EBENSFELD

Auf Spuren der Ur-Ebensfelder

Im hinteren Bereich des früheren „Neuner-Areals“ soll ein Neubau entstehen zur Unterbringung einer Tagespflegeeinrichtung und einer podologischen Praxis. Foto: Mario Deller

Bekanntlich soll auf dem früheren Neuner-Areal ein Neubau mit einer Tagespflegeeinrichtung, einer podologischen Praxis und der Verwaltung eines Anbieters ambulanter Pflege entstehen. In der Sitzung des Bauausschusses wurde nach knapper, aber mehrheitlich befürwortender Abstimmung über den Bauantrag zwar die nächste Hürde genommen. Archäologische Wurzeln des Ortes könnten aber unter Umständen die Realisierung verzögern.

Von der ursprünglich ins Spiel gebrachten dreistöckigen Variante ist man längst abgerückt, wie bei der Erläuterung des Bauantrags durch Jörg Franke vom beauftragten Planungsbüro zu erfahren war. Die nun zweigeschossige Planung sieht eine Firsthöhe von 10,48 Metern vor, orientiert sich damit an der bestehende Bebauung wie dem angrenzenden Pfarr- und Jugendheim.

Wie es weiter hieß, soll der Neubau als Holzkonstruktion oder Mischkonstruktion errichtet werden und eine Holzfassade erhalten ähnlich wie beim Feuerwehrhaus. Die Erschließung wird über die Untere Straße erfolgen. In diesem - von der Hauptstraße aus betrachtet – hinteren Bereich soll neben den geforderten einrichtungsbezogenen Stellplätzen auch ein kleiner Demenzgarten entstehen. Für die dann nach Umsetzung des Projekts noch übrige, ebenfalls im Eigentum der Marktgemeinde befindliche Freifläche auf dem „Neuner-Areal“, ist noch keine konkrete Nutzung auserkoren.

Nicht nur die Himmelreichstraße selbst wird komplett neu gebaut. Gegenüber des Karl-Reinlein-Stadions (hier am rechten B... Foto: Mario Deller

Kreative Lösung für die Parkplätze

Denkbar ist, dass die Parkplätze auf dem Areal künftig tagsüber den Mitarbeitern der Einrichtungen vorbehalten sind, aber abends von der Allgemeinheit genutzt werden können. Hierfür müsste mit den Betreibern eine Vereinbarungen getroffen werden. „Das ist aber nur ein erster Plan, der noch nicht in Stein gemeißelt ist“, unterstrich Dritter Bürgermeister Anton Schatz, der Bürgermeister Bernhard Storath vertrat. Schatz ließ ferner wissen, dass die Vergabe im schnelleren Leistungsprogramm-Verfahren erfolgen soll. Die Zeit dränge, weil der Anbieter der geplanten Tagespflegeeinrichtung die neuen Räumlichkeiten dringend benötige.

Zwar erteilte das Gremium mit fünf zu vier Stimmen dem Bauantrag das gemeindliche Einvernehmen. Doch ein von Planer Jörg Franke geschilderter Aspekt könnten die von Bürgermeister Storath in einer früheren Sitzung geäußerten Hoffnungen auf einen Baubeginn noch im Herbst ins Wanken bringen: Wie Franke nämlich ausführte, gibt es Vermutungen, dass sich auf dem Neuner-Areal noch Überbleibsel aus der Zeit der ersten Besiedlung im Ort im 8. Jahrhundert befänden. „Vielleicht wird auch nichts gefunden, aber im ungünstigen Fall kann das natürlich auch zu Zeitverzögerungen führen. Das wird ein spannendes Unterfangen. Momentan sind es aber nur Vermutungen“, so Franke.

Nicht ausgraben, sondern sichern

Jedenfalls wird zur Klärung der Frage, ob sich erhaltenswerte Bodendenkmäler dort befinden, eine Voruntersuchung erforderlich sein, deren Ergebnis es abzuwarten gilt. Ziel müsse es auf jeden Fall sein, fuhr der Planer fort, dass keine Ausgrabungen erforderlich werden. Dies wäre durch den Einbau einer Bodenplatte möglich, welche eventuelle Funde sichert.

Lediglich informatorischen Charakter zum Zwecke der weiteren Vorberatungen in Fraktionen und Gemeindeverwaltung hatte die Präsentation einer Entwurfsplanung zur Sanierung und Neugestaltung der Himmelreichstraße. In seiner vergangenen Sitzung hatte sich der Gemeinderat einstimmig dafür ausgesprochen, die Straße auf kompletter Länge von rund 620 Metern von Höhe Rinnigstraße bis Höhe Bahnhofstraße einem Vollausbau zu unterziehen. In der damaligen Sitzung war von einer Kostenschätzung von 1,243 Millionen Euro bei einer Förderung zwischen 30 und 80 Prozent die Rede.

Nicht nur die Himmelreichstraße selbst wird komplett neu gebaut. Gegenüber des Karl-Reinlein-Stadions (hier am rechten B... Foto: Mario Deller

Besser die Stellungnahmen abwarten

Bauingenieurin Christina Kleylein-Doppel, die die Entwurfsplanung vorstellte, meinte es sei sinnvoll, vor einer näheren Kostenschätzung zum jetzigen Entwurf erst die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange abzuwarten. Im September könne man die Kosten dann näher beziffern. Ebenfalls im September wird, wie Dritter Bürgermeister Schatz wissen ließ, der Gemeinderat über den Entwurf abstimmen.

Wie den Erläuterungen der Bauingenieurin zu entnehmen war, sieht der Entwurf in einem begrenzten Bereich auf der – in Richtung Untere Straße betrachtet – linken Seite eine Verbreiterung des Gehwegs vor. Zwischen Höhe Ziegelstraße und Höhe Rinnigstraße gibt es zudem Überlegungen zur Schaffung einer Verkehrsinsel aus Gründen der Verkehrssicherheit für die Ausfahrt dortiger Anwohner. Die Fahrbahnbreite würde sich dort dadurch aber nicht verringern, sondern die Straße insgesamt auf einem kurzen Stück verbreitern.

Wie schon in früheren Planungen beinhaltet der Entwurf 18 Längsparkplätze gegenüber dem Stadion des TSV Ebensfeld. Nicht weit davon entfernt sollen weitere Parkplätze entstehen. Wie viele das sein werden und können, hängt allerdings auch von den weiteren Planungen betreffend des dort diskutierten Mehrgenerationen-Spielplatzes ab, über den der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung abstimmen wird.

Des weiteren ging es um die Holzschilder der Wanderwege. Der Tourismusverein signalisierte nun, dass er die Wartung derselben nicht mehr gewährleisten kann. Der Bauausschuss beschloss nun, dass die Schilder künftig durch den Bauhof instand gehalten werden.

 

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