SCHÖNBRUNN

Segnung der sanierten Marter: Ein Stück Geschichte erhalten

Segnung der sanierten Marter: Ein Stück Geschichte erhalten
Stadtpfarrer Georg Birkel segnet am Sonntagnachmittag in der Obstwiese die „Adelgundismarter“. Mit im Bild sind Bad Staffelsteins Bürgermeister Jürgen Kohmann sowie Josef Geldner. Foto: Gerd Klemenz

„Die leeren Rundbogennischen boten immer wieder einen eher tristen Anblick. Gerade deshalb habe ich mich schon längerer Zeit für eine Restaurierung dieser Schönbrunner Martern eingesetzt.“ Josef Geldner, ehemalige Ortssprecher und Ehrenvorsitzender der Blumen- und Gartenfreunde Schönbrunn, lag der Zustand dreier historischer Martern viele Jahre schwer im Magen. Immer wieder versuchte er, die Restaurierung voranzutreiben. Nun wurden die frisch

Segnung der sanierten Marter: Ein Stück Geschichte erhalten
Der heilige Martin und der heilige Kilian sind bei der „Floriansmarter“ am Kindergarten zu sehen.

sanierten Zeitzeugnisse wieder gesegnet.

Im Maintal zwischen Vierzehnheiligen, Staffelberg und Kloster Banz gibt es noch zahlreiche Martern aus Sandstein, so auch in und um Schönbrunn. Jene drei, die kürzlich saniert wurden, stammen aus den Jahren 1700 bis 1738. Und sie liegen Josef Geldner sehr am Herzen.

Nie aufgegeben

„Das größte Hindernis stellte immer wieder die Finanzierung der notwendigen Arbeiten dar“, sagt Geldner. „Selbst unsere Ortsvereine hatten sich bereit erklärt, die Restaurierung finanziell zu unterstützen, doch selbst diese Mittel reichten nicht aus.“ Geldner aber gab nie und konnte schließlich neue Geldquellen auftun. Dank Spenden der Ortsvereine, von Privatpersonen und Unternehmen sowie einem Zuschuss der Stadt Bad Staffelstein konnten die Renovierung mit Kosten in Höhe von 2673,53 Euro ausgeführt werden. Die Stadt ist auch Besitzer der Marter in der Obstwiese, an der Dorfschmiede und am Kindergarten. Josef Geldner hat sich eigenverantwortlich um die Bildstöcke und die Segnung gekümmert. In Absprache mit Stadtarchivarin Adelheid Waschka sowie den Verantwortlichen der Ortsvereinen wurden schließlich die Motive der farbigen Bildtafeln ausgewählt.

An Muttertag segnete Bad Staffelsteins Stadtpfarrer Georg Birkel die drei Martern. Unter den Augen zahlreicher Schönbrunner sowie Gästen wie Bürgermeister Jürgen Kohmann begann er an der Obstwiese mit der „Adelgundismarter“.

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Die „Josephsmarter“ an der Dorfschmiede.

Einst am alten Kirchweg

Die Sandstein-Marter, geschaffen um 1700/1710, stand ehemals am alten Kirchweg nach Staffelstein. Sie wurde im Zuge des Baus der „Nordumgehung Staffelstein“ versetzt. Fachleute der Steinmetzfirma Kerner restaurierten sie, seit dem Jahr 2000 steht sie in einer Obstwiese nördlich an der Straße von Schönbrunn zur B 173. Neu sind die farbigen Bildtafeln mit den Heiligen Wendelin, Adelgunde, Kilian und Benedikt. Die „Josephsmarter“ steht an der ehemaligen Dorfschmiede. Auf dem Rundbogenf-Fachnischen ist zu lesen: „Gott zu Ehren hat Hans Hetzel und Kunigunda Hetzelin dies machen lassen, 1729“. Die Bildnischen mit vier Löchern wurde 1971 bei der Renovierung verputzt. 2019 wurden neue Bildtafeln mit Margaretha, Joseph, Hubertus und des Georg angebracht.

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Die „Adelgundismarter“ steht auf einer Obstwiese. Foto: Gerd Klemenz

Mit Dreipassendenkreuz

Vor dem Kindergarten steht die „Floriansmarter“ von 1736. Die vier flachen Rundbogennischen waren ursprünglich mit Blechbildtäfelchen ausgestattet. Sie wurden anlässlich der letzten Renovierung und im Zuge der Flurbereinigung 1971 verputzt und mit Heiligenbildern bemalt. Der Aufsatz wurde mit einem Dreipassendenkreuz bekrönt (Dreipasse sind häufige Ornamente der Spätromanik und Gotik). Die Bilder waren stark verwittert und nicht mehr erkennbar. Der heilige Christopherus, der heilige Martin, der heilige Florian und die heilige Barbara sind nun auf den neuen Bildtafeln zu sehen.

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Stadtpfarrer Georg Birkel segnet die „Florianmarter“ Foto: Gerd Klemenz

Im Anschluss an die Segnung fand vor der „Floriansmarter“ eine Maiandacht mit Stadtpfarrer Birkel statt, die Michael Diller auf dem Akkordeon musikalisch umrahmte. Danach saßen die Schönbrunner und ihre Gäste noch etwas gemütliches im Feuerwehrhaus zusammen. Josef Geldner dankte dre Restauratorin und Diplom-Designerin Marlis Hirsekorn aus Litzendorf für die Schablonen und für das Zeichnen.