Ferienprogramm: Kleine Spitzwegs blühten auf

EBENSFELD

Ferienprogramm: Kleine Spitzwegs blühen auf

„Das größte Verdienst eines Gemäldes ist es, ein Fest für das Auge zu sein“, sagte einmal der berühmte französische Künstler Ferdinand Delacroix. Doch das gilt im Grunde nicht nur für die Spitzwegs und Michelangelos, sondern genauso für die Schaffenswerke, die der achtjährige Fabian, die sechsjährige Anna und all die anderen Jungen und Mädchen unter der Leitung von Elfriede Dauer in Ebensfeld entstehen ließen.

Auch im Multimediazeitalter wohnt der Malkunst ein Zauber inne, dem sich Kinder gerne öffnen.

Blauviolett und schneckenförmig eingerollten

Natur trifft Kunst, so ließe sich die Veranstaltung im Rahmen des Kinderferienprogramms des Marktes Ebensfeld betiteln. Auf dem Tisch im Hof der Pater-Lunkenbein-Schule – dank des guten Wetters fand das Ganze im Freien statt – standen in Vasen mehrere Pflanzenstängel der Gattung „Phacelia“. „Diese hübsche Pflanze dürft ihr heute malen“, erklärte Dauer den Kindern eingangs und erzählte zunächst kurz, was es mit dem botanischen Gewächs auf sich hat.

Wie die Jungen und Mädchen erfuhren, wird die Phacelia nicht umsonst umgangssprachlich auch als „Bienenfreund“ bezeichnet, weil sie hohe Mengen an Nektar produziert und somit die nützlichen Brummer anlockt.

Nach Fotovorlage wollte Dauer die Kinder nach Möglichkeit nicht malen lassen. Im Vorfeld wurde die Weismainerin bei ihrer Suche nach blühenden Exemplaren in ihrer Heimat am Görauer Anger zum Glück noch fündig. Nach einem Skizzenentwurf als erstem Schritt legten die jungen Teilnehmer dann los. Immer wieder wanderte der Blick der Kinder zu den Originalen in den Vasen, um dann wieder zur Schachtel mit den Pastellkreiden zu greifen.

Es galt die blauvioletten, schneckenförmig eingerollten Blütenstände der Phacelia aufs Bild zu bannen, die wechselständig angeordneten Blätter und all die weiteren Details der hübschen wie nützlichen Pflanzen künstlerisch zu berücksichtigen.

Das wichtigste zum Schluss

Elfriede Dauer ließ dem künstlerischen Streben der Kinder zum einen freien Lauf, gab aber hier und da freilich auch Unterstützung und wertvolle Tipps („für die Blätter vielleicht erst einmal einen helleren Farbton wählen, dunkler machen kann man's immer noch – andersherum wär's schwierig“). Jedem Kind wurde die Zeit gegeben, die es brauchte.

Nach und nach kristallisierten sich zehn Kunstwerke heraus. „Jedes Bild ist ein wenig anders, und das ist ja gerade das Schöne“, findet Dauer und freut sich mit der sechsjährigen Anna, als diese begeistert „Ich bin fertig“ jubelte. „Eine Kleinigkeit fehlt noch – du musst doch dein Bild signieren, du bist ja jetzt eine Künstlerin“, lächelt Dauer. Das lässt sich Anna nicht zweimal sagen, und kurze Zeit später weiß jeder, wer dieses Bildnis der „Phacelia“ geschaffen hat.

Im zweiten Teil der Ferienaktion erstellten die Kinder dann Schmuck-Klappkärtchen, die beispielsweise als Tischdeko Verwendung finden können. Hier war künstlerisch Freestyle angesagt.

Manche Kinder wählten den Regenbogen als Motiv, andere ließen eine strahlende Sonne darauf scheinen, auch hier gaben sich die Jungen und Mädchen also sehr naturverbunden.