BAD STAFFELSTEIN

Bad Staffelstein: Helga Sieberts Kabarett zu Corona

Bad Staffelstein: Helga Sieberts Kabarett zu Corona
Ihre Gedanke über das Virus und seine Folgen machte sich Helga Siebert in ihrem Programm „Corona Light.“ Foto: Monika Schütz

„Corona light“ – hört sich das nicht an wie Cola light? Oder doch nicht? Egal. Genau so, wie Cola light suggeriert, dass es gesund sei, möchte Helga Siebert die Umstände ihrer persönlichen corona-bedingten Saure-Gurken-Zeit etwas leichter nehmen. Sie gehörte nämlich zu den Künstler, die auf einen Schlag arbeitslos wurden.

„Das galt für gut drei Millionen Beteiligte – ich sag: Geschädigte – mehr, als bei der Lufthansa beschäftigt sind! Drei Millionen sind in der finanziellen Hilfsliga. Für sie wurde – sagen wir mal – suboptimal gesorgt“, begrüßt sie ihre Gäste. Die hatten sich brav mit Mund-NasenSchutz auf Einbahnweg mit ihrem Ticket aus dem Vorverkauf eingefunden. 36 Gäste sind es, mehr lässt die gemütliche kleine Terrasse des Stadtcafés nicht zu. Genauso viele waren es in der Vorwoche, genauso viele werden es vielleicht nächsten Donnerstag sein, wenn die Kabarettistin wegen der hohen Nachfrage eine dritte Vorstellung geben wird.

Noch etwas zurückhaltend hören die Zuschauer, wie Helga Siebert einen Rückblick auf die Monate ab Februar gibt. „Im Karneval sangen sie noch 'Da simmer dabei, das ist prima, prima Colonia' – danach wurde es umgedichtet in 'Prima Corona'“. Und Helga Siebert kramt eine Überraschung aus ihrer Tasche: „–Das hab ich selbst gemacht, extra für Sie – ein „Corona-Rocher“. Der neu aufgekommene Wortschatz fasziniert sie: Corona-Hamsterkäufe, Pandemie-Jahrgang, Corona-Mehrwertsteuersenkung.

„Die Würde des Spargels ist unantastbar.“
Helga Siebert, Kabarettistin

Ein satirischer Abend mit viel hintergründigem Humor fand an diesem Donnerstag eine Fortsetzung. Seitenhiebe auf den „Trampel“ aus den USA, „unsere deutsch-deutsche Königin Angela Merkel“, Fußball und die Erntehelfer in der Landwirtschaft. Helga Siebert nimmt sie sich alle vor. „Die Würde des Spargels ist unantastbar“, steht auf dem Schild, das sie bei einem Spaziergang sieht, erzählt sie. „Ich hätte nicht gedacht, dass Fußball und Spargel systemrelevant sind. Erntehelfer durften ins Land, Flüchtlinge nicht“, wundert sie sich.

Doch das Virushatte auch etwas positives: Ihr Mann, ein Lehrer, war vor der Krise ein begnadeter Dosenöffner. Jetzt müsse sie um einen Platz am Kochherd regelrecht kämpfen – jetzt kocht nämlich er. Das Publikum grinst, spendet Zwischenapplaus, schmunzelt. Nach der kurzen Pause sind die Gäste und Helga Siebert fast ein Team. Sie bezieht Männlein und Weiblein in ihre kabarettistischen Spielchen mit ein. Das kommt gut an, die Gäste machen vergnügt mit. Nach knapp zwei Stunden endet der Abend mit einem Gedicht. Und einem kleinen Lied. Das mag ihr Publikum, deswegen kommt es immer wieder gerne.

Nächste Aufführung am Donnerstag

Nächster Termin: Am Donnerstag, 13. August, findet eine weiterer Corona-Light-Rückblick auf der Terrasse des Stadtcafés statt. Wegen der reduzierten Plätze wird um verbindliche Reservierung unter Tel. (09573) 340461 gebeten. Einlass ist um 18.30 Uhr, Beginn um 19 Uhr.

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