunkenbein-Schule mit Schaffung eines Horts sein. Für die Jahre 2022 bis 2024 werden dabei insgesamt rund 13 Millionen Euro an notwendigen Investitionen veranschlagt, wobei auf 2022 rund eine Million Euro entfällt und auf die Finanzplanungsjahre 2023 und 2024 jeweils sechs Millionen Euro, war in der Sitzung zu erfahren.

Die Prognosen für 2022 gestalten sich allgemein momentan schwierig, wurde weiter verlautbart. Betreffend der Einnahmen sei die Kommune bisher gut durch die Pandemie gekommen. Hinsichtlich der Ausgaben muss mit den derzeit unerfreulichen Rahmenbedingungen umgegangen werden. Genannt wurden die steigende Inflation, steigende Rohstoff- und Energiepreise sowie der Ausfall von Lieferketten mit all den finanziellen Auswirkungen, die diese Faktoren nach sich ziehen.

Auch dank hoher Gewerbesteuerzuflüsse sei man in Ebensfeld gut durchs „Corona-Jahr“ 2021 gekommen, lautete der Tenor der Vertreter der einzelnen Fraktione. Der Schuldenstand der Marktgemeinde, welcher 2020 und 2021 gegenüber den Vorjahren gesunken war, wird sich im Zuge der zahlreichen Investitionen und Preissteigerungen aber im Vergleich zu 2021 mit damals rund 3,58 Millionen Euro bis Ende 2022 auf geschätzt 4,43 Millionen Euro erhöhen. Im Zuge dessen dürfte die Pro-Kopf-Verschuldung von 640 auf 798 Euro steigen. Nichtsdestotrotz gaben sich Bürgermeister und Fraktionsvertreter zuversichtlich, dass die Marktgemeinde die Herausforderungen und Maßnahmen in 2022 und darüber hinaus erfolgreich stemmen wird.

Rekordhaushalt in diesem Jahr

Betreffend 2022 erwartet die Marktgemeinde ein Rekordhaushalt. Laut dem Finanzbericht von Hannes Baier beträgt das Haushaltsvolumen für kommendes Jahr im Verwaltungshaushalt rund zwölf Millionen Euro, im Vermögenshaushalt etwa zehn Millionen Euro. Der prognostizierte Verwaltungshaushalt 2022 schließt mit einem Überschuss von rund 680 000 Euro. Der gemeindliche Beschluss zum Haushaltsplan sieht außerdem vor, den Höchstbetrag der Kassenkredite auf zwei Millionen Euro festzusetzen sowie den Gesamtbetrag der Kreditaufnahmen für Investitionen und Investionsförderungsmaßnahmen auf 850 000 Euro. Die Hebesätze der Gemeinde – Grundsteuer A und B jeweils 340 Prozent, Gewerbesteuer 350 Prozent - bleiben 2022 unverändert.

Im Verfahren zur Schaffung des Neubaugebiets „An der Kellbachaue“ in Prächting hatte der Markt Ebensfeld bereits 2020 die wasserrechtliche Erlaubnis für die Einleitung gesammelten Niederschlagswassers aus dem Baugebiet in den Kellbach beantragt, informierte der Bürgermeister anschließend. Nachdem in diesem Zusammenhang die Errichtung eines Regenrückhaltebeckens thematisiert worden war, wird ein solches nun doch nicht erforderlich.

Im Normalfall geht das schon

Laut eines Bescheids des Landratsamts Lichtenfels ergab eine fachliche Prüfung, dass „der Abfluss des Niederschlagswassers bei Normalanforderungen unter der für das Schutzbedürfnis des Gewässers zulässigen Belastung“ liege. Eine Regenwasserbehandlung von der Einleitung in den Kellbach sei somit nicht notwendig. Wie Bürgermeister Storath ergänzend mitteilte, verringern sich durch den Wegfall des Regenrückhaltebeckens auch die umzulegenden Erschließungskosten.

In der Gemeinderatssitzung wurde eingangs in einer stillen Minute des kürzlich verstorbenen Altbürgermeisters Bernhard Kasper gedacht, der von 1996 bis 2008 die Geschicke der Marktgemeinde engagiert geleitet hatte.