BAD STAFFELSTEIN

Bad Staffelstein setzt auf regionale Einkaufsplattform

Bad Staffelstein Die Corona-Pandemie fordert auch die Stadt Bad Staffelstein. Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden? Was muss und kann für die Unternehmer in Handel, Dienstleistung und Gastronomie getan werden? Im Gespräch erklären Bürgermeister Jürgen Kohmann und Quartiersmanager Michael Böhm die Situation und mögliche Hilfen.

Frage: Herr Bürgermeister Kohmann, welche Auswirkung hat die aktuelle Lage auf die Unternehmen in Bad Staffelstein?

Jürgen Kohmann: Die aktuelle Lage lässt sich für alle Städte gleichermaßen beschreiben: äußerst angespannt. Nicht nur, dass Handel, Handwerk, Dienstleister und Gastronomie/Hotellerie zum größten Teil geschlossen haben und keine Umsätze generieren, sondern auch die damit verbundenen Probleme, wie volle Warenlager, Kostendruck, Personalverantwortung und vor allem die Ungewissheit, wie lange geschlossen sein muss, sind für unsere Unternehmer und Gewerbetreibenden fatal.

Leider müssen wir davon ausgehen, dass das eine oder andere Unternehmen sich in großen Schwierigkeiten befinden kann. Auch die Frequenzbringer wie Veranstaltungen und verkaufsoffene Sonntage sind zurzeit untersagt. Unserer Innenstadt und auch den Ortsteilen wurde somit ein großer Teil der Lebendigkeit und des bunten Treibens genommen.

„Unter www.arplus-online.de bieten wir in Zusammenarbeit mit der Adam-Riese-Unternehmergemeinschaft eine lokale Plattform für alle Mitglieder und Nichtmitglieder, um ihre aktuellen Angebote vermarkten zu können.“
Michael Böhm, Quartiersmanager
Bad Staffelstein setzt auf regional Einkaufsplattform
Hilfe für heimische Unternehmen in Zeiten der Pandemie organisieren Bürgermeister Jürgen Kohmann (re.) und Quartiersmana... Foto: red

Herr Böhm, welche Maßnahmen wurden getroffen beziehungsweise werden ergriffen, um die Unternehmen und Gewerbetreibenden in Bad Staffelstein zu unterstützen?

Michael Böhm: Die Unterstützungsmaßnahmen sind vielfältig. Zusammen mit der Adam-Riese-Unternehmergemeinschaft haben wir ein Infosystem zu vorhandenen Hilfen aus dem Freistaat und dem Bund über einen E-Mail-Verteiler aufgebaut. Gerne nehmen wir hier auch weitere E-Mail-Adressen – auch von

Unternehmen, die keine Mitgliedschaft in der Unternehmergemeinschaft haben – auf. Eine Übersicht zu diesen Maßnahmen finden unsere Unternehmer auch unter www.bad-staffelstein.de Stichwort: Corona. Des Weiteren werden über unterschiedliche Kanäle lokale Onlineshopping- und Lieferdienste aus Bad Staffelstein angeboten. Unter www.arplus-online.de bieten wir in Zusammenarbeit mit der Adam-Riese-Unternehmergemeinschaft eine lokale Plattform für alle Mitglieder und auch alle Nichtmitglieder, um ihre aktuellen Angebote vermarkten zu können. Interessenten können sich hierzu jederzeit an mich wenden unter m.boehm@bad-staffelstein.de oder unter Tel. 0177 833 4137.

Auch auf Instagram werden die verschiedenen Leistungen unter arplus2020 angeboten.

„Wenn sie online einkaufen, sollten sie als erstes die Angebote der regionalen und lokalen Unternehmer prüfen und sich für deren Angebot entscheiden.“
Jürgen Kohmann, Bürgermeister

Herr Bürgermeister Kohmann, was können die Bürger tun, um die Stadt Bad Staffelstein aktuell und auch künftig zu stärken?

Kohmann: Wenn sie online einkaufen, sollten sie als erstes die Angebote der regionalen und lokalen Unternehmer prüfen und sich für deren Angebot entscheiden. Viele Händler und Gastronomen bieten ihre Leistungen mit Lieferservice oder zur Abholung an. Informieren Sie sich unter www.arplus-online.de und Sie werden überrascht sein, wer in Bad Staffelstein digitalen Service anbietet. Oder schieben sie geplante Einkäufe nach hinten bis unsere stationären Handels- und Dienstleistungsbetriebe für Sie wieder erreichbar sind.

Jeder kann hierzu seinen Beitrag leisten. Vermieter beispielsweise können die Gewerbemieten flexibel gestalten und so ihren Mietern soweit möglich entgegenkommen und Endverbraucher können verstärkt regionale Produkte konsumieren und die Wertschöpfungskette vor Ort generieren und stärken. Es liegt in der Verantwortung von uns allen, welchen Stellenwert wir unserer gesamten Stadt und unserem Lebensraum geben.

Bad Staffelstein setzt auf regional Einkaufsplattform
Die Pfarrkirche St. Kilian ist das Wahrzeichen von Bad Staffelstein. Foto: red

Herr Böhm, wie sind Sie selbst von der aktuellen Lage betroffen und wie gehen Sie damit um?

Böhm: Aktuell befinde ich mich im Homeoffice, da ich kurz vor dem Ausbruch des Corona-Virus in Deutschland noch als Referent auf einem Internationalen City- und Stadtmarketingkongress in Salzburg eingeladen war. Meine Themenschwerpunkte waren hier Standortmarketing für Kommunen, Generationenübergreifendes Marketing für Städte und die Konsolidierung von regionalen Märkten und Händlern.

Jetzt heißt es flexibel mit der aktuellen Lage umzugehen und sich täglich den daraus ergebenden Herausforderungen aktiv zu stellen. Den Unternehmern und Selbstständigen der Stadt Bad Staffelstein stehe ich hier mit Rat und Tat zur Seite. Gerne können diese mich unter Tel. 0177 833 4137 anrufen oder eine E-Mail an m.boehm@bad-staffelstein.de mit Ihren Fragen senden.

Zusammen mit dem Vorstand der Adam-Riese-Unternehmergemeinschaft werden wir für unterschiedliche Probleme die passenden Lösungen finden.

Herr Bürgermeister Kohmann, wie beurteilen Sie die aktuelle Situation in der Stadt Bad Staffelstein?

Kohmann: Es gilt als erstes meinen Dank an alle Bürger unserer Stadt Bad Staffelstein auszusprechen. Ich erkenne einen großen sozialen Zusammenhalt unserer Stadtgesellschaft, welche durch ein außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement getragen wird. Stellvertretend seien hier alle Blaulicht-Organisationen und die Kirchen genannt. Auch kleine Einzelmaßnahmen wie das Einkaufsangebot für ältere und kranke Menschen, welches zum Teil über unsere Kirchen, aber auch Frau Nossek organisiert werden, haben mich sehr gefreut.

Beeindruckt bin ich von der Disziplin unserer Bürger bezüglich der Auflagen im öffentlichen Raum – hierfür möchte ich meinen herzlichen Dank aussprechen. Jeder einzelne kann zum Schutz unserer Gemeinschaft und so zum Wohl unserer Stadt beitragen. Die Stadtverwaltung, der Stadtrat und ich werden unsere ganze Kraft zur Bewältigung dieser Krise aufbringen und zusammen mit den Betroffenen Lösungswege suchen und finden.

Ich bin mir sicher, dass wir mit unserer Stadtgemeinschaft die aktuelle Situation meistern werden und uns gemeinschaftlich zum Wohle unserer Stadt weiterentwickeln können.

 

Schlagworte