BAD STAFFELSTEIN

Fabian Leppert: die neue Nummer zwei im Rathaus

Der neue Geschäftsleitende Beamter der Stadt Bad Staffelstein: Fabian Leppert. Foto: Markus Drossel

Er schätzt Teamgeist und das offene und ehrliche Gespräch: Fabian Leppert, die neue Nummer zwei im Rathaus. Der 34-jährige gebürtige Ebensfelder ist der neue Geschäftsleitende Beamte der Adam-Riese-Stadt – und hat sich für sein neues Tätigkeitsfeld viel vorgenommen.

Mit einem freundlichen Lächeln und mit wachem Blick sitzt Leppert seinem Gesprächspartner gegenüber. Vor ihm liegen nicht Dutzende Gesprächsnotizen oder hohe, akute einsturzgefährdete Aktenberge: nein, vor ihm steht ein Tablet. In der rechten Hand hält er keinen Kugelschreiber, sondern einen Touch-Screen-Panel. Es ist wie ein Symbol. Der junge Neuzugang, der aus der Stadtverwaltung Seßlach nach Bad Staffelstein kam, ist ein großer Freund der digitalen Medien. Und mit ihm soll die Digitalisierung in der Rathausverwaltung vorangetrieben werden.

„Das Bürgerserviceportal im Internet, auf dem sich Interessenten Formulare herunterladen und Online-Dienste nutzen können können, haben wir ja schon einige Zeit“, erklärt er. „Nun arbeiten wir daran, von den Aktenordnern wegzukommen und die digitale Archivierung umzusetzen.“ Stichwort papierloses Büro. Das Zimmer teilt sich Leppert derzeit noch mit seinem Amtsvorgänger Wolfgang Hörath. Saß Hörath noch bis Jahreswechsel am großen Tisch im Zimmer, ist er nun an den kleineren gewechselt. Und er nickt, als er Lepperts Aussage hört. Derzeit stellt man gemeinsam die Weichen für die Zukunft. Da ziehen beide gerne an einem Strang.

Als Ebensfelder hatte Leppert schon immer Bezug zu Bad Staffelstein

Als Ebensfelder hatte Leppert schon immer Bezug zu Bad Staffelstein. „Ich habe hier große Teile meiner Jugend verbracht“, sagt er. Und damit meint er längst nicht nur die sechs Jahre in der Viktor-von-Scheffel-Realschule. „Die Bindung nach Bad Staffelstein gab es schon immer, ich kenne hier die Örtlichkeiten. Das hilft mir heute sehr.“

Vom angestaubten Aktenordner zum digitalen Dokument: Fabian Leppert würde die Rathausverwaltung gerne fit für die Zukunf... Foto: Markus Drossel

Der Kur- und Tourismus-Service ist, neben der Geschäftsleitung, nur einer der Aufgabenbereiche von Fabian Leppert. Als Leiter der Hauptverwaltung ist er auch zuständig für Personalangelegenheiten, Einwohnermeldeamt oder Standesamt. Und Geschäftsführer der Wasserzweckverbands Banzer Gruppe. Und, ganz wichtig: Er ist der Organisator des Sitzungsdiensts, muss also sämtliche Treffen des Stadtrats vorbereiten, begleiten und nachbereiten, sprich für die Umsetzung der Beschlüsse sorgen. „Selbstverständlich in enger Absprache mit dem Bürgermeister“, fügt Leppert an. Und mit dem in wenigen Wochen ausscheidenden Wolfgang Hörath. Leppert und Hörath harmonieren bestens, ergänzen sich. „Es ist wirklich eine große Hilfe, dass er mich so intensiv einarbeitet.“

„Es ist eine Stelle, bei der ich mir gut vorstellen kann, sie bis zur Pension zu behalten.“
Fabian Leppert, Geschäftsleitender Beamter

Der Schreibtisch im ersten Obergeschoss des Fachwerkrathauses, gegenüber des Büros des Bürgermeisters, ist Dreh- und Angelpunkt der täglichen Arbeit. Und das Aktenwälzen, egal, ob analog oder digital, ist tägliche Routine. „Ja, klar kann das manchmal etwas trocken sein“, sagt Leppert. Vor allem, wenn es um Rechtsfragen geht, die ihm gute juristische Kenntnis abverlangen. Aber das ist eben nur ein Teil des Tageschäfts: „Ich mag es sehr, mit Menschen zu arbeiten, mit ihnen ins Gespräch zu kommen“, so der 34-Jährige. „Ich schätze es sehr, dass Bürgermeister Schönwald, Herr Hörath und ich uns trotz der vollen Terminkalender fast täglich absprechen.“ Das stärkt die Bindung – und das gegenseitige Vertrauen. Der „Draht“ zwischen dem 39-jährigen Bürgermeister und seiner neuen Nummer zwei passt, ist kurz und direkt. Ganz nach beider Geschmack.

