BAD STAFFELSTEIN

Bad Staffelstein und Uetzing: Faschingsumzüge fallen aus

Beim Döberten-Express befassten sich die Vereine voriges Jahr schon mit dem Thema der Sicherheitsauflagen bei Faschingsumzug. Foto: Gerd Klemenz

Zwei Faschingsumzüge werden im Landkreis Lichtenfels abgesagt: In Bad Staffelstein und in Uetzing werden die Narren nicht wie gewohnt durch die Straßen ziehen. Grund für die Absagen sind die neuen Sicherheitsauflagen, die das Landratsamt in Lichtenfels beschlossen hat.

Geforderte Anzahl an Aufsichtspersonen zu hoch

„Wir hätten zehn Begleitpersonen pro Wagen gebraucht, um den Bestimmungen gerecht zu werden. Das war einfach nicht möglich“, erklärt Matthias Graß, 1. Präsident des Staffelsteiner Karneval-Klubs. „Wir haben Einladungen mit den Auflagen rausgeschickt, aber zu viele Gruppen haben abgesagt. Hätten noch zwei, drei, vier Gruppen mitgemacht, wäre der Umzug zustande gekommen“, sagt Matthias Graß. Für nächstes Jahr müsse man sich eine Lösung überlegen und abwarten, bemerkt der Präsident des Staffelsteiner Karneval-Klubs.

 

Viele Gedanken hatten sich voriges Jahr die Teilnehmer des Bad Staffelsteiner Faschingsumzugs gemacht. Heuer findet er n... Foto: Monika Schütz

Das Landratsamt hatte zusammen mit der Polizeiinspektion Lichtenfels das Merkblatt „Einsatz von Fahrzeugen und Fahrzeugkombinationen im Rahmen von Brauchtumsveranstaltungen – insbesondere Faschingsumzügen – im Landkreis Lichtenfels erarbeitet, worin auf sieben Seiten festgelegt ist, welche Vorschriften einzuhalten sind. Darin geht es um die hohen Sicherheitsauflagen beim Wagenbau sowie um den personellen Aufwand beim Sicherheitspersonal.

Die veranstaltenden Faschingsvereine benötigen für die Abhaltung von Umzügen eine amtliche Erlaubnis, die in der Regel die Kommune erteilt. Diese Erlaubnis enthält neben Anordnungen zur Verkehrsregelung und Sperrmaßnahmen auch Auflagen für die Teilnehmer sowie für den Einsatz von Fahrzeugen. Der Veranstalter muss darauf achten, dass diese Auflagen eingehalten werden und ist befugt, nicht vorschriftsmäßige Fahrzeuge sowie deren Benutzer von der Teilnahme auszuschließen.

„Es ist schade, um diese kleine Traditionsveranstaltung“
Manuel Schrüfer, Ortssprecher Uetzing

Auch in Uetzing, im „Land der Nüsse“, findet am Faschingsdienstag (25. Februar) kein Döberten-Express statt. Auch hier kapitulieren die Narren vor den bürokratischen Hürden. „Die Uetzinger Ortsvereine hatten mehrmals darüber nachgedacht, wie man das Faschingstreiben hätte stattfinden lassen können. Zur Wahl stand: die Mitglieder der Vereine als Sicherheitsperson einzusetzen und somit die Faschingswagen mit nur zwei oder drei Leuten zu besetzen oder auf einen ganzen Umzug zu verzichten. Wenn dann nur drei Gruppen zusammenkommen, ist das ja auch blöd“, fügte Ortssprecher Manuel Schrüfer an.

 

Fast 50 Jahr ist der Döbertenexpress an Fasching gefahren – heuer wurden die Sicherheitsauflagen zu hoch. Thema war die ... Foto: Gerd Klemenz

Letztmals, dass der „Döberten-Express“ nicht von Serkendorf ins Zentrum zog war 1991 aus Pietätsgründen. In diesem Jahr ist es zum Bedauern aller mal wieder so weit. „Es ist schade, um diese kleine Traditionsveranstaltung. Außerdem steht in diesem Jahr das Schulhaus aufgrund der Arbeiten für die Kinder nicht zur Verfügung. Im kommenden Jahr ist dann die „Kulturscheune“ fertig, die wir dann für künftige Faschigsveranstaltungen nutzen können“, erklärte Manuel Schrüfer.

In Weismain, Ebensfeld und Isling finden die Faschingsumzüge statt

Personalprobleme haben die Weismainer Fastnachter offenbar nicht. Hier gibt es genug Gruppen, die die Sicherheitsauflagen erfüllen können. „Die Vereine sind bestrebt, die Richtlinien einzuhalten“, sagt Konditormeister Franz Besold vom Weismainer Faschingskomitee. Viele Vereine würden mit Fußgruppen mitlaufen, dann erübrige sich das Problem.

„Die Bonbons sind schon eingekauft.“
Franz Besold, Faschingskomitee Weismain

„Alle Fahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 60 Kilometer pro Stunde werden am Tag davor vom TÜV geprüft“, teilt Franz Besold mit. „Die Bonbons sind schon eingekauft, wir haben ein tolles Programm und wir hoffen auf zahlreiche Besucher“, freut sich Franz Besold.


Schön war's 2019 in Bad Staffelstein. Heuer findet kein Faschingsumzug statt – die Sicherheitsauflagen sind zu hoch. Foto: Monika Schütz

Der Faschingsumzug findet statt. Bei uns war das keine große Geschichte“, meint der Bürgermeister Bernhard Storath aus Ebensfeld. „In den Gemeinden, in denen mit größeren Fahrzeugen gefahren wird, gibt es mehr Probleme“, sagt er.

Neue Richtlinien „benutzergeracht“ gemacht

In Ebensfeld fand mit den Kommunen des Landkreises eine Besprechung statt, um die neuen Richtlinien „benutzergerecht“ zu machen. „Wir haben das schon letztes Jahr so praktiziert, dass am Schlepper einer rechts und einer links gelaufen ist. Und das war kein Problem“, erklärt der Ebensfelder Bürgermeister.

Auch in Isling können sich Besucher auf ein buntes Faschingstreiben freuen. Aufgrund der Sicherheitsauflagen laufen diesmal aber nur Fußgruppen mit.

 

Schlagworte