VIERZEHNHEILIGEN

Ein Heiliger als Vorbild: Hubertusmesse in Vierzehnheiligen

Ein Heiliger als Vorbild: Hubertusmesse in Vierzehnheiligen
Die Parforcegruppe des Bayerischen Jagdschutz- und Jägervereins Lichtenfels gestaltete die Hubertusmesse, im Bild mit dem Kreisvorsitzenden von Lichtenfels Michael Ament. Foto: Gerd Klemenz

Es ist ein alter Brauch, dass sich bestimmte Berufsgruppen einen Heiligen, mit dem sie etwas Besonderes verbindet, als Patron wählen, so die Jäger und Forstleute den heiligen Hubertus, der auch Jäger war. Zu einem christlichen Brauch sind die Hubertusmessen geworden, bei der Jäger und Freunde des Waidwerks mit Blasinstrumenten den musikalischen Teil des Gottesdienstes gestalten. Seit vielen Jahren wird die Messe auch in der Basilika Vierzehnheiligen gefeiert.

Die Parforcegruppe des Bayerischen Jagdschutz- und Jägervereins Lichtenfels beeindruckte am vergangenen Samstag mit kräftigem Hörnerklang. Vor der Basilika blies die Fürst-Pless-Horn-Bläsergruppe aus Bad Staffelstein vor und nach dem Gottesdienst traditionelle Jagdsignale.

Das Hubertuskurez leuchtet zwischen dem Gehörn eines Hirsches

Vor dem Antoniusaltar standen vor einer stilisierten Tannenschonung weidmännische Motive, und das Hubertuskreuz leuchtete zwischen dem Gehörn eines Hirsches. Buntes herbstliches Laub umrahmte die jagdliche Szene.

Die Hubertusmesse, eine instrumental erklingende Messe, wird jährlich zur Erinnerung an den heiligen Hubertus von Lüttich um den 3. November, dem Hubertustag, gehalten. Der Überlieferung nach war Hubertus als junger Edelmann ein leidenschaftlich ausschweifender Jäger, der die Erlegung des Wildes als Selbstzweck sah. Später erkannte Hubertus in allen Wesen Geschöpfe göttlichen Ursprungs und hat sich deshalb hegend und pflegend für sie verwandt. Diese Grundhaltung der „Achtung vor dem Geschöpf“ ging als Waidgerechtigkeit in die Verhaltensgrundsätze der Jägerschaft ein.

Durch die Enttäuschung hindurch den Weg zum inneren Frieden finden

In seiner Predigt ging Pater Johannes zunächst auf die Legende des heiligen Hubert ein. Seine Freude war die Jagd und die Liebe seiner Frau. „Wir Menschen jagen nach dem Glück und suchen es zu erhaschen, in den verschiedensten Formen und Gestalten. Vielleicht müssen wir durch manche Enttäuschungen und Leiden hindurch, bis wir unseren Weg zum inneren Frieden finden“, so der Franziskanerpater.

Ein Heiliger als Vorbild: Hubertusmesse in Vierzehnheiligen
Von der Orgelempore in der Basilika Vierzehnheiligen erklang Jagdhornmusik der Parforcegruppe des Bayerischen Jagdschutz... Foto: Gerd Klemenz

Hubert lebte nach der Erscheinung des Gekreuzigten als Einsiedler im Wald, die Natur sprach zu einem aufgeschlossenen Menschen. Die unsichtbare Wirklichkeit Gottes, seine Macht und Gottheit, wird in den Werken der Schöpfung offenbar. „Gehen wir nicht blind durch die Welt, sondern erkennen und loben wir Gott für seine wunderbaren Werke“, appellierte der Geistliche.

„Viel drastischer als unsere Vorfahren sind wir heute darauf gestoßen, dass wir nicht willkürlich mit Gottes Schöpfung umgehen und sie einfach ausbeuten dürfen.“
Pater Johannes

„Unsere Natur steht unter Stress: Klimawandel, zu viel CO2-Ausstoß, Artenschwund, Feinstaub und Smog in den Städten. Viel drastischer als unsere Vorfahren sind wir heute darauf gestoßen, dass wir nicht willkürlich mit Gottes Schöpfung umgehen und sie einfach ausbeuten dürfen, soll unsere Erde ein guter Platz für alle sein. Mit unseren gesteigerten technischen Möglichkeiten wächst auch unsere Verantwortung. Unsere Politiker ringen um die notwendigen gesetzlichen Maßnahmen. Sie können nur Erfolg haben, wenn wir uns im Alltag entsprechend umweltschonend verhalten“, mahnte er die Gläubigen.

Basilikaorganist Georg Hagel integrierte meisterhaft die Riegerorgel in den Klang der Hörner der Bläsergruppe. Tonsicherheit und Freude an der Musik prägten die Interpretationskunst der Bläsergruppe im grünen Rock. Jubelnd, schmetternd und feierlich erklangen die Hörner etwa zum „Introitus“, „Kyrie“ oder „Gloria“.

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