BAD STAFFELSTEIN

Bahnhofstraße: Welchen Granit ordert Bad Staffelstein?

Bahnhofstraße: Welchen Granit ordert Bad Staffelstein?
Stellvertretender Bürgermeister Hans-Josef Stich, Ottmar Kerner, Walter Mackert und die Geschäftsführer der Granitewerke, Winnie Hauser und Wolfgang Baumann, (v. li.) beim Überlegen: Derneue Stein (auf dem Tischchen rechts hinten) ist schön, aber noch nicht zertifiziert. Foto: Monika Schütz

„Konsistenz und Härte sind absolut gleich, einziger Unterschied ist die Farbe“, stellte Dr. Wolfgang Baumann die mitgebrachten Granitsteine vor, die seine Firma vor der Adam-Riese-Halle auf einem kleinen Tischchen aufgebaut hatte. Genau damit soll, wenn es nach ihm geht, die Bahnhofstraße in den Bauabschnitten IV und V auf den Fahr- und Gehflächen und im Rand/-Rinnenbereich gepflastert werden.

Schön soll es werden, pflegeleicht, nicht rosten (wegen der im Stein eingeschlossenen Eisenerze) und natürlich bezahlbar. Bei der Ausschreibung der Bauleistungen zur Umgestaltung der Bahnhofstraße (Baubeginn jetzt im April 2021) wurde als Pflastermaterial „Berbinger Granit“ oder gleichwertiges Material zugrunde gelegt. Die ausführende Baufirma „Granitwerke Baumann“ hat „Flossenbürger Granit“ angeboten.

„Der Stein ist nicht aus Portugal oder China oder Indien, wo unter fragwürdigen Bedingungen Stein gebrochen wird!“
Manuel Kellner, Planungsbüro Kellner, Bad Staffelstein

„Den gibt es als Flossenbürger Granit, gelbgrau, aus dem Steinbruch Wurmstein und als Flossenbürger Granit, blaugrau, aus dem Steinbruch Säuberg“, erklärte Winnie-Anna Hauser von der Geschäftsleitung. „Der Stein ist nicht aus Portugal oder China oder Indien, wo unter fragwürdigen Bedingungen Stein gebrochen wird!“, verdeutlichte Manuel Kellner vom gleichnamigen Planungsbüro Bad Staffelstein die Herkunft dieses deutschen Produktes.

Am Bauausschuss war es nun, eine Festlegung durch Bemusterung des Steinmaterials zu treffen. Alle zehn Mitglieder des Ausschusses nahmen diese Gelegenheit wahr. Für den Rinnenbau soll der Granit mit dem graueren Farbton verwendet werden, für die Flächen eine Mischung aus beiden. Der neu vorgestellte „Blaugrau“ bestach durch seinen sanften, leicht schimmernden Effekt. Das allein unterschied ihn von dem in den bisherigen anderen Abschnitten verwendeten „Berbinger hellgrau“ aus dem Berbinger Granitwerk Hauzenberg im östlichen Bayerischen Wald.

Die Zertfizierung für Flossenbürger Granit, blaugrau, steht noch aus

Bahnhofstraße: Welchen Granit ordert Bad Staffelstein?
Farblich ist der Neue (ganz rechts auf dem Tisch) nicht viel anders als der, den Manuel Kellner hier Walter Mackert (li.... Foto: Monika Schütz

Doch ein kleines Problem gibt es bei diesem neuen Stein – und das war auch der Grund, warum das Gremium sich an diesem Dienstagnachmittag nicht oder noch nicht festlegen wollte: Der Stein ist nicht zertifiziert, noch nicht. Das gab Wolfgang Baumann bei der Präsentation gleich mit an – sagte aber auch, dass er die Zertifizierung bereits beantragt habe und mit einer solchen auch bis 23. April rechne. Wenn das Prüfzeugnis für den Steinbruch Säuberg vorliegt, würde dieser Granit von der Stadt Bad Staffelstein geordert.

Die restliche Sitzung des Grundstücks-, Umwelt- und Bauausschusses fand im Mehrzweckraum der Adam-Riese-Halle mit umfangreicher öffentlicher Tagesordnung statt. Dabei waren sich die zehn Rätinnen und Räte, die den Fraktionen der CSU, Freien Wähler, Jungen Bürger, der Grünen und der SPD angehörten, meistens einig. Für die Bauanträge – mehrere für Ein- und Mehrfamilienwohnhäuser sowie ein Carport, für eine umfangreiche Wohnhaussanierung, zwei Nutzungsänderungen und den Neubau einer landwirtschaftlichen Halle – gab es einstimmig das gemeindliche Einvernehmen.

Frauendorf hat nun einen „Döritzenweg“

In Frauendorf wurde außerdem eine Straße neu benannt: Die Schaffung von fünf neuen Bauplätzen hatte dies notwendig gemacht. Ortsbeauftragter Oswald Krappmann hatte im Vorfeld bei den zukünftigen Anliegern und auch bei einigen Dorfbewohnern Vorschläge gesammelt. Der Vorschlag „Döritzenweg“ setzte sich letztlich durch. Ähnliche Straßennamen gibt es bereits in End, „Am Döritzenbach“ und in Stublang, „An der Döritz“, so Hans-Josef Stich, der als stellvertretender Bürgermeister durch die Sitzung führte.

Bahnhofstraße: Welchen Granit ordert Bad Staffelstein?
Der neue Granit "Flossenbürger blaugrau" würde etwas mehrschimmern als der - wie hier im oberen Abschnitt der Bahnhofstr... Foto: Monika Schütz

Auch bei fünf der Bauvoranfragen, je eine in Bad Staffelstein, Schönbrunn, Horsdorf, Uetzing und Kaider, wurde einstimmig, teils aber mit Änderungsvorschlägen und Ergänzungen, das gemeindliche Einvernehmen in Aussicht gestellt.

Beide Bauvoranfragen in Unnersdorf abgelehnt

Ein mehrheitliches „Nein“ gab es für eine Bauvoranfrage aus Unnersdorf: Nur Manuel Schrüfer und Bärbel Köcheler, beide Freie Wähler, votierten für das Vorhaben, ein Einfamilienhaus mit drei Vollgeschossen in Hanglage und in der Nähe des Maines. Auch die zweite Voranfrage aus dem Dorf wurde – diesmal mit drei Gegenstimmen – abgelehnt: Auch diesem Antragsteller wird von Seiten der Stadt Bad Staffelstein der Bau eines dreigeschossigen Wohnhauses nicht in Aussicht gestellt. Da dies aber lediglich Voranfragen gewesen seien, könne man noch gut miteinander im Gespräch bleiben, so Zweiter Bürgermeister Stich.

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