BAD STAFFELSTEIN

Asbest in Bad Staffelsteiner Realschule gefunden

Asbest in Bad Staffelsteiner Realschule gefunden
So sieht es in der Realschule in Bad Staffelstein aus: Röhrensysteme befördern Asbest-Schwebteile nach draußen. Foto: Markus Häggberg

Als Landrat Christian Meißner am Mittwoch kurz nach elf Uhr den kleinen Sitzungssaal des Landratsamts betrat, machte er umgehend deutlich, wie wichtig dieser Termin ist: „Ich habe extra Staatsministerin Huml sitzen gelassen, um die Öffentlichkeit zu einem nicht schönen Thema zu informieren.“

Asbest in Bad Staffelsteiner Realschule gefunden
Das sind die beiden Trakte, die derzeit verstärkt unter Messbeobachtung stehen werden und in denen derzeit Abdichtungs- ... Foto: Markus Häggberg

In der Bad Staffelsteiner Viktor-von-Scheffel-Realschule kam es bei Schadstoffmessungen zu einem Asbestfund, und nun könnten die Zeichen auf Schulneubau stehen. Eine Nachricht zu Schülergesundheit und Millionenbelastung.

Ost- und Nordflügel nur über Schleusen zugänglich

Will man derzeit den Ost- und den Nordflügel der Viktor-von-Scheffel-Realschule betreten, geht das nur über Schleusen. Eine Spezialfirma aus München hat sie jüngst eingerichtet, als im Vorfeld ohnehin geplanter Generalsanierungsmaßnahmen klar wurde, dass Werte für die stark im Verdacht der Krebserregung stehenden Asbestschwebteilchen in der Luft von 18 Schulräumen besagter Flügel bedenklich genug scheinen. Grund hierfür sei in und an Türen verbaute Dämmwolle, deren Asbest „nur leicht gebunden“ ist, wie Kreisbaumeister Stefan Weisser ausführte. Jedenfalls sei „sofortiges Handeln verlangt“ gewesen, wie Meißner im Falle des Schulhauses betonte, in dem sich bei Schulbetrieb täglich knapp 600 Personen aufhalten.

Schulhaus bis einschließlich 16. September geschlossen

Fest steht, dass die derzeit laufenden Abdichtungsmaßnahmen Auswirkungen auf den Schulbetrieb haben werden. So wird das Schulhaus bis einschließlich 16. September geschlossen bleiben. Danach werden die Schüler zwar wieder in ihren Räumen unterrichtet werden, aber das unter wiederkehrenden Kontrollen und übergangsweise, denn Zwischenetappe auf dem Weg zu einer endgültigen Lösung werden Container sein.

Asbest in Bad Staffelsteiner Realschule gefunden
Kreisbaumeister Stefan Weisser demonstriert das Öffnen einer Schleuse per Reißverschluss. Foto: Markus Häggberg

„Wir haben keine Zweitschule in der Tasche“, so Meißner den Sinn des Provisoriums unterstreichend. Wenn es gelänge, bis zum 20. Februar eine ausreichende Anzahl an Containern zu besorgen, wäre das schon „sportlich“, so der allgemeine Tenor in der Runde, zu der unter anderem auch Pressesprecher Andreas Grosch und Landkreis-Baukoordinator Tristan Rinker zählten.

„Für so viel Geld stellt sich die Frage, ob ein Neubau nicht besser wäre.“
Landrat Christian Meißner zur Asbestproblematik

Der Grund dafür, warum es auch bei erfolgreichen Säuberungsmaßnahmen zu Modulbauweisen, wie Container im Fachjargon heißen, kommen soll, ist auch ein psychologischer. Die Reinigungen und Abdichtungen seien ohnehin eher provisorischer Natur und „keine Dauerlösung“, wie Grosch gegenüber dieser Redaktion erklärte.

Man möchte den Eltern durch die Container das Gefühl nehmen, ihre Kinder seien womöglich weiterhin Asbest ausgesetzt. Definierte Grenzwerte zu Asbest, so stand auf der Pressemitteilung des Landratsamts zu lesen, scheint es nicht zu geben. Und eine Null-Belastung durch Asbest gebe es quasi auch nicht, da „Asbest natürlicherweise bei der Abwitterung von Lagerstätten freigesetzt wird. Deshalb geht man laut Bayerischem Landesamt für Umweltschutz davon aus, dass Werte kleiner als 100 Fasern pro Kubikmeter nur schwer zu erreichen sind“.

Asbest in Bad Staffelsteiner Realschule gefunden
Kreisbaumeister Stefan Weisser deutet es an: eine der Problemtüren mit Asbestdämmung. Foto: Markus Häggberg

Weiterhin wird angegeben, dass der Zielwert für die Sanierung von Innenräumen bei maximal 500 Fasern liegen sollte. In zwölf Räumen der Schule wurde dieser Wert aber überstiegen, und in sechs Räumen tendiert der Wert zwischen 103 bis 500 Fasern. Da man sich Meißner zufolge aber die Marke von rund 100 gesetzt hat, stehen nun die Arbeiten an.

Generalsanierung kostet 15 bis 20 Millionen Euro

Die ohnehin angedachte Generalsanierung der Trakte, unabhängig von der Asbestfrage, könnte sich auf 15 bis 20 Millionen Euro belaufen, wobei die Förderquote seitens des Freistaats bei 50 Prozent läge. „Für so viel Geld stellt sich die Frage, ob ein Neubau nicht besser wäre“, so Meißner auch vor dem Asbesthintergrund. Auf sieben bis neun Millionen bezifferte er diesen. Geld, das für den Landkreis eine Sonderausgabe darstellt, mit der bis vor Kurzem so nicht zu rechnen gewesen sei.

Asbest in Bad Staffelsteiner Realschule gefunden
"Für so viel Geld stellt sich die Frage, ob ein Neubau nicht besser wäre", sagte Landrat Christian Meißner. Foto: Markus Häggberg

Auf jeden Fall habe der Vorfall dazu geführt, dass auch für alle anderen Schulen im Landkreis, für die der Kreis die Sachaufwandträgerschaft hat, Messungen veranlasst werden.

 

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