EBENSFELD

Mehr Platz für Betriebe in Unterneuses-Nord

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Die Logistik-Firma Herbst in Unterneuses möchte ihre Lagerkapazitäten erweitern. Foto: Niklas Schmitt

Nicht der Bebauungsplan, sondern die Folgen gab Otto Weidner (Grüne) Grund zur Kritik. Für Diskussionen im Gemeinderat Ebensfeld sorgte die Erweiterung des Gewerbegebiets Unterneuses-Nord.

Die Lastwagen rollen über Bad Staffelstein an

Die Logistik-Firma Herbst will ihre Lagerhalle am Rand von Unterneuses erweitern. Das hätte ein höheres Verkehrsaufkommen zur Folge, brachte Weidner ein. „Der Verkehr wäre zu untersuchen gewesen“, sagte er. Schließlich würden nicht nur mehr Lastwagen, sondern auch die Mitarbeiter täglich fahren. Ein Verkehrsgutachten sei nicht relevant für den Bebauungsplan, meinte Bürgermeister Bernhard Storath (CSU). Die Lastwagen der Firma würden die Halle nicht über Unterneuses, sondern über Bad Staffelstein anfahren. Das habe die Firma Herbst ihm bestätigt, erklärte Storath. Geplant ist, den Verkehrsfluss durch eine Linksabbieger-Spur von der Staatsstraße zur Niederauerstraße zu verbessern. Allerdings würde das Kosten verursachen, räumte Storath ein.

Die Kritik von Weidner war aber grundsätzlich. Er meinte, die verschiedenen Bauverfahren seien gesplittet und jedes für sich wenig problematisch. Man müsse aber das Gesamte betrachten. Ebenso wenig relevant für den Bebauungsplan ist die Frage, ob die Gewerbegebäude in der Nacht angestrahlt werden.

Auch Nachfragen von Bürgern griff Weidner auf. Dabei handelte es sich nicht alleine um die Fragen des Verkehrs, die der Bürgermeister entkräftet hatte. Fraglich seien die Gründe des Gemeinwohls, die notwendig zur Rechtfertigung der geplanten Erweiterung und Umwandlung des Bebauungsplans sind.

„Das hat mit dem Gemeinwohl erstmal nichts zu tun“, sagte Weidner. Er stellte die Frage, ob es für das Unternehmen nicht an anderer Stelle möglich gewesen wäre, dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden. Ob die erhöhten Gewerbesteuereinnahmen ein Argument für das Gemeinwohl seien, stellte Weidner ebenso in Frage.

Ein neues Tragkraftspritzenauto für die Feuerwehr Unterbrunn

Dennoch wurden die Änderungsanträge mit nur wenigen Gegenstimmen angenommen. Schließlich gab es von Behördenseite keine weiteren Bedenken. Noch zu Beginn des Verfahrens hate das Landesamt für Denkmalpflege zu bedenken gegeben, dass sich westlich des Baugebiets archäologisch relevante Funde befinden könnten. Das hat sich aber nicht bestätigt. Auch das Wasserwirtschaftsamt Kronach sowie das Amt für Landwirtschaft äußerten keine grundsätzlichen Bedenken.

Außerdem Einstimmig beschlossen wurde die Anschaffung eines neuen Tragkraftspritzenautos für die Freiwillige Feuerwehr in Unterbrunn. Storath machte deutlich, dass der sich noch im Bau befindliche Stellplatz für das neue Auto ausreichen werde.

Da der Kauf mit den notwendigen Förderanträgen und der öffentlichen Ausschreibung über ein Jahr lang dauern wird, wurde die Beschaffung bereits jetzt beschlossen. Die Kosten für Ebensfeld belaufen sich nach Abzug der Förderungen von 34 200 Euro auf insgesamt 30 800 Euro.

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