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Hat nie aufgegeben: Hertha Müller feiert 90. Geburtstag

Hat nie aufgegeben: Hertha Müller feiert 90. Geburtstag
Fröhliches Anstoßen auf den 90. Geburtstag: (vorne, v. li,) Sohn Walter Müller, Hertha Müller, Schwiegertochter Katharina Müller, (hinten) Pflegedienstleiterin Manuela Paul und Seniorenbeauftragter Walter Mackert. Foto: Monika Schütz

Das Leben hat es Hertha Müller noch nie leicht gemacht: erst verstarb ihre Mutter, als sie ein siebenjähriges Mädchen war, dann folgte als Erwachsene die Trennung von ihrem Ehemann kurz vor der Silberhochzeit, schließlich zwangen sie eine schwere Krankheit und familiäre Schwierigkeiten in die Knie. Doch sie hat nie aufgegeben, sich immer wieder hochgerappelt. Am Donnerstag feierte sie ihren 90. Geburtstag.

Als sie 1930 in Essen im Ruhrgebiet zur Welt kam, arbeitete ihr Vater im Bergbau. Die Wirtschaftslage in Deutschland konnte man getrost als sehr schwierig bezeichnen. Sparsamkeit und Zurückhaltung prägten das Leben der jungen Frau, die nach Ende der Schulpflicht im Alter von erst 14 Jahren die eine und andere Stelle im Haushalt annahm.

Aus dem Ruhrgebiet nach Oberfranken

Anfang der 1960-er Jahre zog die Familie – ihr Vater hatte wieder geheiratet – nach Oberfranken. Hertha Göckel – so der Geburtsname der mittlerweile vierfachen Mutter und vierfachen Oma – fand Arbeit in der damaligen Fabrik Heinz Kolb und in der Reißenweber Mühle in Grub am Forst, ihrem neuen Wohnort. Viele Jahre stand die zierliche Person an der Säge, am Gatter und in der Gartenmöbelherstellung und verrichtete Arbeit, die sonst Männer erledigen. Das habe ihr immer Spaß gemacht, sagt sie. Ihre große Freude hatte sie auch an ihren beiden Hunden, den Dackeln Wilma und Strolch.

Am ihrem Geburtstag empfing die 90-Jährige mit dem lustigen Pferdeschwanz Walter Mackert, der als Seniorenbeauftrager der Stadt die Grüße des Bürgermeisters übermittelte, mit einem freundlichen Lächeln: „Ist da ein Scheck drin?“, scherzte sie, als der Stadtrat ihr neben Blumen auch ein Kuvert übergab.

Ihr Sohn Walter und Schwiegertochter Katharina kümmern sich regelmäßig um die „Oma“. Sie sind glücklich, dass Hertha Müller in den eineinhalb Jahren, in denen sie hier im Seniorenstift lebt, wieder Lebensmut und Kraft gefunden hat. Auch Pflegedienstleiterin Manuela Paul freut sich mit dem Geburtstagskind: „Unser Müllerchen – das ist hier ihr Spitzname – kümmert sich rührend um ihre Mitbewohner. Und sie sagt auch klipp und klar, wenn ihr etwas nicht passt.“

„Unser Müllerchen –

das ist hier ihr Spitzname – kümmert sich rührend um ihre Mitbewohner. Und sie sagt auch klipp und klar, wenn ihr etwas nicht passt.“

Manuela Paul, Pflegedienstleiterin

Was das Geheimnis ihres vollen Haares ist, das selbst im hohen Alter von 90 Jahren noch nicht grau ist, verrät „Müllerchen“ Hertha auch: „Ich reib? sie täglich mit Franzbranntwein ein, das hilft und macht sie kräftig.“ Es scheint zu wirken. Das Obermain-Tagblatt wünscht Hertha Müller nachträglich ebenfalls alles Gute und weiterhin viel Gesundheit.

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