BAD STAFFELSTEIN

Brigitte Plesnivy ist neue Genusswanderführerin

Brigitte Plesnivy ist neue Genusswanderführerin
Bad Staffelstein Da geht sie, die Neue. Es ist vormittags um 10 Uhr, der Tross um die Ebensfelderin Brigitte Plesniv... Foto: Markus Häggberg

Bad Staffelstein

Da geht sie, die Neue. Es ist vormittags um 10 Uhr, der Tross um die Ebensfelderin Brigitte Plesnivy (64) bieg,t vom Stadtmuseum kommend, in die Bahnhofstraße ein. Es war ihre Premiere: Als Genusswanderführerin tritt sie in die Fußstapfen von Hildegard Wächter. Doch Plesnivy stapft schon sehr selbstständig, hat noch jede Menge vor und spricht von eigenen Wegen.

Das Prinzip ist so einfach wie klug: Wanderer erkunden die Gegend unter Anleitung, kehren dann und wann aber entlang ihrer Touren durch das Bad Staffelsteiner Land bei Genussanbietern wie kleinen Brauereien, Familiengasthöfen, Fischteichbesitzern oder Bäckern ein. Es kommt zu Verkostungen und zu jeder Menge Austausch über die Produkte und ihren Genusswert.

Genüsse, Geschichte – und ganz viel Heimat

Brigitte Plesnivy ist neue Genusswanderführerin
Bad Staffelstein Da geht sie, die Neue. Es ist vormittags um 10 Uhr, der Tross um die Ebensfelderin Brigitte Plesniv... Foto: Markus Häggberg

Dabei lernt man nicht nur die Heimat und ihre Genüsse kennen, sondern auch Anekdotisches und Geschichtliches. Seit Jahren ist das ein Erfolgsrezept und der Name, der hierfür steht, heißt Hildegard Wächter. Aber jetzt gesellt sich ein weiterer hinzu.

Es ist Mittagszeit, es ist Wiesen und der Gasthof Hellmuth. Eine Station auf der ersten Führung, die Brigitte Plesnivy für 14 Mitwanderer organisiert und ausgearbeitet hat. Schon zuvor hat es eine Premiere in der Geschichte der Genusswanderungen gegeben, etwas weiter östlich in Nedensdorf. „Fährmann, hol über“, hatten dabei die Wanderer über den Main hinüber zu rufen, und der Fährmann kam auch mit seinem Schelch. Über all das kann man sich jetzt beim Gasthof gerade gut unterhalten, weil Plesnivy gerade niemandem etwas zu erklären braucht, weil alle Mitwanderer an ihren Plätzen zu Mittag sitzen und weil noch fünf Minuten Zeit zum Aufbruch nach Unterzettlitz ist, wo man eine Destille aufsuchen wird. Genusswanderung eben.

Obermain-Tagblatt: Wie sind Sie auf die Idee, „Wanderführerin“ gekommen?

Brigitte Plesnivy:

2018 war das in einem Mitteilungsprogramm der Volkshochschule Forchheim gewesen (…) dann habe ich die Ausbildung beim Deutschen Wanderverein gemacht und bin auch Naturlandschaftsführer geworden.

Was war Lerninhalt, was war Lernaufwand?

Plesnivy:

Ich musste zu Navigation lernen, Wetterkunde, Mediation, Kartenlesen, Fauna und Flora und ganz viel über Recht. Der Aufwand lag bei über 80 Stunden.

Was haben Sie vorher gemacht? Was ist Ihr Werdegang?

Plesnivy:

Ich bin verheiratet, habe einen Sohn und bin zweifache Oma. Ich war in der Schulbegleitung tätig.

Hatten Sie heute kurz vor 10 Uhr Lampenfieber?

Plesnivy:

Eigentlich nicht, weil ich wusste, es sind eine ganze Menge Leute dabei, die ich ja schon kenne.

Was war heute Ihr erster Gedanke nach dem Aufwachen?

Brigitte Plesnivy ist neue Genusswanderführerin
Bad Staffelstein Da geht sie, die Neue. Es ist vormittags um 10 Uhr, der Tross um die Ebensfelderin Brigitte Plesniv... Foto: Markus Häggberg

Plesnivy:

Ich möchte Hildegard nicht doublen (Brigitte Plesnivy lacht dabei freundlich, Anm. d. Red.), möchte auch eigene Akzente setzen. Wir haben uns gestern noch Mails geschrieben.

Müssen Sie bei all den Genussanbietern noch vorstellig werden?

Plesnivy:

Ich klappere dieser Tage bis Oktober alle ab. Die nächsten Tage habe ich ganz, ganz viel Arbeit, das auf den Weg zu bringen. Es geht ja um den Flyer für das Jahr 2021.

Was haben Sie von Hildegard Wächter gelernt und hatte sie einen Rat für Sie?

Plesnivy:

Sie war diejenige, die mich angesprochen hatte, ob ich Nachfolgerin werden wollte. Das war 2019. Was ich an ihr toll fand, war, dass sie es mit Ruhe und Gelassenheit schafft, dass die Genussanbieter mit ihr zusammen arbeiteten. Ihr Rat war: „Du musst nicht einer Messlatte gerecht werden, sondern immer nur dir selbst!“

Wer neu ist, hat eigene Ideen – wie steht' s damit?

Plesnivy:

Ja, es gibt viele Ideen. Das sprudelt aus einem heraus, so wie das mit dem Fährmann. Der Fährmann war noch nie eingebunden.

Sind Sie selbst immer schon Wanderin gewesen?

Plesnivy:

Nein. Ich kam erst 2018 zum Wandern. Radwandern mache ich aber schon seit 20 Jahren.

 

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