ALTENBANZ

Johann Deppisch ließ in Altenbanz den Hochaltar umgestalten

Blick auf Altenbanz. Foto: Günter Dippold

Zehn Jahre, von 1782 bis 1792, wirkte Johann Baptist Deppisch als Pfarrer in Altenbanz. Er darf wohl als der bedeutendste Altenbanzer Pfarrer im 18. Jahrhundert gelten.

Deppisch war am 29. September 1747 in Röttingen an der Tauber geboren. Er besuchte das Gymnasium in Mergentheim, dann studierte er an der Universität Würzburg. 1772 empfing er die Priesterweihe. Nach zwei Jahren als Kaplan übernahm er die Stelle eines Hauslehrers bei der Adelsfamilie von Guttenberg. Er nutzte diese Zeit auch zur eigenen Fortbildung. Neben Latein und Französisch, die er schon fließend beherrschte, lernte er Englisch, Spanisch und Italienisch.

Weil der Oberpfarrer derselben Famiile entstammte

Dann der Verbindungen der Guttenberg erhielt Deppisch 1782 die Pfarrstelle in Altenbanz, denn der Oberpfarrer, der nominelle Inhaber der Pfarrei, entstammte derselben Familie. Trotz schwacher Gesundheit zeigte sich Deppisch am neuen Wirkungsort hoch engagiert. Bis heute sichtbares Zeugnis seines Wirkens ist der Hochaltar. Durch den Bamberger Bildhauer Georg Joseph Mutschele ließ er 1792 den barocken Hochaltar im frühklassizistischen Stil umgestalten. Derselbe Künstler schuf später, unter Deppischs Nachfolger, auch die beiden Seitenaltäre.

Deppisch ließ auch ein neues Schulhaus errichten. 1790 erlangte er die Genehmigung, 600 Gulden aus der Kirchenstiftung für den Bau zu verwenden; er verbrauchte aber 2200. Deppisch war ein hochgebildeter Mann, beseelt von den Idealen der Aufklärung. Aus der Absicht heraus, „die ihm Anvertrauten sittlich gut zu machen“, wendete er viel Mühe auf seine Predigten. Er widmete sich intensiv den Schulen seiner Pfarrei. Lange hatte es eine Schule nur in Altenbanz selbst gegeben, doch in den 17040-er Jahren hatte der Banzer Abt zusätzlich vier in der Pfarrei gegründet: in Kösten, Stetten, Unnersdorf und Nedensdorf. Jede von ihnen besuchte der Pfarrer zweimal in der Woche.

„Sankt Laurentius“. Foto: Drossel

Deppisch wollte seine Pfarrkinder zum Verständnis der Glaubenswahrheiten führen. Tradition galt ihm als Aufklärer dagegen wenig. Deshalb schaffte er den lateinischen Gemeindegesang ab, wie ein Nachruf auf ihn berichtete: „Er duldete keinen Gesang, der in einer dem Volke unbekannten Sprache verfaßt war, denn er wollte, daß es dem Singenden immer möglich sey, miteinzustimmen. Das Tantum ergo, das Te Deum übersetzte er selbst ins Deutsche. Lieder, die ihres Inhalts und ihrer Sprache wegen dem Volke bekannt zu werden verdienten, ließ er auf eigene Kosten auf einzelne Blätter abdrucken und vertheilte die Abdrucke unentgeldlich, dann lehrte er die Beyhülfe des Schullehrers die Melodie, und so ward gewöhnlich in wenig Wochen ein Lied allgemein bekannt, und bey öffentlichen Andachtsübungen eingeführt.“ Vier deutschprachige Coralvespern ließ Deppisch 1794, nach seiner Altenbanzer Zeit, drucken. Sie wurden von dem Salzburger Domorganisten Johann Michael Haydn (1737–1806) vertont. Er war der Bruder von Joseph Haydn, der Nachfolger von Wolfgang Amadeus Mozart und der Lehrer des jungen Carl Maria von Weber.

Deppisch war in seiner Haltung zum Volk ein typischer Aufklärer: Einerseits war er hingebungsvoll um die Menschen bemüht, andererseits fühlte er sich zu ihrem Erzieher berufen, der sie notfalls zu ihrem Glück zwang. Vor Gängelei und Kontrolle scheute er nicht zurück.

Ein herzliches Verhältnis zu den Banzer Mönchen gepflegt

Dank seiner Bildung und seiner Geisteshaltung fand Deppisch zu einem herzlichen Verhältnis mit den Banzer Mönchen. Wegen ihrer wissenschaftlichen Meriten genossen sie einen reichsweiten Ruf. Der Pfarrer durfte sich der berühmten Klosterbibliothek bedienen und tat dies emsig. Deppisch schrieb Artkel, Buchbesprechungen vor allem, für die Klosterzeitschrift, die im ganzen deutschen Sprachraum gelesen wurde. 1787 brachte er sein erstes Buch heraus: „Kurze Homilien zur Erklärung des Wortverstandes der gewöhnlichen Sonn- und Festtagsevangelien im ganzen Jahre“, ein zweibändiges Werk. Diese Arbeit brachte ihm das Angebot ein, Lehrer für Pastoralpraxis am Priesterseminars des Erzbischofs von Köln zu werden. Bemerkenswert ist es, dass es sich um tatsächlich in Altenbanz gehaltene Predigten handelte.

Deppisch wechselte er 1792 auf die kleinere Pfarrei Knetzgau, wo er zwei Jahre blieb. Er starb am 6. Juni 1800 in Würzburg als Pfarrer im Juliusspital. Sein Vermögen vermachte er einer für die Aufnahme von Epileptikern bestimmten Abteilung der Klinik.

 

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