BAD STAFFELSTEIN

Liedermacher-Konzert mit Erik Konietzko begeistert Zuhörer

Liedermacher-Konzert mit Erik Konietzko begeistert Zuhörer
In musikalischer Begleitung von Lena Schmid (Flöte) und Leon Büttner (Gitarre) sang und spielte Erik Konietzko (Bild) von Sehnsucht nach Frieden, enttäuschter Liebe und vom Mut, auch einmal über den eigenen Schatten zu springen. Foto: Mario Deller

70 Zuhörer im evangelischen Gemeindehaus genießen am Samstagabend nicht nur die Weisen, die von Frieden, Träumen und manchmal unvermeidlichen Umwegen erzählen. Das Liedermacherkonzert mit dem Bad Staffelsteiner Erik Konietzko, der musikalisch von Leon Büttner an der Gitarre und Lena Schmid an der Flöte begleitet wurde, ließ das Publikum auch vieles mitnehmen. Durch die musikalische Lupe verstärkt, gelangen die Worte tief in die Herzen.

Klar fanden es vom Zuhörer bis zu den Musikern alle schade, dass das Konzert nicht wie geplant im Freien stattfinden konnte. „Songs in einem Pfarrersgarten“ war die Veranstaltung deshalb ja auch betitelt worden. Doch die unsichere Wetterlage veranlasste dazu, das Ganze ins Gemeindehaus zu verlagern.

Eine Mischung aus bekannten Songs und Eigenkompositionen

Doch das änderte nichts an der Kraft, die dem Mix aus Songs von bekannter Liedermachergrößen und Eigenkompositionen Erik Konietzkos innewohnte. „Es würden keine Fäuste fliegen und keinem Menschen ging es schlecht, das Gute würde spielend siegen und jedes Lächeln wäre echt“, heißt es etwa in Hermann van Veens „Könntest du zaubern“.

Liedermacher-Konzert mit Erik Konietzko begeistert Zuhörer
An der Gitarre wirkte Leon Büttner mit, ein ehemaliger Schulkamerad und mittlerweile langjähriger musikalischer Weggefä... Foto: Mario Deller

Längst ist Erik Konietzko musikalisch kein unbeschriebenes Blatt mehr. Wer ihn kennt und spielen und singen hört wie am Samstagabend an der Seite von Leon Büttner und Lena Schmid, der spürt, dass zwei musikalische Seelen in seiner Brust wohnen. Wenn er Georg Danzers „Ruf mi ned o“, der mit diesem Lied musikalisch eine enttäusche Liebe verarbeitete, humorvoll anmoderiert oder die Liebeserklärung eines Wolfgang Buck ans Frankenland („Sambesi“) zum Besten gibt, ist das gesanglicher und instrumentaler Ausdruck von Lebenshunger. Doch wie seine musikalischen Vorbilder singt und spielt der Bad Staffelsteiner genauso gerne von ernsteren Themen, rüttelt auf.

Liedermacher-Konzert mit Erik Konietzko begeistert Zuhörer
Mit gelungenen Einlagen an der Flöte wusste Lena Schmid zu erfreuen. Foto: Mario Deller

Aber gerade dieses durch das Konzert zum Ausdruck gebrachte, aber zugleich trotz aller Schreckensmeldung von einer optimistischen Grundhaltung begleitete Wühlen in der menschlichen Seele ist das, was wir als menschliche Individuen wohl immer wieder brauchen. Und genau diese Intention spiegelte sich wider in vielen der zur Aufführung gebrachten Lieder. „Frieden, das kommt nicht nur vom bloßen Fordern, das kommt nur vom Tun“, lautet beispielsweise eine Textzeile aus Andre Hellers „Nachbemerkung“, und Konstantin Wecker appelliert in „Sage nein“ dazu, sich bei Ungerechtigkeiten mutig einzumischen und „aufzustehen“.

Ein Stück aus eigener Feder feiert beim Konzert Premiere

Auch einige Eigenkompositionen Erik Konietzkos wurden in das Konzert eingebaut. „Unsichtbar“ handelt davon, dass man sein wahres Ich zeigen sollte. „Über deinen Schatten“ davon, dass wir uns oft selbst im Weg stehen, wenn wir uns auf etwas Neues einlassen wollen oder etwas anpacken wollen. Etwas, was schon lange in unseren Köpfen herumschwirrt, aber wozu wir uns bisher noch nicht entschließen konnten.

Die Gäste fordern zwei Zugaben ein

Offizielle Premiere feierte im evangelischen Gemeindehaus Konietzkos „Alle Menschen suchen nach dem Sinn“, einem Lied im Genre „geistliches Liedgut“.

Wie sehr die Zuhörer angetan waren, zeigte sich daran, dass sie noch zweimal eine Zugabe forderten.

Dieser Wunsch wurde ihnen freilich erfüllt, etwa mit Gerd Steinbäckers im romantisch-sanften Musikkleid daher kommenden „Bevor i geh'“.

Am Mittwoch, 4. September, 21 Uhr, tritt Erik Konietzko wieder auf, und zwar bei der „Bad Staffelsteiner Nachtmusik“ an der Orgel in der Dreieinigkeitskirche. Auch Lena Schmid an der Flöte wirkt mit.

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