Fabian Leppert blickt gerne aufs große Ganze: „Ich finde es toll zu sehen, was sich aus ersten Vorgesprächen und ersten Ideen entwickelt, zu sehen und mitzuhelfen, wie etwas vorangeht.“ Er als Geschäftsleitender Beamter ist dann so etwas wie der Dirigent. „Da kommt mir meine vorherige Tätigkeit als Kämmerer zu gute, die ich fünf Jahre ausübte.“ Mit komplexen Zahlenwerken kennt er sich bestens aus. Das ist auch wichtig bei den vielen Millionenprojekten, die die Adam-Riese-Stadt in den nächsten Jahren umzusetzen hat. Doch das beschert dem gebürtigen Ebensfelder keine Schweißausbrüche: „Ich kann gut mit Stress umgehen“, sagt er und lächelt. „Belastbar sein und immer Ruhe bewahren: Das ist sehr wichtig.“

Auf dem Weg in den historischen Sitzungssaal: Die Vor- und Nachbereitung von Sitzungen gehört zu den Kernaufgaben von Fa... Foto: Markus Drossel

Während seine Arbeit als Geschäftsleitender Beamter eher die Gehirnwindungen beansprucht, liebt es Leppert in seiner Freizeit gerne körperlich anstrengend. In Stetten hat er mit seiner Frau Maria und seinem Töchterchen Luisa seine neue Heimat gefunden. Dort haben sie gemeinsam den großelterlichen Bauernhof aus dem 19. Jahrhundert für ihre Bedürfnisse umgebaut und renoviert. „Ich liebe alte Gebäude, denn die haben Charme“, sagt der geschichtsliebende Heimatfreund. „Da stört es nicht, wenn manches schief und schrägt ist.“ Ist ja in seinem Büro im historischen Rathaus auch nicht anders. Zu tun gibt es an einem alten Gebäude immer etwas. Ferner hat Leppert die Leidenschaft für die Forstwirtschaft für sich entdeckt: Mit der Motorsäge ist er des öfteren im eigenen Wald zugange.

Wenn Töchterchen Luisa den Papa beansprucht

„Ich bin durchaus ein geselliger Mensch, aber kein klassischer Vereinsmeier“, erzählt er über sich. Dennoch leistet der Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr seines Dorfes und ist auch Mitglied des Gartenbauvereins. „In unserem Garten gibt es immer etwas zu tun“, sagt der 34-Jährige. Es sind Heim und Hof, die ihm beim Abschalten helfen. Wenn Töchterchen Luisa Papa zum Spielen brauchen, werden Bären-Areal, Kanalsanierung und Bahnhofstraßensanierung zur Nebensache. Bad Staffelstein hat er aber auch im Stiftsland immer in Sichtweise: „Kirchlich gehören wir in Stetten zur Pfarrei Banz beziehungsweise Altenbanz“, erläutert er. Und die ehemalige Benediktinerabtei ist nur einen Steinwurf vom Ort entfernt.

Zwei, die gut mit Zahlen können: Rechenmeister Adam Ries(e) und Fabian Leppert. Foto: Markus Drossel

„Der schönste Fleck im Stadtgebiet von Bad Staffelstein ist der Döbertengrund“, findet Leppert. „Ich genieße es sehr, mit meinem Motorrad beispielsweise von Uetzing Richtung Lahm zu fahren. Das ist schon eine sehr schöne Gegend!“ Den Bürgermeister Mario Schönwald wird es freuen, das zu hören: Er ist genau dort zuhause.

Beruflich hat sich Leppert mit der Aufgabe des Geschäftsleitenden Beamten einen Herzenswunsch erfüllt. „Weil ich eine gute Mannschaft hinter mir habe, fällt mir der Start leicht“, sagt er. „Es ist eine Stelle, bei der ich mir gut vorstellen kann, sie bis zur Pension zu behalten.“

Wo er sein „Handwerk“ lernte

Sein „Handwerk“ lernte Leppert vor über 18 Jahren in der Großstadt: in der Stadt Erlangen. Unter anderem arbeitete er dort drei Jahre arbeitete er dort im Sozialamt. In Seßlach wurde Leppert dann zum Standesbeamten bestellt, war ferner EDV-Beauftragter und zuletzt als Kämmerer Herr der Finanzen. „Seßlach hat viele Parallelen zu Bad Staffelstein, hat auch eine historische Altstadt und Tourismus, wenn auch deutlich weniger“, zieht Leppert den Vergleich. „In Seßlach habe ich mich sehr wohl gefühlt, doch ich sehe meine neue Tätigkeit in Bad Staffelstein als große Chance und Herausforderung. Ich freue mich, in verantwortlicher Position meine Fähigkeiten nun in meiner Heimat einzubringen.“ Die Verwaltung der etwa 4000 Einwohner zählenden Kleinstadt Seßlach im Coburger Land zählte gerade einmal elf Mitarbeiter. In der Adam-Riese-Stadt Bad Staffelstein mit ihren 10600 Einwohnern sind es derer 46. Außerdem spielt hier der Tourismus eine weit größere Rolle.

Was Leppert schätzt

„Historisch. Modern. Lebenswert.“ Diese drei Begriffe fallen Fabian Leppert ein, fragt man ihn spontan nach drei Wörtern, was seinen neuen Arbeitgeber – die Stadt Bad Staffelstein – auszeichnen. So wichtig und beeindruckend die Touristenmagnete wie Staffelberg, Vierzehnheiligen oder die Therme auch sind: Leppert mag es gerne ruhiger, schätzt den alten Staffelberg aufgrund seiner besonderen landschaftlichen Reize oder die Aussicht bei Kloster Banz. Nach der Tour in der Natur dann noch eine gute fränkische Brotzeit und das Glück ist für den 34-Jährigen perfekt. „Ohne die Kochkünste meiner Frau schmälern zu wollen“, schiebt er nach.

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