BAD STAFFELSTEIN

Lesertelefon: Kontroverse um die Meerwertkarte der Therme

Touristischer Publikumsmagnet im Landkreis Lichtenfels: die Obermain-Therme in Bad Staffelstein. Foto: Markus Drossel

Hartmut Häring aus dem sächsischen Riesa macht gerne Urlaub im „Gottesgarten am Obermain“ und geht gerne in die Obermain-Therme. Oder besser: ging. Denn: „Bislang war es geltendes Recht, übrigens wie in allen anderen Thermen in Bayern auch, dass am Ende des Urlaubes die Meerwertkarte gegen Pfanderstattung zurückgegeben wird“, erklärt er. „Nunmehr gilt eine Mindestlaufzeit von drei Monaten mit der Folge, das Unternehmen arbeitet mit dem Pfand der Urlauber.“ Und das ärgert ihn.

„Es ist weder üblich, drei Monate Urlaub zu machen, noch hunderte Kilometer zwecks Rückerstattung von fünf oder zehn Euro zu fahren“, fügt Häring am OT-Lesertelefon an. „Damit macht das Unternehmen die Urlauber unfreiwillig zum Teilhaber. Es ist sehr bedauerlich, dass die erfolgreichen Bemühungen und Bedingungen in der Therme, aber insbesondere in der tollen Sauna, durch unattraktive Managemententscheidungen negativ beeinflusst werden.“

Meerwertkarten sind besondere Bonuskarten für Dauergäste, mit ihnen ist beispielsweise die Abbuchung aller Leistungen vom erworbenen Guthaben möglich. Und sie garantiert direkten Zugang ohne Wartezeiten am Empfang. „Meerwertkarten sparen bares Geld und bringen geniale Vorteile“, heißt es dazu auf der Homepage. Hartmut Häring würde das so nicht unterschreiben.

„Es ist weder üblich, drei Monate Urlaub zu machen, noch hunderte Kilometer zwecks Rückerstattung von fünf oder zehn Euro zu fahren.“
Hartmut Häring, Urlaubsgast aus Riesa
Sorgt für Diskussionen: die Meerwertkarte. Foto: : obermain-Therme

Diese Redaktion fragte bei der Obermain-Therme nach und erfuhr dort, dass sich das Ehepaar Häring auch an die dortigen Verantwortlichen gewandt hatte. „Im Zuge des neuen Schließsystems und der Umstrukturierung unserer Eintrittskarten haben wir unser Meerwertkarten-Konzept überarbeitet“, erklärt er. „Unsere Meerwertkarten sind ausschließlich für unsere treuen Gäste konzipiert, die uns regelmäßig und über einen längeren Zeitraum besuchen. Hierfür ist die Personalisierung notwendig, die mit einem entsprechenden Zeitaufwand verbunden ist.“

Ziel: das Empfangspersonal entlasten

Leider sei in der Vergangenheit die Meerwertkarte dahingehend missbraucht worden, dass diese gekauft, von mehreren Personen genutzt und dann in kurzem Abstand wieder aufgelöst wurde. „Deshalb haben wir bewusst die Mindestlaufzeit von drei Monaten ab Ausstellungsdatum eingeführt, um unser Empfangspersonal zu entlasten“, erläutert Hans-Josef Stich. „Es geht nicht darum, mit dem ,Pfand' zu arbeiten, das übrigens fünf Euro pro Meerwertkarte beträgt.“

Im Vorfeld werde jedem Gast ein entsprechendes Flugblatt ausgehändigt, in dem die Bedingungen aufgeführt sind“, so Werkleiter Hans-Josef Stich. „Mit seiner Unterschrift erkennt der Nutzer diese Bedingungen an. Der Gast kennt also im Vorfeld die Rahmenbedingungen und kann sich selbstverständlich für beziehungsweise gegen eine Meerwertkarte entscheiden.“

Bei Vorlage der Kurkarte

Für Urlaubsgäste, die in Bad Staffelstein wohnen, gebe es bei Vorlage der Kurkarte eine Ermäßigung von 50 Cent pro Gast und Besuch. „Somit erhält auch dieser Personenkreis eine entsprechende Rabattierung.“

 

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