DITTERSBRUNN

Kinderaugen leuchteten in der Mondnacht

Entspannt lauschten die Mädchen im Schein des Vollmonds den Märchenerzählungen von Margid Schreppel. Foto: Mario Deller

Wenngleich schon vor einem halben Jahrhundert der erste Mensch einen Fuß auf den Erdtrabant setzte, hat der Mond bis heute etwas Geheimnisvolles, ja Magisches an sich. Und das galt kürzlich ganz besonders wieder in der Vollmondphase, die den stimmungsvollen Rahmen bot für ein besonderes Erlebnis mit Margit Schreppel im Kinderferienprogramm des Marktes Ebensfeld. Acht Mädchen fühlten sich auf dem Veitsberg dem Mond nicht nur sehr nahe, sondern genossen auch die fantasievollen Märchenerzählungen der Lichtenfelserin.

Wunderschöner Sonnenuntergang zum Auftakt

Am Dittersbrunner Wanderparkplatz blickte Schreppel in fröhliche Kindergesichter. Kein Wunder, denn es sind Ferien – und für diesen „Vollmond-Abend“ durfte selbst die sechsjährige Elena ausnahmsweise etwa länger aufbleiben. Schon die gemeinsam bestrittene kleine Wanderung hinauf zum Veitsberg gestaltete sich kurzweilig. Die Kinder grüßten die im abgezäunten Gelände fressenden Ziegen und erfreuten sich gemeinsam mit Schreppel am wunderschönen Sonnenuntergang. Obenan der Veitskapelle angekommen, kam die romantische Stimmung natürlich erst recht zur Geltung, vor allem weil auf der gegenüberliegenden Seite des Firmaments dann bereits der Vollmond grüßte, der an diesem Abend die unumstrittene Hauptrolle einnahm.

Wer war denn zuerst auf dem Mond?

Es wurde eine blaue Decke auf dem Boden ausgebreitet, die den Himmel symbolisierte und selbst bei fortschreitender Dunkelheit mittels Teelicht in Form einer Krone noch schön hellblau leuchtete. Die Kinder, die sich Sitzkissen mitgenommen hatten, nahmen ringsum Platz, um sodann den Erzählungen Schreppels zu lauschen, von denen sie eine mit einer – freilich augenzwinkernd gedachten – waghalsigen These einleitete: „Ihr glaubt, dass Neil Armstrong wirklich der erste Mensch auf dem Mond war? Da gab es schon lange vorher jemanden, nämlich den fleißigen Schneider“. Den acht Mädchen im Alter von sechs bis zehn Jahren gefiel sichtlich die verrückte Geschichte um den Kleidermacher, der bei einer Urlaubsreise am Mond vorbeikam und von diesem gebeten wurde, für die kalten Wintermonate ihm einen schönen Frack zu nähen. Als großes Problem erwies sich aber dann, dass der Mond ständig zu- und abnahm und der Schneider mit dem Kürzen und Erweitern gar nicht nachkam, vor lauter Verzweiflung dann bei Neumond die Gunst der Stunde nutzte und sich davon schlich.

Den hohen Wert von Menschlichkeit und Nächstenliebe betont das ferner dargebrachte Märchen „Sterntaler“, welches bekanntermaßen traurig beginnt, in dem die Hauptdarstellerin für ihr gutes Herz aber am Ende belohnt wird.

„Ich bin die Uhr der Welt“

„Ich bin die Uhr der Welt“, heißt der Titel eines Liedes von Peter Maffay aus „Tabaluga“, in dem allerhand Wissenswertes über den Mond eingestreut ist. Spielerisch erklärte Margit Schreppel den Kindern mit Liedern und Worten, wie Neumond und Vollmond entstehen und dass auch Ebbe und Flut mit den Kräften des Mondes zusammenhängen.

Die Sonne hatte sich längst verabschiedet, doch der 400 000 Kilometer entfernte und an diesem Abend so nah wirkende Mond leuchtete natürlich unverdrossen weiter, als die Gruppe dann wieder den Rückweg antrat. Hier und und da wurden zum Spaß einmal die Taschenlampen ausgeknipst. Doch dank des Vollmondlichts gruselte sich niemand – ganz im Gegenteil. Die Mädchen scherzten und witzelten und hatten einfach ihren Spaß.

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