DITTERSBRUNN

Auf Fährtensuche mit Jägern bei Dittersbrunn

Auf Fährtensuche mit Jägern bei Dittersbrunn
Mit Michael Hagel und Johanna Lieb suchten die Kinder nach Tierspuren im abgeernteten Futterbohnen-Acker. Foto: Monika Schütz

Dieser Punkt im Ferienprogramm der Marktgemeinde Ebensfeld kommt immer gut an. Seit vielen Jahren schon bietet der Jägerverein Bad Staffelstein Land ihn an, und jedes Mal sind zwischen zehn und 20 Kinder dabei. Die meisten mit wetterfester Kleidung und festen Schuhen, viele haben eine Trinkflasche und eine kleine Brotzeit dabei. Wo es wohl hingeht? In den Wald! Mitten in die Natur.

Die Kinder wollen zusammen mit den Jägern auf Fährtensuche gehen. Sie wollen Spuren suchen und finden, sie wollen wissen, was die Waldtiere fressen und wo sie leben. Dabei werden sie von Ganda, Asko und Bine unterstützt – so heißen die Jagdhunde von Dr. Christian Hahn, Eva Hagel und Johanna Lieb.

Auf Fährtensuche mit Jägern bei Dittersbrunn
Die Höhe der Drecks am Stammes verrät es: hier ist ein größeres Wildschwein vorbeigekommen. Foto: Monika Schütz
„Wir bewegen uns im Wohnzimmer der Tiere und wollen sie nicht stören. Auch wenn man sie nicht sieht, weiß man, dass sie da sind oder dass sie da waren!“
Michael Hagel, Jäger

Erst gibt es allerdings ein paar wichtige Regeln von Jäger Michael Hagel: keinen Müll hinterlassen! Auf den Wegen bleiben! Leise sein! „Wir bewegen uns im Wohnzimmer der Tiere und wollen sie nicht stören“, erklärt der Jäger, „auch wenn man sie nicht sieht, weiß man, dass sie da sind oder dass sie da waren!“

Was er damit meint, finden die Jungen und Mädchen bald selbst heraus. Die gut zweistündige Tour am Donnerstag führt zuerst auf einen Feldweg aus dem Dorf heraus, dann in den dichten Wald hinein und über ein fast abgeholztes Borkenkäfer-Gebiet wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Auf Fährtensuche mit Jägern bei Dittersbrunn
Jäger Michael Hagel zeigt ein Handy-Video von einer Rotte Wildschweinen. Foto: Monika Schütz

Wo das Reh- und Schwarzwild über den abgeernteten Acker läuft

Spuren heimischer Tiere gibt es genug: Ein „Wildwechsel“ schon am Dorfrand zeigt an, wo das Reh- und Schwarzwild aus dem Wald tritt und zum gegenüberliegenden abgeernteten Acker läuft. Die Sechs- bis Zehnjährigen finden viele Abdrücke im weichen Boden. Wenig später sehen die Kinder Schürf-Spuren an der Rinde eines kleinen Bäumchens: hier habe sich ein Rehbock das juckenden Gehörn gerieben, verrät Jäger Hagel. Er erklärt, was Tiere fressen und was „hinten“ wieder rauskommt. Die Losung von Hasen sieht anders aus als die von Rehen und Wildschweinen, zeigt er auf einige Fundstellen.

Dann geht es zur „Badewanne“: Mitten im Wald hat es sich eine Rotte Wildschweine zur Gewohnheit gemacht, öfters mal ein nächtliches „Schlammbad“ zu nehmen. Damit entledigen sich die Tiere ihrer Parasiten. Eindeutige Spuren dafür, dass sich ein Wildschwein just in der Nacht zuvor genau da gesuhlt hat, sind das schmutzige Wasser der großen Pfütze und viele erdige Flecken an der Rinde der Bäume neben dem Wasserloch. Hier hat sich das Wildschwein nach dem Bad wohl noch mal kurz an dem Baum gerieben.

Mauselöcher, ein Fuchsbau und viele Taubenfedern

Die Kinder staunen und suchen eifrig weiter nach „Fährten“ und Spuren. Einige Mauselöcher, der Eingang zu einem Fuchsbau und viele Federn von gerupften Tauben – sie stellen fest: der Wad lebt. Auch wenn man kein Tier sieht.

Ein Gespräch unter „Fachmännern“ darf nicht fehlen: Einige Kinder haben in der Schule bereits die Merkmale verschiedener Bäume gelernt und wie man sie anhand der Blätter, Rinde und Früchte bestimmen kann. Johanna Lieb und Michael Hagel zeigen auf Kiefer, Fichte, Lärche, Buche und Eiche. Zum Schluss führen Johanna Lieb und ihr Deutsches Drahthaar „Bine“ vor, was sie alles in der Jagdhundeausbildung gelernt haben: Hören, Rennen und andere Kommandos auf Pfiff sowie das Apportieren eines Fellpäckchens. Dem Rauhhaardackel Asko und dem Weimaraner Ganda gefällt das mindestens genauso gut wie den Kindern.

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Waldtour beendet: (von li) Johanna Lieb, Christian Hahn und (2. v. re.) Michael Hagel haben Wienerle für die hungrigen N... Foto: Monika Schütz

Bepackt mit ein paar Schätzen aus dem Wald kommt die Gruppe gegen Mittag wieder zurück. Stöckchen, Fichtenzapfen und schwarz-weiße Vogelfedern haben neue Besitzer gefunden.

 

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