ZAPFENDORF

Gemeinderat Zapfendorf: Kita-Umbau wäre unwirtschaftlich

Ein Werk von Johann Jakob Michael Küchel: die Valentinikapelle entstand zwischen 1738 und 1740. Foto: Martina Drossel

Nachdem der Gemeinderat vor einigen Wochen in nichtöffentlicher Sitzung über den Erweiterungsbau für die Kindertagesstätte Sankt Franziskus beraten hatte, wurden die ersten Pläne nun öffentlich gezeigt. Mehr als eine Stunde lang diskutierten die Rätinnen und Räte zudem über ein mögliches Verbot von Pflanzenschutzmitteln wie Glyphosat auf gemeindlichen Flächen. Und es wurde klar: Eine Sanierung der Valentinikapelle wird wohl umfangreicher ausfallen als gedacht.

Zapfendorf braucht mehr Platz für die Kinder. In Kürze startet die Erweiterung der Kindertagesstätte Sankt Christophorus – hier entstehen zwei neue Krippengruppen. Und auch an der zweiten Kita in der Gemeinde wird wohl bald gebaut.

Nebengebäude mit dem Pfarrsaal wird durch Neubau ersetzt

Architekt Arne Vogels stellte das Bauprojekt vor. Dazu werde das rechts von der Kita Sankt Franziskus befindliche Gebäude, das unter anderem den alten Pfarrsaal beinhaltet, abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. In diesem können dann zwei Kindergarten- und zwei Krippengruppen untergebracht werden können. „Ein Umbau hat sich als unwirtschaftlich erwiesen. Daher fiel die Entscheidung für einen Neubau“, ergänzte Bürgermeister Volker Dittrich (Alternative für Zapfendorf, AfZ).

„Ein Umbau hat sich als unwirtschaftlich erwiesen. Daher fiel die Entscheidung für einen Neubau.“
Volker Dittrich, Bürgermeister

Im Zuge der Bauarbeiten wird auch der Eingangsbereich für das Bestandsgebäude überarbeitet. Eine neue Treppenanlage wird kommen, dazu kann für einen barrierefreien Zugang künftig der Eingang des neuen Gebäudes genutzt werden, denn dieses erhält einen Aufzug.

Insgesamt sind sieben Gruppen geplant

Nach dem Neubau sind in der Kita St. Franziskus dann zwei Krippen- und fünf Kindergartengruppen beheimatet. Vogels rechnet mit Kosten von rund 3,2 Millionen Euro, der Eigenanteil der Gemeinde dürfte bei etwa 400 000 Euro liegen.

Sollte das aktuell laufende Förderprogramm des Bundes nicht mehr greifen – der Antrag muss bis 31. August gestellt werden, eine Aufstockung der aktuell ausgeschöpften Mittel ist aber nicht garantiert – wären es zirka 440 000 Euro mehr.

Erste Untersuchungsergebnisse von der Valentinikapelle liegen vor

Aktuell ist die Valentinikapelle in Unterleiterbach gesperrt, ein Gerüst steht im Inneren. Erste Untersuchungen haben nun gezeigt, dass eine umfangreichere Sanierung notwendig wird. Zwar könnten provisorisch Risse verschlossen werden, allerdings nur, um in den Folgejahren einen Sanierungsplan zu erarbeiten.

Der Kindergarten Sankt Franziskus in Zapfendorf. Foto: Johannes Michel

Eine solche Generalsanierung würde laut Gutachter 350 000 bis 400 000 Euro kosten. „Damit wir Kontakt zu Stiftungen aufnehmen können, um Förderungen zu erhalten, ist zunächst aber eine Dokumentation der Schäden nötig“, erklärte Dittrich. Eine solche soll nun erstellt werden. Gemeinderat Georg Ries (CSU) zeigte sich verwundert über die erneuten Schäden. Die Kapelle sei doch seit den 1980-er-Jahren mehrfach kostenintensiv überarbeitet worden, von der Fassade bis hin zum Entfernen der Glocken aus dem Turm.

Fraktionsübergreifender Antrag auf ein Verbot von Pflanzenschutzmitteln

Auf Antrag von Harald Hümmer (Wählergemeinschaft Oberleiterbach, WOB), Klara Ott (CSU) und Dagmar Raab (SPD) wurde ausführlich über ein mögliches Verbot zur Ausbringung von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln auf gemeindlichen Flächen im Markt Zapfendorf beraten.

Als Gast hatte sich das Gremium Friedrich Ernst vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten aus Bayreuth eingeladen. Er referierte über die verschiedenen Pflanzenschutzmittel und erläuterte, wann es für einen Landwirt notwendig wird, diese auf dem Feld auszubringen.

Harald Hümmer: mit gutem Beispiel vorangehen

Während Bürgermeister Dittrich anregte, doch auf die übergeordnete politische Ebene oder auch die Rechtsprechung zu warten – Glyphosat darf nach aktuellem Stand nur noch bis zum Jahr 2022 in Deutschland verwendet werden – meinte etwa Harald Hümmer, die Gemeinde könne doch mit gutem Beispiel vorangehen.

Ein solches Verbot würde auf Flächen greifen, die der Markt Zapfendorf bewirtschaftet und hätte über die Pachtverträge, etwa bei Neuabschlüssen oder Verlängerungen, auch Auswirkungen auf die Pächter. Ernst erklärte, ein Verbot für nicht land- oder forstwirtschaftlich genutzte Flächen sei zu begrüßen, ein generelles Verbot sah er eher kritisch.

Nachdem rund eine Stunde diskutiert worden war, scheiterte ein Antrag auf Vertagung knapp. Somit wurde der Ursprungsantrag zur Abstimmung gestellt und mit fünf zu zwölf Stimmen abgelehnt. Hümmer kündigte an, den Antrag in überarbeiteter Form demnächst erneut zu stellen.

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