KALTENBRUNN

KUL-Itzgrund: Bürgermeisterkandidatur ist auch ein Thema

KUL-Itzgrund: Bürgermeisterkandidatur ist auch ein Thema
Das Team der KUL: Vorstand Vorsitzender: Matthias Schorn (Gleußen); stellvertretender Vorsitzender: Andreas Liebermann (Bodelstadt); Kassierer: Sebastian Fritsch (Gleußen); Schriftführer: Evelyn Schramm (Schottenstein); Beisitzer: Carolin Späth (Welsberg), Gerald Oehrl (Herreth)... Foto: Berthold Köhler

Mit der „Kommunalen Unabhängigen Liste“ Itzgrund (KUL) wird sich im kommenden Jahr eine weitere politische Gruppierung um Sitze im Gemeinderat bewerben. Der Verein wird in diesen Tagen beim Coburger Amtsgericht eingetragen, Vorsitzender ist Matthias Schorn.

Kurios: Obwohl es sich bei KUL um eine neue Gruppierung handelt, hat sie bereits drei Gemeinderäte in ihren Reihen: Evelyn Schramm, Gerald Oehrl und Matthias Schorn. Warum das so ist, erklärte der einstimmig gewählte Vorsitzende zu Beginn der Vereinsgründung: es liegt an den „unfassbaren Entscheidungen“, die nach der Kommunalwahl 2014 im Gemeinderat getroffen wurden. Zur Erinnerung: Damals unterlag Maria Döllinger (Freie Wähler) als Bürgermeisterkandidatin bei der Stichwahl dem Amtsinhaber Werner Thomas (SPD) nur knapp mit 782:633 Stimmen, blieb dann aber bei der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates sowohl bei der Wahl zur Zweiten als auch zur Dritten Bürgermeisterin außen vor.

„Der Bürger hat gewählt, die Parteien haben anders entschieden“

„Der Bürger hat gewählt, die Parteien haben anders entschieden“, kritisierte Schorn die damaligen Absprachen im Gemeinderat. Dass sich nun ausgerechnet SPD und Freie Wähler trotz oftmals gegensätzlicher Meinungen auf Dirk Ruppenstein als gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten geeinigt haben, stieß bei Schorn ebenfalls auf Kritik: „Das wird nicht funktionieren.“

Die KUL will deshalb einen anderen Weg gehen: Absolute Unabhängigkeit von politischen Parteien und volle Konzentration auf die kommunale Ebene sind ausdrücklich in der Vereinssatzung festgeschrieben. Der Vorsitzende zeigte sich überzeugt davon, dass die Kommunalwahl 2020 der richtige Zeitpunkt ist, um mit einer parteipolitisch freien Liste ins Rennen zu gehen. Alleine schon deshalb, weil 2020 mit einem Generationswechsel innerhalb des Gemeinderates zu rechnen sei.

Nominierungsversammlung Ende Oktober

Der Zeitplan der KUL sieht vor, dass bis spätestens Ende Oktober die offizielle Nominierungsversammlung stattfinden soll. Ob die neue Gruppierung auch einen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen schicken wird, ist nicht ausgeschlossen. Beisitzerin Carolin Späth würde dies offensichtlich gar nicht mal so schlecht finden: „Wir behalten es uns vor, einen eigenen Bürgermeisterkandidaten zu stellen.“ Schlecht wäre ein eigener Bewerber für die KUL sicher nicht, sagte Bernd Wicklein, der in Lautertal für die ÜPWG (eine ebenfalls überparteiliche Gruppierung) im Gemeinderat sitzt und der neuen Vereinigung aus dem Itzgrund bei der Gründungsversammlung assistierte: „Ein eigener Kandidat bringt auch die gesamte Gemeinderatsliste nach vorne.“

Um bei der Wahl zugelassen zu werden, muss die KUL noch einige Hürden der Wahlgesetze überwinden. Dieter Scherbel (Geschäftsleiter der Gemeinde Itzgrund) erklärte, was jetzt für die Liste wichtig ist: „Ein neuer Wahlvorschlagsträger braucht bei uns 60 Unterschriften von Wahlberechtigten, die nach Einreichung des Wahlvorschlages in Unterstützungslisten im Rathaus eingetragen werden müssen.“ Grundsätzlich kann die Einreichung von Wahlvorschlägen erst am dem Dienstag, 17. Dezember, erfolgen. Mit „nur“ 60 Unterstützern will sich Matthias Schorn aber nicht zufrieden geben.

Unterschriften sammeln

Ziel für den KUL-Vorsitzenden ist es, deutlich mehr Unterschriften zusammenzubekommen und damit gleich „ein Zeichen der Stärke“ für die Kommunalwahl zu setzen. Klar war für Schorn zudem, dass es bei der Bewerberliste für den Gemeinderat keine der ausdrücklich erlaubten Mehrfachnennungen geben soll. Im Klartext: Die KUL will auf jeden Fall 14 Kandidaten ins Rennen schicken.

Schlagworte