BAD STAFFELSTEIN

Widerstand gegen Hallenneubau von CS Trans „auf gutem Weg“

Um das Bürgerbegehren „Schutz des Maintals unterhalb des Vierzehnheiligener Bergs“ zum Erfolg zu führen, warben Anwohner Michael Endres (li.) und Naturschützer mit BN-Kreisvorsitzendem Anton Reinhardt (5.v. li.) sowie Sbun-Stadtrat Werner Freitag (6.v. li.) und Kreisrat Valentin ... Foto: red

Um dem Bürgerbegehren „Schutz des Maintals unterhalb des Vierzehnheiligener Bergs“ Nachdruck zu verleihen, postierten sich Naturschützer anlässlich der BR-Radltour mit zahlreichen Transparenten vor dem Kurpark. Sie warben für weitere Unterschriften der einheimischen Bevölkerung.

Klaus Stürmer aus Altenbanz wies auf den galoppierenden Flächenverbrauch im Landkreis und den Verlust landwirtschaftlicher Fläche hin und warb um Unterstützung des Bürgerbegehrens: „Auf Hallenböden wachsen nun mal keine Kartoffeln!“ Werner Freitag, Stadtrat der Staffelsteiner Bürger für Umwelt und Naturschutz (Sbun), richtete einen Appell an die Bad Staffelsteiner: „Wir haben jährlich über 600 000 Übernachtungsgäste in unserem Stadtgebiet. Die wollen sich bei uns wohlfühlen und schätzen eine intakte Landschaft, ganz besonders im Umfeld unserer touristischen Highlights.“

„Auf Hallenböden wachsen nun mal keine Kartoffeln!“
Klaus Stürmer aus Altenbanz

Valentin Motschmann, Kreisrat von Bündnis 90/Die Grünen, und Ute Hauptfleisch vom Bund Naturschutz wollen auf jeden Fall möglichst viel vom „Gottesgarten“ retten. Sie meinten: „Gerade im Gebiet zwischen Lichtenfels und Grundfeld ist mit Autobahn, Eisenbahn und einem riesigen Gewerbegebiet auf Lichtenfelser Seite bereits viel Fläche versiegelt.“ Jetzt zu sagen, dass man den Rest auch noch zubetonieren könne, wenn die Umwelt bereits beeinträchtigt wurde, sei falsch. „Gerade wegen der versiegelten Flächen müssen wir jetzt StoppP sagen.“ Das Bürgerbegehren mache dies „und es freut uns, dass wir so viel Zuspruch von den verschiedensten Menschen bekommen, nicht nur von Bad Staffelsteinern.“

Michael Endres: „Wir werden schon von drei Seiten mit Lärm belastet“

Michael Endres, direkt betroffener Anwohner an dem geplanten neuen Gewerbegebiet, war mit seiner Familie emsig am Unterschriftensammeln fürs Bürgerbegehren; denn er sehe die Gefahr einer riesigen Immissionsbelastung für sein Wohngebiet auf sich zukommen und warnte: „Wir werden derzeit schon von drei Seiten mit Lärm belastet. Sollte die vierte Seite wie geplant bebaut werden, ist mit enormen gesundheitlichen Gefahren für alle Bewohner der Bürgermeister-Meißner-Straße zu rechnen.“ Dennoch versuchte er den Anwesenden Mut zu machen: „Wir sind auf einem guten Weg, die nötigen 1000 Unterschriften der Bad Staffelsteiner zu erzielen und werden weiter fleißig sammeln.“

Anton Reinhardt, Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz, hob hervor, dass das Bauvorhaben im Außenbereich liege. Das Areal gehöre zu einem äußerst sensiblen Landschaftsabschnitt des Vierzehnheiligener Berges, der noch weitgehend durch Wiesen, Wäldchen und Äcker geprägt sei.

Reinhardt mahnte: „Wir sollten diese kleinräumig strukturierte Landschaft bewahren, wofür Bad Staffelstein und unser Landkreis auf jeder Fremdenverkehrsmesse werben. Wir haben nichts gegen das Unternehmen CS Trans. Eine maßvolle Erweiterung des bereits genutzten Geländes oder eine Nutzung der im Landkreis bereits erschlossenen Gewerbegebiete – das sind immerhin 63,5 Hektar – wären aus unserer Sicht vernünftige Alternativen.“

Zum Bauvorhaben

Mit dem Beschluss des Stadtrates vom Februar diesen Jahres hat der Stadtrat den Weg freigemacht, ein fünf Hektar großes zur Zeit landwirtschaftlich genutztes Feld in ein Gewerbegebiet umzuwandeln, um darauf zwei Logistikhallen mit einer Gesamtfläche von 25 500 Quadratmetern nebst Rangier- und Abstellflächen sowie einer eigenen Zufahrtsstraße für zahlreiche Laster der Speditionsfirma CS Trans aus Grundfeld zu ermöglichen.
 

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