BAD STAFFELSTEIN

Bad Staffelstein: Wasserpreis steigt auf 1,98 Euro

Die Stadt Bad Staffelstein erhöht zum Januar 2021 den Preis für Leitungswasser. Foto: Markus Drossel

Vier Jahre lang kostete der Kubikmeter Leitungswasser im Stadtgebiet Bad Staffelstein 1,68 Euro, nun steigen die Wasserverbrauchsgebühren zum Jahreswechsel um 30 Cent auf 1,98 Euro. Erhöhte Kosten für Personal und Unterhalt des Leitungsnetzes sowie hohe getätigte und geplante Investitionen ließen den Stadträten bei der vorletzten Sitzung des Jahres keine andere Wahl.

30 Cent, das ist eine Erhöhung um knapp 18 Prozent. Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) wies darauf hin, dass die Wassergebühren nun einmal kostendeckend sein müssen. Zusätzlich zu den erhöhten Gebrauchsgebühren steigen an sich auch die Grundgebühren für die Wasserzähler. Der Preis für einen Wasserzähler im Dauerdurchfluss bis vier Kubikmeter pro Stunde aber bleibt konstant bei 35,50 Euro pro Jahr – und die haben die Meisten, genauer gesagt 97,5 Prozent aller Wasserabnehmer.

Teurer wird es damit ausschließlich für die Vielverbraucher, das aber nicht unerheblich. Wer bis zu 1000 Kubikmeter pro Stunde verbraucht, berappt für den Wasserzähler künftig 908 Euro statt 429 Euro pro Jahr an Grundgebühr. Ebenfalls steigen die Herstellungsbeiträge bei Umbauten und Anbauten: Pro Geschossfläche und Quadratmeter sind es dann 15 Cent mehr (künftig 3,60 Euro).

„Mit 1,98 Euro pro 1000 Liter Trinkwasser, zuzüglich sieben Prozent Steuer, liegen wir im Landkreisvergleich im Mittelfeld“, betonte Bürgermeister Kohmann. „Alleine die Anschlüsse von Vierzehnheiligen und Grundfeld an die Fernwasserversorgung und das neue Pumpwerk machen 22 der 30 Cent Erhöhung aus.“ Auch von den Fraktionen kam kein Widerspruch. „Es ist notwendig, weil Einiges investiert werden muss“, bekräftigte Winfried Ernst (Freie Wähler). Alleine die Sanierung der Wasserleitungen in der Kernstadt (unter anderem Bahnhofstraße) sowie in Unterzettlitz, Loffeld, Wiesen, Grundfeld, Wolfsdorf, Vierzehnheiligen und Kaider dürfte 11,65 Millionen Euro kosten. „Die Leitungen in Wolfsdorf beispielsweise sind 100 Jahre und älter“, sagte Kohmann. Die Entscheidung für die Erhöhung der Wasserverbrauchsgebühren 2021 bis 2024 fiel einstimmig.

Auch die Beiträge und Gebühren Entwässerungssatzung für die kommenden vier Jahre standen auf dem Prüfstand. „Trotz der großen Investitionen wie beispielsweise für die erfolgte Auflassung der Kläranlage Wiesen und die geplante Auflassung der Kläranlage Frauendorf können wir Gebühren und Beiträge unverändert beibehalten“, freute sich Kohmann. Die Räte stimmten dieser Empfehlung der Verwaltung unisono zu.

In der Auwaldsiedlung könnten 37 Bauplätze entstehen

Bereits im Jahr 2018 gab es Überlegungen, das freie Areal zwischen Unterem Grasigen Weg, Rosenstraße und Veilchenweg am Bad Staffelsteiner Stadtrand (Auwaldsiedlung) Richtung Unterzettlitz/Wiesen zu bebauen. Die Räte goutierten den Bebauungsplan „Am Auenwald“, in der Bevölkerung aber regte sich massiver Widerstand, die Überlegungen des Planers wurden nicht weiterverfolgt. Nun aber gibt es einen neuen Interessenten. Jörg Meier von der Bamberger Ingenieuraktiengesellschaft Höhnen & Partner stellte diese im Stadtrat vor. Beabsichtigt sei, die Fläche von rund 3,5 Hektar mit 37 Häusern zu bebauen, vorzugsweise Einfamilienhäuser.

Da sich die neuen Häuser in die Bebauung der Auwaldsiedlung harmonisch einfügen sollen, sind unter anderem keine Pultdächer zugelassen. Zur Bahnlinie hin soll eine Kombination aus Lärmschutzwand und -wall entstehen. Die Erschließung erfolgt über die Rosenstraße, da der Grasige Weg zu schmal ist.

Digitale Daten statt Papierflut: Die Stadt Bad Staffelstein will ihre Räte künftig via Tablet, Notebook und Co. informie... Foto: M. Drossel

Sehr zur Freude von Sandra Nossek (Grüne/Sbun) will der Investor den Bauwerbern zahlreiche Umwelt- und Naturschutzauflagen machen. Auch von den Fraktionsvorsitzenden Jürgen Hagel (CSU) und Christian Ziegler (Junge Bürger) gab es viel Lob für die umsichtige Planung. Das Votum für die Aufstellung des Bebauungsplans sowie die frühzeitige Beteiligung von Behörden und Träger öffentlicher Belange war einstimmig.

Förderungen, Feuerwehr und Räteinformation: kurz notiert

• Um staatliche Zuschüsse über das kürzlich erneuerte wasserwirtschaftliche Förderprogramm RZWas zu erhalten, fällte der Stadtrat einstimmig diverse Durchführungsbeschlüsse. Unter anderem geht es um die Sanierung von Wasserleitungen in Kernstadt und Ortsteilen (11,65 Millionen Euro), die für 2021 geplante Auflassung der Kläranlage Frauendorf (2,2 Millionen) und die bereits umgesetzte Neuerrichtung der Wasserversorgung Grundfeld und Vierzehnheiligen nebst Pumpwerk (rund eine Million Euro). Für letztere Maßnahme hofft die Stadt auf 50 Prozent Förderung. • Um die Papierflut einzudämmen, will die Stadt ein digitales Räteinformationssystem anschaffen. Einladungen und Unterlagen sollen künftig über gesicherte Apps und Datenräume übermittelt werden. Das notwendige Wlan-System für die Tagungsorte Rathaus und Adam-Riese-Halle sowie das Gebäude Bahnhofstraße 2 dürfte rund 10000 Euro kosten, die Software den gleichen Beitrag. Weitere 10 000 Euro werden als Zuschüsse ausgereicht: Jedes Stadtratsmitglied erhält 400 Euro, um sich ein Tablet oder einen Klapprechner zuzulegen. Die Umstellung soll schon in 2021 erfolgen. Nach intensiver und kontroverser Diskussion fiel der Beschluss einstimmig.

• Die Feuerwehr Wolfsdorf bekommt ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank (180 000 Euro). Es ersetzt den dortigen Anhänger aus dem Jahr 1963. Bestellt werden soll es in 2021, die Lieferzeit beträgt bis zu einem Jahr.

 

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