KUTZENBERG

Dr. Kora Hahn als Chefärztin in Kutzenberg verabschiedet

Dr. Kora Hahn als Chefärztin in Kutzenberg verabschiedet
Dr. Kora Hahn mit ihrer Enkelin Theoline (2), die das hübsch verpackte Geschenk für ihre Oma unbedingt in Händen halten wollte. Foto: Konstanze Kastner, Bezirksklinikum Obermain

Geschäftsleitung, etliche Wegbegleiter, Familie und viele mehr – die Zahl derer, die durch ihr Kommen Dr. Kora Hahn im Festsaal ihre Anerkennung zeigten, war enorm. Und das nicht von ungefähr, denn 29 Jahre ärztliches Wirken am Bezirksklinikum Obermain, davon 23 Jahre als Chefärztin der Klinik für internistische Rheumatologie, das ist schon eine Hausnummer.

Eine Erfolgsgeschichte wie diese ist selten geworden in unserer schnelllebigen Zeit, betonte GeBO-Vorstand Katja Bittner bei der offiziellen Verabschiedung Hahns in den Ruhestand. Die „Chefärztin von Haltung und Format“ übergibt zwar die Leitung, ist aber weiterhin im ambulant-rheumatologischen Bereich in Kutzenberg drei Mal wöchentlich tätig.

Wäre es nach der bescheidenen „Medizinerin aus Leidenschaft“, wie Leitender Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Kallert sie bezeichnete, gegangen, hätte es eine Veranstaltung zur offiziellen Verabschiedung gar nicht gegeben. „Aber ganz so einfach wollen wir es Ihnen dann doch nicht machen“, meinte Kallert lächelnd.

Erst die Ausbildung zur Krankenschwester, dann das Studium

In seiner Rede ging er auf die Vita Hahns ein. Im thüringischen Heiligenstadt geboren legte sie 1972 ihr Abitur ab, erhielt 1974 die staatliche Anerkennung als Krankenschwester und studierte in Leipzig und Erfurt schließlich Humanmedizin. Es folgten das medizinische Staatsexamen 1980 und erste Jahre als Ärztin, 1985 legte Hahn die Facharztprüfung ab.

Im April 1990 wurde sie als Oberärztin in der Rheumaklinik des Bezirksklinikums Obermain eingestellt, der Auftakt ihres langen Wirkens in Kutzenberg. Mit Wirkung vom 1. Oktober 1991 übertrug man ihr kommissarisch die Leitung der Klinik für Internistische Rheumatologie, zum 1. Januar 1996 erfolgte die Bestellung Hahns als Chefärztin.

„Sie stand in all den Jahren nicht nur für die Sache, sprich die Betreuung der ihr anvertrauten Patienten, sondern auch unverbrüchlich zu ihren Mitarbeitern.“
Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Kallert über Dr. Kora Hahn

„Sie stand in all den Jahren nicht nur für die Sache, sprich die Betreuung der ihr anvertrauten Patienten, sondern auch unverbrüchlich zu ihren Mitarbeitern, und dies stets mit Klarheit und Geradlinigkeit“, würdigte Kallert. Er sprach von einem „Urgestein im besten Sinne des Wortes“.

Emotionale Worte fand auch Katja Bittner als Vorstand der Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken (GeBO), die im Festsaal neben zahlreichen weiteren Gästen unter anderem Vertreter der Rheumaklinik und der Vereinigung Morbus Bechterew begrüßte. Hahn verkörpere, so Bittner, „ein Stück Beständigkeit“, was in dieser Zeit besonders hervorzuheben sei. Ihre Verabschiedung in den Ruhestand sei deshalb mit „einem Gefühl der großen Dankbarkeit“ verbunden.

Mit Fleiß und Herzblut, couragiert und kompetent

Dr. Kora Hahn als Chefärztin in Kutzenberg verabschiedet
Lockere Atmosphäre bei der Feierstunde, die das Ende einer Ära bedeute: die langjährige Chefärztin Dr. Kora Hahn (Mi.) m... Foto: Mario Deller

Hahn habe „mit Fleiß und Herzblut als couragierte und kompetente Chefärztin gewirkt und die rheumatologische Versorgung in der Region nachhaltig stark mitgeprägt“. Die enge Verzahnung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung habe ihr immer am Herzen gelegen, was einen unschätzbaren Vorteil für die Patienten darstelle, führte Bittner weiter aus. Wie Kallert brachte auch sie ihre Freude zum Ausdruck, dass Hahn in Kutzenberg im ambulanten Bereich weiter ihre Kompetenz einbringt: „Sie sind ja zum Glück nur mit einem Bein im Ruhestand.“

Das Zepter der Klinikleitung in der Internistischen Rheumatologie hatte Hahn Ende Oktober an Dr. Dirk Günthel übergeben. Dem Nachfolger ist bewusst, dass er in große Fußstapfen tritt. „Die Klinik steht auf einem stabilen Fundament, das Sie aufgebaut haben“, zog er vor ihr den Hut und sicherte zu, in diesem Sinne die Klinik weiterzuführen.

Frauen in Leitungspositionen noch alles andere als selbstverständlich

Dr. Kora Hahn als Chefärztin in Kutzenberg verabschiedet
Mit Matei Tabus (Bild) und Doreen Leikeim umrahmten zwei Schüler der Lichtenfelser Heinrich-Faber-Musikschule die Feiers... Foto: Mario Deller

Das Schlusswort gebührte Dr. Kora Hahn selbst, die amüsant von ihrem etwas holprigen Start am Bezirksklinik vor knapp 30 Jahren berichtete: Zum Vorstellungsgespräch 1990 kam sie deutlich zu spät, weil sie Kutzenberg einfach nicht finden konnte. Umso glücklicher sei sie gewesen, als sie die Stelle trotzdem erhielt. Vor drei Jahrzehnten schlugen die Uhren noch anders, so Hahn rückblickend. Frauen in Leitungspositionen waren noch alles andere als selbstverständlich, und es war üblich, dass das Personal auf dem Klinikgelände in Kutzenberg wohnte. Sie ging auf den erfreulichen medizinischen Fortschritt ein, erinnerte auch an mittlerweile verstorbene Kollegen und dankte Pflegern, Ärzten sowie der Verwaltung. „Man war nicht immer einer Meinung, aber wir haben stets einen Konsens gefunden“, zog sie ein sehr positives Resümee. Angehörige wie etwa Ehemann Hans wohnten der Feierstunde ebenfalls bei. Diese mussten in all den Jahren „oft zurückstecken, aber boten stets den wichtigen Rückhalt“, dankte ihnen Hahn.

„Elise“ oder „Ballade pour Adeline“ – mit sanften Pianoklängen umrahmten die beiden jungen Musiker Matei Tabus und Doreen Leikeim, zwei Schüler der Heinrich-Faber-Musikschule Lichtenfels, gelungen die Feierstunde. Für heitere Stimmung sorgte Hahns jüngste Enkelin Theoline, die bei der Übergabe der Geschenke die Gelegenheit nutzte, um auf die Bühne zu flitzen. Der scheidenden Chefärztin ging sichtlich das Herz auf beim Anblick des zweijährigen Wirbelwindes.

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