Redendes Nilpferd und Balancekünste bei der SKK-Prunksitzung

BAD STAFFELSTEIN

Redendes Nilpferd und Balancekünste bei der SKK-Prunksitzung

Über 800 Fans der „fünften Jahreszeit“ kamen bei der nunmehr fünften Prunksitzung des Staffelsteiner Karnevals-Klubs (SKK) voll auf ihre Kosten. Das bunte Programm unter dem Sessionsmotto des SKK „33 Jahre – schwarze Fliege, roter Frack“ bot Unterhaltsames, Beeindruckendes und natürlich auch gehöriges Zwerchfelltraining.

Die Tanzgarden des SKK bewiesen bei ihren Darbietungen Athletik und bekamen ebenso verdient Beifall wie das Männer- und Damenballett. „Respekt“, raunten sich die Zuschauer zu, als der international bekannte Künstler TJ Wheels alias Till Schleinitz tolle Balancefähigkeiten unter Einsatz von Brettern, Fußball und sogar der eigenen Krawatte als „Springseil“ bewies. Und dass als weiterer Künstler der Regensburger Thomas Dietz nicht von ungefähr mehrfacher Jongleur-Weltmeister ist, war angesichts seiner Performance mit Reifen und Kegeln unverkennbar.

Ein bisschen Frivoles darf nicht fehlen

Die Humorsparte darf bei einer Prunksitzung selbstverständlich nicht zu kurz kommen. So begeisterten die quirlige Lizzy Aumeier mit einem „Best of“, Gery Gerspitzer mit Auszügen aus seinem Fredl-Fesl-Programm oder Daniel Künzel vom SKK als Postbeamter „Herr Thielke“. Auch der Gochsheimer Wolfgang Düringer stieg in die Bütt – und warum darf es vereinzelt bei einer Prunksitzung nicht auch einmal eine Spur frivol werden? Kleines Beispiel aus der Darbietung Düringers: „Als ich meiner Fraa gsocht hob: ,Hoorspray, Fußspray, Achselspray – denkst du eigentlich auch mol ans Ozonloch?', hot sie gemaant: ,Dafür nimm ich den Waschlappen.'“

Er outete sich als Fan von Pippi Langstrumpf, spielte auf der Gitarre sein Lied „Pfeif drauf – ich bin 40“ und will sich als finalen Gag vor dem Gang ins Krematorium Mais in die Ohren stopfen: Die Rede ist von Stefan „Das Eich“ Eichner, den der SKK zur Prunksitzung ebenfalls gewinnen konnte. Auch er konnte überzeugen mit gewohnt-lässiger Interaktion mit dem Publikum.

Diese beherrschte in der Adam-Riese-Halle freilich auch Bauchredner Sebastian Reich. Ohne Rücksicht darauf, dass dieser mit seiner Ehegattin erschienen war, flirtete Nilpferddame Amanda auf Teufel komm raus mit Zweitem Bürgermeister Hans Josef Stich, der selbst verkleidet war und sich köstlich amüsierte, als Amanda ihm entgegen hauchte: „Hans Josef, lass mich dein Mon Cherie sein. Ich bin so ADAC.“ Wie jetzt – ADAC? Auf Nachfrage von Sebastian Reich, der ihr gewohnt kunstvoll die Stimme lieh, gab Amanda zur Antwort: „Na, ich lass mich von ihm abschleppen.“

Urkunde für Verdienste um das Brauchtum

Anlässlich des 33-jährigen Bestehens wohnte – wie übrigens ebenso Europaabgeordnete Monika Hohlmeier, Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner, Landrat Christian Meißner und Vertreter der Karnevalsvereine aus Ebensfeld (EKG) und Coburg (Narrhalla) – auch der oberfränkische Bezirkspräsident des Fastnachtsverbands Franken, Norbert Greger, der Prunksitzung bei. Zum „Schnapszahl-Jubiläum“ des SKK würdigte er dessen gesellschaftlichen Verdienste um das karnevalistische Brauchtum und überreichte SKK-Präsident Matthias Graß eine Urkunde, die dieser erfreut entgegennahm.

Aber auch der SKK sprach seinerseits Worte des Dankes. Diese galten den zahlreichen Helfer, die für den SKK bei den verschiedenen Veranstaltungen tätig sind. Quasi stellvertretend bat Markus Alin vom SKK die Bad Staffelsteinerin Anita Streit auf die Bühne. Die rüstige Seniorin war schon oft bei Veranstaltungen des SKK in der Küche mit im Einsatz. Sie ist großer Fan von Bauchredner Sebastian Reich und seiner „Amanda“ und freute sich sehr über das an sie überreichte Autogramm des Künstlers beziehungsweise der Nilpferddame.

Sonderapplaus für die vielen Helfer

Nicht nur die Vorbereitung der Prunksitzung – von der umfangreichen Deko bis zur Akquierierung der teilweise in der „Fünften Jahreszeit“ vielfach auftretenden renommierten Künstler“ – hatte es in sich. Dass die Gäste bis weit nach Mitternacht schöne und entspannte Stunden im Zeichen des karnevalistischen Frohsinns verleben konnten, daran waren viele „Rädchen“, sprich Mitwirkenden beteiligt. Sonderapplaus spendete das Publikum, als in diesem Zusammenhang die Sprache auf die 22 Bedienungen kam, welche an diesem Abend im Einsatz waren.

Die technische Herausforderung, also was Licht und Ton anbelangt, meisterte einmal mehr Markus „Sub“ Scharfenberg, den angesichts dessen die SKK-Verantwortlichen nicht unerwähnt ließen. Aber auch alle anderen hier nicht genannten können sich ruhig ein wenig auf die Schulter klopfen und stolz auf sich sein.

Für musikalische Umrahmung sorgten „Gitte, Rainer & Band“

Musikalisch schwungvoll umrahmt wurde die Prunksitzung übrigens vom Quartett „Gitte, Rainer & Band“. Die Gruppe spielte im Anschluss an die Auftritte zu später Stunde noch einmal zum Tanz auf. Das ließen sich viele nicht zweimal sagen. Clown, Teufel, Pirat und Charly Chaplin schwangen das Bein.